Thymian

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Methode zu Thymian

Der Thymian ist bereits seit der Antike ein beliebtes Heil- und Gewürzkraut. Er kam im 11. Jahrhundert aus den Mittelmeerländern zu uns und die kultivierten, aber auch wieder verwilderten Arten sind in unserer heutigen Zeit hauptsächlich als Gartenthymian, Feld- oder Sandthymian zu finden.
Alle Sorten sind in ihrer Wirkung ähnlich. Der französische Biochemiker Jean Valnet hat in den 1960er Jahren nachweisen können, dass das ätherische Öl des Thymians, vor allem das enthaltene Thymol, wirksamer gegen Mikroben ist als andere ätherische Öle. Es desinfiziert und ist in vielen Mundwässern zu finden. Der Thymian ist ein hervorragendes Heilkraut, so gibt es kaum ein Einsatzgebiet, in dem er nicht hilfreich sein könnte. Sein Hauptanwendungsgebiet sind die Atmungsorgane und die Verdauung. Volkstümliche Namen sind unter anderem Bienenkraut, Wilder Quendel, Immenkraut oder Kuddelkraut.

Wirkung

  • desinfizierend
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • fungizid (pilztötend)
  • schleimlösend
  • schmerzstillend
  • schweißtreibend
  • krampflösend
  • blutstillend
  • harntreibend
  • beruhigend
  • anregend, ausgleichend

Anwendung

  • Atmungsorgane: Husten, Halsentzündung, Heiserkeit, Reizhusten, Asthma, Erkältung, Bronchitis, Katarrh, Zahnfleischentzündung
  • Verdauung: Sodbrennen, Magenbeschwerden, Durchfall, Mundgeruch, Blähungen, Leberschwäche
  • Harnapparat: Blasen- oder Nierenentzündung, Blasenschwäche
  • Frauenheilkunde: Ausbleiben der Regel, Menstruationsstörungen, Menstruationskrämpfe, fördert den Eisprung, erleichtert den Geburtsvorgang, Wechseljahresbeschwerden
  • Hautleiden: Ekzeme, Schnittwunden, Gürtelrose, Erysipel, Gesichtsrose, Furunkel, Pickel, Wundheilung, entzündete Wunden
  • Stoffwechsel: Gicht und Rheuma
  • Nervensystem: Albträume, schlechter Schlaf, Nervenschwäche, Epilepsie

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein gehäufter Teelöffel Thymian wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht und kurz ziehen gelassen, dann abseihen.
  • als Sirup: Die Blüten und Stängel werden in der Sonne gepflückt, mit nassen Händen in ein Glas eingelegt und schichtweise mit Rohzucker fest in das Glas gedrückt. Das Ganze wird etwa drei Wochen an einem warmen Ort stehen gelassen. Beim Abseihen werden die Blüten und Stängel mit etwas Wasser ausgewaschen, das anschließend zum Sirup dazugegossen wird. Nun wird der Sirup bei niedriger Hitze auf dem Herd entwässert, ohne ihn zum Kochen zu bringen. Im Zweifel erkalten lassen, um die Konsistenz zu prüfen und nochmals erwärmen, wenn er noch zu flüssig ist.
  • als Thymianöl: Die bei Sonne gepflückten Blüten werden in eine Flasche eingefüllt und mit kalt gepresstem Olivenöl aufgefüllt. Das Ganze wird wiederum etwa zwei Wochen an einen warmen Ort gestellt.
  • als Tinktur: Die bei Sonne gepflückten Blüten werden locker in eine Flasche eingefüllt und mit 30-40%igem Korn oder Obstbranntwein übergossen. Ebenfalls 14 Tage in der Sonne oder an einem anderen warmen Ort stehen lassen.
  • als Badezusatz: Für ein Vollbad werden 200 Gramm Thymian über Nacht in kaltem Wasser angesetzt. Am nächsten Tag wird das Ganze erwärmt und der Auszug zum Badewasser dazugegossen. Das Herz muss außerhalb des Badewassers sein, die Badedauer beträgt 20 Minuten.

Gegenanzeigen

Bei schweren Lebererkrankungen sollte Thymian nicht verwendet werden. Ebenso ist bei Störungen der Schilddrüse wegen der im Thymian enthaltenen Wirkstoffe Thymol und Cavacrol Vorsicht geboten. Sonstige Gegenanzeigen, Neben- oder Wechselwirkungen sind keine bekannt.

Alternativen zu Thymian

  • Gegen Husten helfen auch Kiefernnadeln, Süßholz, Spitzwegerich, Sonnenhut, Linde, Seifenkraut, Königskerze, Andorn, Bibernelle, Huflattich, Holunder, Fenchel oder Eibisch.
  • Schleimlösende Heilpflanzen sind Spitzwegerich, Wegwarte, Fenchel, Huflattich, Löwenzahn, Enzian, Brennnessel, Alant oder Salbei.
  • Eine Bronchitis lässt sich mit Kamille, Linde, Salbei, Sonnenhut, Seifenkraut, Anis, Isländischem Moos, Kastanienblätter, Ysop, Vogelknöterich, Süßholz, Taubnesselblüten, Veilchen, Schlüsselblume, Spitzwegerich, Bibernelle, Eibisch, Fichte oder Hagebutte heilen.
  • Andere fiebersenkende Mittel sind Apfel, Brunnenkresse, Ehrenpreis, Lindenblüten, Weide, Berberitze, Pfefferminze, Holunderblüten, Rote Johannisbeere oder Enzian.
  • Allgemein bei einer Erkältung kann die Einnahme von Kamille, Eukalyptus, Spitzwegerich, Weide, Zwiebel, Seifenkraut, Salbei, Sonnenhut, Huflattich, Hagebutte oder Eibisch empfohlen werden.
  • Blähungen können mit Paprika, Petersilie, Fenchel, Kümmel, Heidelbeere, Kalmus, Knoblauch, Kamille, Anis, Tausendgüldenkraut, Wacholder oder Wermut beseitigt werden.
  • Bei Sodbrennen nützt die Anwendung von Brennnessel, Wermut, Zwiebel, Kartoffel, Sauerklee, Süßholz, Gerste, Wacholder oder Enzian.
  • Gegen Schlaflosigkeit hilft Baldrian, Johanniskraut, Dill, Kamille, Knoblauch, Melisse, Kalmus, Brombeere, Holunder, Hopfen oder Hafer.
  • Mundgeruch beseitigt neben dem Thymian auch Dill, Erdbeere, Wacholder oder Wermut.

Kosten zu Thymian

100 Gramm getrockneter und gerebelter Thymian sind im Handel für etwa 2,00 € zu bekommen. Bei Kauf eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf circa 1,80 €.

Daten/Fakten zu Thymian

Der immergrüne und winterharte Zwergstrauch aus der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) wird 10 bis 35 cm hoch und treibt zwischen Juni bis Oktober hellviolette Blüten aus. Die aromatisch duftende Gewürz- und Heilpflanze bevorzugt mildes Mittelmeerklima, alkalischen, gut entwässerten Boden und einen sonnigen Standort. Die Samen können im Frühjahr im Gewächshaus gesät werden. Ebenso kann die Pflanze auch durch Stecklinge oder Ausläufer vermehrt werden.

Sammelzeit

Gesammelt werden können die kleinen Blättchen das ganze Jahr über. Sie lassen sich recht einfach vom holzigen Stängel abreiben. Soll der Thymian getrocknet werden, erfolgt die Ernte im Spätsommer, bevor sich die Blüten öffnen. Genutzt werden können die Blätter und die Blüten.

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle – vor allem Thymol, Carvaceol und Cymol, Bitterstoff, Gerbstoff, Flavonoide, Cumarine, Harz, Saponin, Salicyclate, Zink, Pentosane, Stigmasterol, Beta-Sitosterol.

Links zu Thymian

Weitere Informationen
Thymian – Chefkoch.de

Thymian pflegen und ernten: Tipps für aromatischen Thymian

Küchengötter.de
http://www.kuechengoetter.de/rezepte/warenkunde/16452/Thymian.html

Thymian: Anbau, Pflege, Ernte & Sorten
http://www.gartendialog.de/gartengestaltung/kraeutergarten/thymian_pflege.html
Autor: Funk, Silke10.10.2016

Quellenangabe für Zitate

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