Ringelblume

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Methode zu Ringelblume

Wer kennt sie nicht, die überall erhältliche Ringelblumensalbe? Die Ringelblume ist eine der bekanntesten Wundheilpflanzen. Sie wächst wild auf Feldern und Schutthalden, ist aber auch mit ihren leuchtend orangenen Blüten eine beliebte Zierpflanze im Bauerngarten.
Bereits die alten Ägypter schätzten die Ringelblume als verjüngende und heilende Helferin. Sie wurde in früherer Zeit auch "Krebskraut" Herba cancri genannt. Zwar wurde damals Einiges als Krebs bezeichnet, was medizinisch keiner war, aber dennoch wirkt die Ringelblume zytotoxisch auf Tumorzellen und hilft bei der Heilung verschiedenster Geschwüre.

Wirkung

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • zytotoxisch (tötet Tumorzellen ab oder hemmt ihr Wachstum, durch die enthaltenen Triterpensaponine))
  • abschwellend
  • adstringierend (zusammenziehend)
  • krampflösend
  • pilztötend
  • reinigend
  • schweißtreibend
  • blutdrucksenkend
  • virustatisch
  • beruhigend
  • antiödematös (wirkt Wasseransammlungen entgegen)

Anwendung

Äußerlich

  • Wundheilung: Ekzeme, Entzündungen von Haus und Schleimhaut, Furunkel, chronische Geschwüre, Brandwunden, Sonnenbrand, Schnittwunden, Blutergüsse, Gesichtsrose, schlecht heilende Wunden, heller Hautkrebs, Venenentzündungen, Pilzerkrankungen an den Füßen oder der Scheide, Hämorrhoiden, Windeldermatitis, Amputationsschmerzen

Innerlich

  • Verdauungsorgane: lindert Brechreiz, Magen- und Darmstörungen, hilft bei Magengeschwüren, Stärkung von Leber und Galle, leichte Abführwirkung
  • Nervensystem: Kopfschmerzen, Einschlafstörungen, Schwindelanfälle, Panikattacken, Angstzustände
  • Frauenbeschwerden: Menstruationskrämpfe, unregelmäßige Zyklen (durch den östrogenartigen Wirkstoff Beta-Sitosterol), Wechseljahresbeschwerden, Eisprung fördernd (durch das enthaltene Stigmasterol)

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein gehäufter Teelöffel Ringelblume wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht und kurz ziehen gelassen.
  • Als Waschung: Mit diesem Teeaufguss können die betroffenen Hautstellen auch sehr gut immer wieder abgewaschen werden. Nicht abtrocknen, sondern an der Luft trocknen lassen.
  • als Ringelblumensalbe: Zwei Hände voll frische Ringelblumen (Blüten, Blätter und Stängel) klein schneiden. 500 Gramm gutes Schweinefett in einer Pfanne erhitzen und die Ringelblumen unter Rühren darin "anbraten". Von der Kochstelle nehmen und zugedeckt einen Tag ziehen lassen. Am nächsten Tag das Fett nochmals leicht erhitzen und durch ein Leinentuch sieben. Anschließend wird es in saubere vorbereitete Gefäße eingefüllt.
  • als Frischsaft: Blätter, Stängel und Blüten werden sauber gewaschen und in noch feuchtem Zustand in der Saftzentrifuge entsaftet.
  • als Tinktur: Eine Handvoll Blüten wird in einem Liter echtem Branntwein angesetzt und zwei Wochen in der Sonne oder in Herdnähe stehen gelassen und öfters durchgeschüttelt. Abgeseiht wird die Essenz dann in geeignete Gläser oder Flaschen abgefüllt. Tinkturen werden innerlich tropfenweise oder verdünnt mit Tee eingenommen. Äußerlich werden sie bei Umschlägen oder Einreibungen verwendet.
  • als Sitzbad: Zwei Hände voll frische Ringelblumen oder ersatzweise 100 Gramm getrocknetes Kraut wird in einem halben Eimer kaltem Wasser über Nacht angesetzt. Am nächsten Tag wird das Ganze erwärmt und abgeseiht für ein Sitzbad verwendet und dem Badewasser zugegeben. Dieses muss über die Nieren reichen – 20 Minuten Badezeit.

Gegenanzeigen

Nicht anzuwenden ist die Ringelblume bei bekannter Allergie gegen Korbblütler. Ansonsten sind aber weder Neben- noch Wechselwirkungen bekannt.

Alternativen zu Ringelblume

  • Als Heilpflanze zur Unterstützung gegen Krebs ist auch die Mistel bekannt.
  • Bei einem Abszess kann auch Kamille, Klette, Zinnkraut, Odermennig oder Brennnessel empfohlen werden.
  • Gegen Akne und unreine Haut hilft Brunnenkresse, Kamille, Wegwarte, Brennnessel oder Birke.
  • Bei Brandwunden können auch Apfel, Eibisch, Spitzwegerich, Huflattich, Johanniskraut, Taubnessel, Hauswurz, Klette oder Brennnessel eingesetzt werden.
  • Eiter entziehende Mittel sind neben der Ringelblume auch Beinwell, Quecke und Eiche.
  • Bei Ekzemen kann Brennnessel, Brunnenkresse, Kamille, Zinnkraut, Malve, Klette, Birke, Apfel, Odermennig oder Wegwarte empfohlen werden.
  • Flechten können mit Brombeere, Brennnessel, Kamille, Löwenzahn, Wacholder, Zinnkraut oder Brunnenkresse geheilt werden.
  • Gegen Frauenbeschwerden können Eisenkraut, Frauenmantel, Römische Kamille, Herzgespann, Gänsefingerkraut, Hirtentäschel oder Melisse angewendet werden.
  • Nervenstärkende Wirkung haben Apfel, Baldrian, Hopfen, Schafgarbe, Johanniskraut, Kalmus, Lavendel, Knoblauch, Zwiebel, Thymian, Passionsblume, Rosmarin, Pomeranzenblüten, Pfefferminze, Schafgarbe, Melisse, Weißdorn und Ziestkraut.
  • Gegen Brechreiz hilft Pfefferminze und Schöllkraut.

Kosten zu Ringelblume

Ringelblumenblüten sind im Handel für etwa 3,20 € pro 100 Gramm zu bekommen. Wird gleich ein ganzes Kilo gekauft, reduziert sich der Preis auf circa 2,80 € pro 100 Gramm. Dieser Preis bezieht sich nicht auf Teebeutel, sondern auf offene Ware.

Daten/Fakten zu Ringelblume

Im Volksmund wird sie auch Sonnenbraut, Magdalensblume, Studentenblume oder Warzenblume genannt. Zu beachten ist, dass die käuflichen Ringelblumenblüten lediglich ein Zehntel der heilenden Wirkstoffe enthalten. Wird jedoch die ganze Pflanze mit ihren klebrigen Blütenböden geerntet, sind alle Heilkräfte enthalten. Hat sie in der Frühe nach sieben Uhr ihre Blütenköpfe noch geschlossen, ist am gleichen Tag Regen zu erwarten. Sie galt deshalb früher als Regenanzeiger.
Die winterharte ein- oder zweijährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) wird 20 bis 50 cm hoch und besitzt einen behaarten, klebrigen Stängel. Die Blätter sind wechselständig, länglich oval und dicht behaart. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und September. Die gelben bis orangenfarbenen Blütenköpfchen werden 3-5 cm breit und sollten bei strahlendem Sonnenschein geerntet werden, da die Heilkräfte dann ihre größte Wirkung entfalten.
Die Ringelblume ähnelt stark der Arnika, ist ihr an Heilkraft und Verträglichkeit jedoch überlegen. Da die Ringelblume an vielen Monatsanfängen blüht, wurde sie Calendula, abgeleitet vom lateinischen Calendulae = Monatsanfang, genannt. Der caritinoide Farbstoff wird zum Färben von Butter, Käse und anderen Lebensmitteln verwendet.

Sammelzeit

Gesammelt werden Blüten, Stängel und Blätter von Juni bis Oktober.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavonoide, Salizylsäure, Beta-Sitosterol, Taraxasterol, Violaxanthin, Calendula-Sapogenin, Glykoside, Carotinoide, Xantophylle, Saponine, Stigmasterol.

Links zu Ringelblume

Ringelblumentee: Ein wohltuendes Heilmittel

Ringelblumentee – TEE-MAGAZIN.DE
http://www.tee-magazin.de/teesorten/kraeutertee/ringelblumentee/
Autor: Funk, Silke19.09.2016

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