Kamille

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Methode zu Kamille

Die echte Kamille besticht durch ihren allseits bekannten Geruch. Sie wird im Volksmund unter anderem auch Mutterkraut, Hermelin, Drudenkraut oder Kammerblume genannt und gilt als wahrer Allrounder in der Pflanzenheilkunde. Sie ist einer der beliebtesten Heilkräuter überhaupt. Die Kamille wächst auf Äckern, lehmigen Böden, Waldwiesen und in der Nähe von Getreidefeldern. Dort fällt sie leider immer mehr dem Einsatz von Kunstdünger und chemischen Unkrautvernichtungsmitteln zum Opfer. Ihre Haupteinsatzfelder sind Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden.

Wirkung

  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • beruhigend
  • krampflösend
  • schmerzlindernd
  • schweißtreibend
  • harntreibend
  • austrocknend
  • blutreinigend
  • antifugal (wirkt gegen Pilze im Körper)
  • blähungstreibend

Anwendung

Innerlich

  • Atemwegserkrankungen: Die Kamille ist bei allen Arten von Erkrankungen der Atemwege hilfreich, bei einfacher Erkältung mit Husten und Schnupfen über Schleimlösung und Halsschmerzen bis hin zur Angina oder Nebenhöhlenentzündung. Hier ist dreimal täglich eine Tasse Tee zu empfehlen.
  • Verdauungsapparat: Die Kamille ist das ideale Heilkraut für Bauchschmerzen bei Kindern. Ebenso hilft sie Erwachsenen bei Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Magengeschwüren, Reizmagen, Brechreiz, Blähungen, Gastritis und Entzündungen in der Mundhöhle.
  • Nervensystem: Die Kamille hilft bei nervösen Beschwerden und Schlaflosigkeit aufgrund ihrer entkrampfenden und beruhigenden Wirkung. Auch neuralgische Schmerzen wie Ischias oder Hexenschuss können gemildert werden.
  • Stoffwechsel: Die Kamille kann durch ihre harntreibende und blutreinigende Wirkung auch bei rheumatischen Beschwerden, bei Gicht und zur Entfernung schädlicher Stoffe wie beispielsweise Harnsäure eingesetzt werden.
  • Frauenleiden: Die Kamille lindert Menstruationskrämpfe, fördert eine zu spät einsetzende Menstruation oder einen zu geringen Milchfluss in der Stillzeit.

Äußerlich

  • zur Wundheilung: Hier sollte beachtet werden, dass die Kamille austrocknend wirkt, also bei sehr trockener Haut besser nicht eingesetzt werden sollte. Sie kann als Salbe, als Tinktur, in Form eines Bades oder als Kompresse angewandt werden. Als Sitzbad kann die Kamille gegen Scheidenentzündungen, Weißfluss oder Menstruationskrämpfen verwendet werden.

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein gehäufter Teelöffel wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht und kurz ziehen gelassen.
  • als Kamillendämpfe: Ein gehäufter Esslöffel Kamille wird mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Unter einem Handtuch werden die heilenden Dämpfe tief eingeatmet.
  • als Kamillenöl: Frische, in der Sonne gepflückte Kamillenblüten werden in ein Fläschchen eingefüllt und mit kalt gepresstem Olivenöl aufgegossen. Das Öl muss die Blüten bedecken. Die Flasche bleibt nun gut verschlossen zwei Wochen in der Sonne stehen. Anschließend im Kühlschrank aufbewahren (zum Einreiben auf die Haut).
  • als Kräuterkissen: Getrocknete Kamillenblüten werden in ein Leinensäckchen gefüllt und zugenäht. In einer trockenen Pfanne wird das Kräuterkissen angewärmt und auf die betroffene Hautstelle oder den Hals bei Erkältung aufgelegt.
  • als Umschlag: Ein viertel Liter kochende Milch wird über einen gehäuften Esslöffel Kamillenblüten gegossen, kurz ziehen gelassen und abgeseiht. Damit werden die Umschlagtücher angefeuchtet und auf die Haut aufgelegt.
  • als Badezusatz: Für ein Vollbad werden zwei Hände voll Kamillenblüten, für ein Gesichtsbad oder eine Kopfwaschung je eine Handvoll Kamillenblüten benötigt. Diese werden mit kochendem Wasser abgebrüht und nach der Ziehzeit abgeseiht. Der Absud wird dann verwendet.
  • als Salbe: 250 Gramm Schweinefett werden in einer Pfanne erhitzt und zwei Handvoll Kamillenblüten dazugegeben. Umrühren und aufschäumen lassen. Zugedeckt an einem kalten Ort über Nacht auskühlen lassen. Am nächsten Tag wird das Ganze nochmal leicht angewärmt und durch ein Leinentuch abgeseiht. Die Salbenmasse wird gleichmäßig verrührt und in saubere Döschen oder Gläschen eingefüllt.

Gegenanzeigen

Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen sind keine bekannt. Von der Verwendung der Kamille wird abgeraten, wenn eine Allergie gegen Korbblütler besteht.
Allerdings ist die oftmals erwähnte Allergie gegen Kamille in Wirklichkeit eine Unverträglichkeit gegen die gemeine Hundskamille, die gerne mitten unter der echten Kamille wächst und bei einem ungeübten Sammler schnell im Korb landet. Diese kann bei empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten führen, ist aber keine Allergie im eigentlichen Sinn.

Alternativen zu Kamille

  • Gegen Erkältungskrankheiten sind auch Bibernelle, Seifenkraut, Sonnenhut (Echinacea), Thymian, Weide, Spitzwegerich, Holunder, Zwiebel, Linde, Hagebutte, Huflattich, Eibisch oder Eucalyptus zu empfehlen.
  • Gegen Halsschmerzen hilft auch Zwiebel, Fenchel, Pfefferminze oder Gerste.
  • Bei einem Magen-Darm-Katarrh kann alternativ auf Heidelbeere, Sauerdorn, Thymian, Wacholder und Herzgespann zurückgegriffen werden.
  • Heilende Kräuter bei einer Gastritis (Magenschleimhautentzündung) sind neben der Kamille auch Eiche, Tausendgüldenkraut, Königskerze, Salbei, Wacholder, Breitwegerich oder Johanniskraut.
  • Menstruationsbeschwerden werden mit Wacholder, Wermut, Mistel, Thymian, Johanniskraut oder Tausendgüldenkraut gemildert.
  • Nässende Hautausschläge können mit Bärlapp, Hauswurz oder Mariendistel geheilt werden.

Kosten zu Kamille

100 Gramm getrocknete Kamillenblüten sind im Handel für etwa 3,20 € zu bekommen. Wird gleich ein ganzes Kilo abgenommen, reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 2,90 €. Im Handel ist ebenso die Römische Kamille erhältlich. Diese großen getrockneten Blüten werden vor allem zur äußeren Anwendung bei der Wundheilung eingesetzt. 100 Gramm kosten etwa 9,10 €. Der 100-Gramm-Preis bei Abnahme von 1000 Gramm beläuft sich auf etwa 8,20 €.

Daten/Fakten zu Kamille

Die echte Kamille gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteracceae). Sie ist eine einjährige Pflanze und wird etwa 15-50 cm hoch. Sie besitzt einen aufrechten, stark verzweigten Stängel und wechselständige Blätter, goldgelbe Röhrenblüten mit weißen Randblüten. Die in der Kamille enthaltenen Azulene regenerieren die Leberzellen und liefern Antihistamine (Stoffe, die allergische Reaktionen hemmen).

Sammelzeit

Die Sammelzeit geht von Mai bis August. Gesammelt werden die Blütenköpfe, deren Blütenböden hohl sind, das heißt, unter der Blüte ist ein kleines Loch zu erkennen. Dies ist ein Kennzeichen der echten Kamille.

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Gerbsäure, Apiin, Bitterstoffe, Thujon, Umbelliferon, Salicylate, Herniarin, Oleanolsäure, Hyperosid, Cumarin, Borneol, Flavone, Salizylsäure, Harz, Chamazulen, ätherisches Öl, Azulen, Werg, Farnesol, Schwefel.

Links zu Kamille

Weitere Informationen
Kamille im Naturlexikon

Echte Kamille - Erkennen, Anbau, Prlege und Ernte...

Kamille - Aussaat, Pflege und Verwendung - Hausgarten.net
Autor: Funk, Silke01.08.2016

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