Hirtentäschel

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Methode zu Hirtentäschel

Das dünne und unscheinbare Hirtentäschelkraut wird im Volksmund auch Blutkraut, Gänsekresse, Beutelschneider, Burenschinken, Herzelkraut, Kochlöffel, Schülersäckel oder Taschendieb genannt. Durch ihr reichhaltiges Vorkommen wird diese wertvolle Heilpflanze oft als Unkraut empfunden. Die bekannteste Heilwirkung ist der blutstillende Effekt. Außerdem reguliert es kreislaufausgleichend den Blutdruck, fördert die Verdauung, lindert Ekzeme und hilft bei allen äußeren Muskelerkrankungen.

Wirkung

  • blutstillend
  • blutreinigend
  • zusammenziehend, gefäßverdichtend (adstringierend)
  • entzündungshemmend
  • harntreibend (diuretisch)
  • blutdrucksenkend
  • wehenfördernd

Anwendung

  • Alle Arten von Blutungen: Nasen-, Magen-, Darm, Nieren-, Gebärmutter-, Menstruationsblutungen, Hämorrhoiden; Blutungen, die sich nicht stillen lassen
  • Herz und Kreislauf: Kreislaufschwäche, zu hoher oder niedriger Blutdruck
  • Hautleiden: Hautverletzungen, Ekzeme, Wundheilung
  • Muskeln: Alle äußeren Muskelerkrankungen, Muskelschwund, Muskelerschlaffung
  • Magen-Darm-Trakt: Verdauungsprobleme: Magenschmerzen, Verstopfung
Bei der Monatsblutung der Frau hat die Heilpflanze eine doppelte Wirkung, die sich scheinbar widerspricht: Die Menstruation wird bei Anwendung gefördert und ausgelöst, bei zu starker Blutung wird die Blutung jedoch gestillt. Hirtentäschel greift in beiden Richtungen regulativ ein.

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein gehäufter Teelöffel wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser aufgebrüht; kurz ziehen lassen.
  • als Tinktur: Frisches Hirtentäschelkraut, Blätter, Stängel mitsamt Blüten und Täschel, werden klein geschnitten und bis zum Hals in eine Flasche eingefüllt. 38-40%iger Korn- oder Obstbranntwein wird eingegossen, bis die Kräuter bedeckt sind. Dann wird das Ganze 14 Tage lang in der Sonne oder an einem anderen warmen Ort stehen gelassen.
  • als Dunstumschlag: Zwei Handvoll Hirtentäschelkraut, wenn möglich frisch, werden in ein Sieb gelegt und über Wasserdampf gedünstet. Das fertige Kraut wird zwischen ein Tuch auf die betroffene Hautstelle aufgelegt; einwirken lassen.
  • als Sitzbad: Für ein Sitzbad werden ein halber Eimer frische oder etwa 100 Gramm getrocknete Kräuter verwendet. Diese werden über Nacht in kaltem Wasser angesetzt und am nächsten Tag erwärmt. Der Auszug wird nun dem Badewasser zugegeben. Die Badezeit sollte 20 Minuten betragen, das Badewasser muss über die Nieren reichen.

Gegenanzeigen

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen sind keine bekannt. Während der Schwangerschaft sollte das Hirtentäschelkraut mit Bedacht angewandt werden, da es Wehen fördern kann. Bei inneren Blutungen ist medizinische Hilfe ratsam, hier kann Hirtentäschel Therapie begleitend eingesetzt werden.

Alternativen zu Hirtentäschel

  • Als blutstillende Heilkräuter werden auch Brennnessel, Ehrenpreis, Eiche, Lärche und Linde angesehen.
  • Blutreinigend wirken Birke, Wacholder, Löwenzahn, Sellerie, Stiefmütterchen, Brennessel oder Brunnenkresse.
  • Bei zu hohem Blutdruck hilft auch Bärlauch, Berberitze, Mistel und Knoblauch.
  • Bei zu niedrigem Blutdruck können Mistel oder Rosmarin verwendet werden.
  • Zur Wundheilung bei Verletzungen können Arnika, Beinwell, Königskerze, Schafgarbe oder Enzian benutzt werden.
  • Bei Muskelverletzungen ist Johanniskraut, bei Muskelkrämpfen Majoran zu empfehlen.
  • Gegen Verstopfung ist Lein, Alant, Apfel, Hafer, Knoblauch, Meerrettich, Chili und Faulbaum hilfreich.

Kosten zu Hirtentäschel

100 Gramm getrocknetes Hirtentäschelkraut sind im Handel für etwa 2.- Euro zu bekommen, beim Kauf eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis auf circa 1,80 Euro pro 100 Gramm.

Daten/Fakten zu Hirtentäschel

Das Hirtentäschelkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler Brassucaceae und wird zwischen 10 und 60 cm hoch. Die Grundblätter sind, ähnlich wie beim Löwenzahn, in einer Rosette angeordnet. Es ist in ganz Europa heimisch und wächst fast überall auf nährstoffreichen Böden: an Wegrändern, Gräben, auf Äckern und in Gärten, Böschungen und Wiesen, sowie Weiden und Schutthalden. Die Blütezeit ist von Februar bis November. Die Blüten stehen in doldenartigen Trauben, die Früchte sind flache, herzförmige Schoten an einem langen Stiel. Sie haben der Pflanze ihren Namen gegeben.

Sammelzeit

Das Hirtentäschelkraut kann als ganzes Kraut von Juni bis August gesammelt werden.

Inhaltsstoffe

Biogene Amine ( Acetylcholin, Tyramin), Gerbstoff, ätherische Öle, Flavanoide, Vitamin C, Kalium, Phenylcarbonsäuren.

Links zu Hirtentäschel

Weitere Informationen
http://www.kraeuterweisheiten.de

PTA-Forum online: Capsella bursa-pastoris

Heilpraktiker.de
Autor: Funk, Silke26.07.2016

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