Kalmus

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Methode zu Kalmus

Der Kalmus stammt ursprünglich aus China und stand damals schon in dem Ruf, ein Lebensverlängerer zu sein. Aber auch in Mitteleuropa ist er seit dem 16. Jahrhundert heimisch. In Ägypten wurde er als "heiliges" Rohr bezeichnet, im Orient war er geschätzt und auch in der Bibel findet er als heiliges Salböl Erwähnung. Die Kalmuswurzel ist nicht nur ein hervorragendes Heilmittel bei Magen- und Darmstörungen, sie leistet auch bei Drüsenerkrankungen und Gicht gute Hilfe.
Auch zur Raucherentwöhnung wird sie angewendet. Der Kalmus wird im Volksmund auch Ackermann, Bajonettstange, Magenwurz oder deutscher Ingwer genannt.

Wirkung

  • verdauungsfördernd
  • Stoffwechsel anregend
  • reizlindernd
  • beseitigt Blähungen
  • appetitanregend
  • krampflösend
  • sekretionsanregend
  • nervenstärkend

Anwendung

  • Gesamter Verdauungsapparat: Entzündungen der Mundschleimhaut, zahnende Kinder (bei Schmerzen auf der Wurzel kauen), Zahnfleisch stärkend, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Krämpfe, Magenkatarrh, Magengeschwüre, Verdauungsstörungen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Koliken, Getreideunverträglichkeit, auch geeignet zur Stärkung von Leber, Galle, Milz und Bauchspeicheldrüse
  • Raucherentwöhnung: Wenn die Wurzel gekaut wird, wird einem beim Rauchen übel

Anwendungsarten

  • als Tee: Der Kalmuswurzeltee wird ausschließlich im Kaltansatz zubereitet. Ein Teelöffel Kalmuswurzel wird in einem viertel Liter Wasser über Nacht angesetzt. Am nächsten Tag wird er abgeseiht und leicht angewärmt getrunken.
  • als Frischsaft: Die frisch gesammelten Wurzeln werden sorgfältig gereinigt und im noch feuchten Zustand in der Saftzentrifuge entsaftet.
  • als Vollbad: Etwa 200 Gramm Kalmuswurzeln werden über Nacht in fünf Liter kaltem Wasser angesetzt. Am nächsten Tag wird das Wasser zum Kochen gebracht, etwas ziehen gelassen, dann gesiebt und dem Badewasser zugegeben.

Gegenanzeigen

Kalmus sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden und bei Kindern nicht über einen längeren Zeitraum. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt. Je nach Herkunft kann der Kalmus als Nebenwirkung das krebserregende Beta-Aseron enthalten. Am stärksten ist dieses Alkaloid im indisch-chinesischen Kalmus vorhanden. Der Gehalt in der europäischen Kalmusart ist sehr gering. Ganz frei von Aseron ist die nordamerikanische Form der Kalmuspflanze, die im Handel erhältlich ist. Dies ist auf der Verpackung angegeben.

Alternativen zu Kalmus

  • Zur Appetitanregung bei Appetitlosigkeit eignet sich neben dem Kalmus auch Bitterklee, Kümmel, Knoblauch, Tausendgüldenkraut, Wacholder, Bohnenkraut, Basilikum, Dill, Enzian und Zwiebel.
  • Gegen Blähungen können Anis, Fenchel, Petersilie, Kamille, Thymian, Wacholder, Heidelbeere, Schafgarbe, Pfefferminze, Zwiebel oder Knoblauch helfen.
  • Zur Darmentgiftung wird Apfel, Faulbaum, Knoblauch, Tausendgüldenkraut oder Eiche genommen.
  • Darmkoliken kann mit Dill, Enzian, Johanniskraut, Lein, Berberitze, Hafer oder Spitzwegerich begegnet werden.
  • Gegen Durchfall helfen Alant, Bohnenkraut, Brennnessel, Brombeere, Eibisch, Spitzwegerich, Lein, Heidelbeere, Nelkenwurz, Süssholz, Frauenmantel oder Linde.
  • Hilfreich bei Verstopfung sind Lein, Alant, Apfel, Hafer, Knoblauch, Meerrettich, Chili oder Faulbaum.
  • Bei nervösen Magenbeschwerden wird Majoran, Hopfen, Melisse oder Pomeranze genommen.
  • Im Falle einer Magenschleimhautentzündung wirken Eiche, Wacholder, Kamille, Hafer, Königskerze, Salbei, Tausendgüldenkraut und Johanniskraut unterstützend.

Kosten zu Kalmus

Die Kalmuswurzel ist im Handel getrocknet und klein geschnitten zu bekommen. 100 Gramm kosten etwa 3,25 €, in Staffelpreisen sinkt der Betrag pro 100 Gramm bei der Abnahme von einem Kilo auf circa 2,90 €.

Daten/Fakten zu Kalmus

Die Heilpflanze aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) bevorzugt als Standort die Uferflächen von Bächen, Gräben und Teichen. Die Staude wird 60 bis 120 cm hoch und besitzt einen weit kriechenden Wurzelstock. Der Stängel ist dreikantig, die Blätter schwertförmig und dünn. Die Blütezeit ist Juni bis Juli, die Blüten sitzen in einem 5 bis 8 cm langen walzenförmigen grüngelben Blütenkolben in Kegelform.

Sammelzeit

Die Sammelzeit ist von März bis April und von September bis November. Verwendet wird die Kalmuswurzel.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Kalamin-Cholin, Trimethylamin, Kalmusgerbsäure, Terpene, Calamenol, Schleim, Palmitinsäure, Harz (Akoretin), Bitterstoff Acorin.

Links zu Kalmus

Weitere Informationen
http://www.botanikus.de/Heilpflanzen/Kalmus/kalmus.html
Der Gartenteich-Ratgeber
Autor: Funk, Silke01.08.2016

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