Johanniskraut

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Methode zu Johanniskraut

Das Johanniskraut wurde bereits vor über 2000 Jahren als Mittel gegen somatische und psychische Leiden eingesetzt. Es ist das bewährteste pflanzliche Antidepressivum. Als eine bekannte typische Mitsommerheilpflanze hat sie ihren Namen vom Johanni-Tag am 24. Juni. Sie wächst an Weg- und Waldrändern, Wiesen und Hügeln, sogar auf Schuttplätzen ist sie zu finden.
Kaum eine andere Pflanze wird so mit der Sonne assoziiert wie das Johanniskraut. Wird eine aufgegangene Blüte zerdrückt, fließt ein blutroter Saft heraus. Deshalb wird das Johanniskraut im Volksmund auch Johannesblut, Herrgottsblut, Blutkraut oder Mannskraft genannt.
Bei innerlicher Anwendung liegt sein Hauptanwendungsgebiet bei leichten bis mittelschweren Depressionen und nervösen Erkrankungen, äußerlich bei der Wundheilung. Die zahlreichen anderen Heilwirkungen des Johanniskrauts sind etwas in Vergessenheit geraten.

Wirkung

Innerlich:

  • adstringierend (zusammenziehend)
  • antidepressiv
  • angstlösend
  • beruhigend
  • atimmungsaufhellend

Äußerlich

  • antibakteriell
  • lokal schmerzlindernd
  • wundheilungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • abschwellend
  • antimykotisch
  • viruzid (Viren tötend).

Anwendung

  • Nervensystem: Depressionen, Nervosität, Migräne, Kopfschmerzen, Neuralgien, Hexenschuss, Ischias, Angszustände, Epilepsie, Schlaflosigkeit
  • Haut: Wunden, Verbrennungen, Ekzeme, Stichwunden, trockene Haut, Narbenschmerzen, Beulen, Geschwüre, Schrunden
  • Bewegungsapparat: Rückenschmerzen, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchungen, Krampfadern, Blutergüsse, Muskelzerrungen
  • Stoffwechsel: Rheuma, Gicht
  • Frauenheilkunde: Gebärmutterkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Endometriose, Wechseljahresbeschwerden
  • Harnorgane: Blasenentzündung, Bettnässen
  • Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Durchfall, Darmentzündung, Magenbeschwerden, Hämorrhoiden
  • Atemwege: Bronchitis, Fieber, Halsentzündung

Anwendungsarten

  • als Tee: Ein gehäufter Teelöffel Johanniskraut wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht und kurz ziehen gelassen.
  • als Johannisöl: Die frisch gepflückten Blüten werden locker bis zum Hals in ein Fläschchen gefüllt und mit gutem Olivenöl oder Leinöl übergossen, sodass die Blüten bedeckt sind. Die Flasche wird gut verschlossen und einige Wochen in Herdnähe oder in der Sonne aufbewahrt. Nach einiger Zeit erhält das Öl seine rote Farbe, weswegen es auch als "Rotöl" bekannt ist. Das Ganze wird durch ein Tuch filtriert und in eine dunkle Flasche zur Aufbewahrung eingefüllt.
  • als Johanniskraut-Tinktur: Zwei Hände voll frisch gesammelte Blüten werden in einem Liter Branntwein oder Doppelkorn angesetzt und drei Wochen in der Wärme stehen gelassen.
  • als Sitzbad: Ein Eimer voll Johanniskraut (Blüten, Blätter und Stängel) werden über Nacht in kaltem Wasser angesetzt. Am nächsten Tag vor dem Baden wird alles zum Kochen gebracht und dem Badewasser zugegeben. Die Badedauer beträgt zwanzig Minuten.

Gegenanzeigen

Johanniskraut macht besonders hellhäutige Personen empfindlicher gegen Sonneneinstrahlung. Deshalb sollte es nicht vor Sonnenbädern eingenommen oder eingerieben werden. Die Wirkung mancher Arzneimittel, besonders Immunsuppressiva, wird durch Johanniskraut abgeschwächt. Auch wird vermutet, dass die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille herabgesetzt werden kann. Deshalb sollte der Einsatz von Johanniskraut bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme immer medizinisch abgeklärt werden.

Alternativen zu Johanniskraut

Kosten zu Johanniskraut

100 Gramm geschnittenes und getrocknetes Johanniskraut kosten im Handel etwa 2.- Euro, bei Abnahme eines Kilos reduziert sich der Preis pro 100 g auf etwa 1,75 Euro.

Daten/Fakten zu Johanniskraut

Die Staude aus der Familie der Johanniskrautgewächse wird zwischen 30 und 80 cm hoch, ist sehr stängelig und verzweigt und blüht in goldgelben Trugdolden. Die Blütezeit ist Juli bis August. Das blühende Kraut wird zur Tee- und Bäderzubereitung gesammelt, die Blüten zur Verwendung als Johannisöl.

Sammelzeit

Die Sammelzeit ist von Ende Juni bis September. Verwendet werden das blühende Kraut und die Blüten. Das gesammelte Kraut wird zu kleinen Büscheln zusammengefasst und kopfüber zum Trocknen an einem luftigen, schattigen Platz aufgehängt. Die Blüten können entweder sofort zu Öl angesetzt oder ebenso an einem luftigen Ort getrocknet werden.

Inhaltsstoffe

Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Hypericin, Hyperforin, ätherische Öle, Myristinsäure, Hyperinrot, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol, Harz und Phytosterole.

Links zu Johanniskraut

Weitere Infos
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/johanniskraut.html
http://www.docjones.de/wirkstoffe/echtes-johanniskraut
Autor: Funk, Silke30.07.2016

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