Melisse

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Methode zu Melisse

Die Melisse, unter anderem auch Zitronenkraut, Bienenfang, Herztrost oder Mutterkraut genannt, hat seit jeher einen festen Platz in der Pflanzenheilkunde. Das enthaltene ätherische Öl wirkt entspannend und beruhigend und so liegt das Hauptanwendungsgebiet der Melisse in der Hilfe bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden, nervösen Herzleiden und Schlaflosigkeit.


Wirkung

  • beruhigend
  • entspannend
  • stimmungsaufhellend
  • antibaktieriell
  • krampflösend
  • kühlend
  • pilzhemmend (fungizid)
  • schmerzstillend
  • schweißtreibend
  • antiviral
  • blähungstreibend (karminativ)

Anwendung

  • Nervliche Beschwerden: Unruhe, Nervosität, Angstzustände, Neuralgien, nervöse Herzbeschwerden, Ischias, nervös bedingte Kopfschmerzen, Migräne, nervöser Magen, Reizbarkeit
  • Verdauungsbeschwerden: Blähungen, Magenleiden, Sodbrennen
  • Erkrankungen der Atemwege: Asthma, Bronchitis, Erkältung, Fieber, Grippe, Husten
  • Frauenleiden: Menstruationsbeschwerden, Menstruation fördernd, Wechseljahresbeschwerden, Unterleibskrankheiten, Periodenkrämpfe, Milchstau
  • Hautleiden: Augenringe, Blutergüsse, Geschwüre, Insektenstiche, Lippenherpes, Fußpilz, Quetschungen, Wunden, Zahnschmerzen
  • Stoffwechselerkrankungen: Gicht, Rheuma, Ohrenschmerzen

Anwendungsarten

  • als Tee: Zwei Esslöffel geschnittene Melissenblätter werden mit einem halben Liter kochendem Wasser überbrüht und kurz ziehen gelassen, dann abgeseiht und als Tagesmenge getrunken. Der Melissentee wirkt am Morgen anregend und stärkend, am Abend – gerne auch mit etwas Honig gesüßt – entspannend und beruhigend.
  • als Kaltauszug: Vier Esslöffel geschnittene Melissenblätter werden in einem halben Liter Wasser für acht Stunden ziehen gelassen und dann abgeseiht. Dieser Auszug kann sowohl zur innerlichen Anwendung getrunken werden, als auch äußerlich für Umschläge oder Kompressen verwendet werden. Dazu wird ein Baumwolltuch mit der Flüssigkeit getränkt und auf die zu behandelnde Hautstelle aufgelegt und fixiert.
  • als Tinktur: 20 Gramm Melissenblätter werden mit 100 ml 70%igem Alkohol übergossen und zehn Tage lang an einem warmen Ort, aber nicht in der direkten Sonne, stehen gelassen. Dann abseihen und in eine Flasche füllen und verschließen. Diese Tinktur hilft, zweimal täglich 15 Tropfen eingenommen, gegen Kreislaufbeschwerden und äußerlich aufgetragen, gegen Herpes, Fußpilz oder etwas verdünnt auf die Schläfen einmassiert, gegen Kopfschmerzen.
  • als ätherisches Öl: Das im Handel erhältliche Öl aus echter Melisse ist sehr teuer. Deshalb wird als Ersatz ein Melissenöl aus Zitrone oder der japanischen Citronella hergestellt und in der Masse angeboten. Das echte Melissenöl hilft sehr gut gegen Herpes.
  • als Küchenkraut: Die Melissenblätter dienen in der Küche als erfrischendes Gewürz zu Salaten oder als Ersatz für Zitronengras in exotischen Gerichten.

Gegenanzeigen

Gegenanzeigen, Wechsel- oder Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Alternativen zu Melisse

  • Gegen Nervosität helfen auch Baldrian, Hopfen, Lavendel, Passionsblume, Johanniskraut, Kalmus, Thymian, Rosmarin, Pomeranzenblüten, Ziestkraut, Weißdorn, Knoblauch, Zwiebel oder Pfefferminze.
  • Bei nervösen Herzbeschwerden können Weißdorn, Ginkgo, Herzgespann, Baldrian, Arnika, Borretsch, Rosmarin oder Lavendel empfohlen werden.
  • Gegen Schlafstörungen gibt es Passionsblume, Hopfen, Baldrian, Brombeere, Dill, Hafer, Holunder, Kamille, Johanniskraut, Kalmus oder Knoblauch.
  • Verdauungsfördernde Heilpflanzen sind Alant, Kalmus, Pfefferminze, Zwiebel, Apfel, Kamille, Rhabarber, Bitterklee, Kümmel, Schafgarbe, Eiche, Enzian, Lein, Tausendgüldenkraut, Fenchel, Meerrettich, Hafer und Paprika.
  • Gegen Husten hilft Andorn, Kiefernnadeln, Spitzwegerich, Bibernelle, Königskerze, Süßholz, Eibisch, Linde, Thymian, Fenchel, Seifenkraut, Holunder, Sonnenhut oder Huflattich.
  • Erkältungen werden mit Bibernelle, Kamille, Eucalyptus, Zwiebel, Eibisch, Linde, Hagebutte, Salbei, Holunder, Huflattich, Spitzwegerich, Seifenkraut, Thymian, Weide oder Sonnenhut behandelt.
  • Fiebersenkende Mittel sind Pfefferminze, Apfel, Holunder, Brunnenkresse, Rote Johannisbeee, Sauerdorn, Ehrenpreis, Thymian, Enzian, Weide, Linde oder Esche.
  • Zur äußerlichen Wundheilung aller Art können Andorn, Ringelblume, Arnika, Beinwell, Kamille, Schafgarbe, Schöllkraut, Odermennig, Thymian, Eiche, Johanniskraut oder Tormentillwurzel empfohlen werden.
  • Gegen Fußpilz helfen Kamille oder Eiche.

Kosten zu Melisse

100 Gramm geschnittene Melissenblätter sind im Handel für etwa 3,15 Euro erhältlich. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 2,80 Euro.

Daten/Fakten zu Melisse

Schon Dioskurides und Plinius empfahlen die Melisse im ersten Jahrhundert n. Chr. als wertvolle Heilpflanze. Die Araber wussten die entspannende Wirkung zu schätzen und brachten die Melisse nach Spanien, von wo sie ihren Siegeszug über ganz Europa antrat. Karl der Große veranlasste bereits im 8. Jahrhundert nach Christus, dass die Melisse in jedem Klostergarten angebaut werden sollte. Auch Hildegard von Bingen und später Paracelsus kannten die beruhigende Wirkung auf Nerven und Herz und machten dieses Heilkraut bekannt. 1611 wurde von Angehörigen des Karmeliterordens der Melissengeist erfunden und 1775 von der Nonne Maria Clementine zum Klosterfrau Melissengeist weiterentwickelt. Der gute Ruf dieses Krauts ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.
Die Melisse aus der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) stammt ursprünglich aus Südeuropa, wird aber schon lange Zeit in Mitteleuropa kultiviert. Die winterharte, mehrjährige Staude wird bis zu einem Meter hoch und besitzt einen vierkantigen, verzweigten und abstehend behaarten Stängel.
Die kurz gestielten, schmal ovalen Blätter sind gegenständig und grob eingekerbt. Die anfänglich gelblichen, im Lauf der Zeit weißlich bis hellrot-bläulichen Lippenblüten stehen von Juni bis August in 3-7 Quirlen beieinander.
Die Melisse bevorzugt einen nährstoffreichen Boden und Sonne und wächst in Bauerngärten oder verwildert an Mauern, Zäunen, auf Schuttplätzen oder in Weinbergen. Beim Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern kommt der typisch zitronenartige Geruch hervor, daher auch der Name Zitronenmelisse.

Sammelzeit

Gesammelt werden die Blätter oder wahlweise das ganze Kraut, am besten kurz vor der Blüte, im Juni bis August.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Thymol, Saponin, Gerbstoff, Gerbsäure, Schleim, Bitterstoff, Glykosid, Harz.

Links zu Melisse

76 Melisse-Rezepte bei kochbar.de
http://www.kochbar.de/rezepte/melisse.html

Zitronenmelisse – ESSEN UND TRINKEN
http://www.essen-und-trinken.de/zitronenmelisse

Zitronenmelisse – Gartenratgeber
http://www.gartenratgeber.net/pflanzen/zitronenmelisse.html
Autor: Funk, Silke05.09.2016

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