Wermut

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Methode zu Wermut

Der Wermut, der im Volksmund unter anderem auch Magenkraut, Mottenstock oder Wurmkraut genannt wird, gehört mit seinem bitteren Aroma zu den wichtigsten Bitterkräutern für die Verdauung, die wir haben. Er regt die Sekretion im gesamten Verdauungskanal an und dient als Wurmmittel. Neben seiner Funktion als Heilpflanze wird er auch als Gewürz, zur Herstellung von Wein und Verdauungsschnaps sowie zur Bekämpfung von Motten und Insekten eingesetzt.

Wirkung

  • verdauungsfördernd
  • tonisierend (ausgleichend) für Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse
  • appetitanregend
  • krampflösend
  • stimulierend für die Produktion von Magen- und Gallensäften
  • karminativ (blähungstreibend)
  • blutreinigend
  • blutbildend

Anwendung

  • Verdauung: Appetitanregung, Verdauungsstörungen aller Art, chronische Magenschleimhautentzündung, Blähungen, Darmkrämpfe, Sodbrennen, Störungen der Galle, Wurmbefall, wohltuend für die Bauchspeicheldrüse und die Leber.
  • Hautleiden: schlecht heilende Wunden
  • Frauenleiden: Menstruationskrämpfe, Blutarmut

Anwendungsarten

  • als Tee: Zwei Tassen geschnittenes Wermutkraut werden mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten stehen gelassen. Abseihen und ein bis drei Tassen täglich in kleinen Schlucken trinken. Dieser bittere Tee sollte nicht gesüßt werden, um die Wirkung der Bitterstoffe nicht zu beeinträchtigen. Nach sechs Wochen Anwendungsdauer sollte eine Pause eingelegt werden und ein anderer Tee mit ähnlicher Wirkung genommen werden. Anschließend kann der Wermut wieder zur Anwendung kommen. Dieser Tee kann auch als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden benutzt werden. Dazu ein Baumwolltuch mit dem Tee tränken und auf die betroffene Hautstelle legen, gegebenenfalls fixieren.
  • als Tinktur: Klein geschnittenes Wermutkraut in ein verschließbares Gefäß füllen und mit 40%igem Doppelkorn oder Weingeist übergießen, bis alle Teile bedeckt sind. Verschließen und etwa vier bis sechs Wochen an einem warmen Ort aufbewahren. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Hiervon werden ein bis dreimal am Tag 10 bis 50 Tropfen eingenommen. Bei Bedarf können die Tinkturtropfen auch mit Wasser verdünnt werden.
  • als Medizinalwein: Ein Liter Weißwein wird mit 30 Gramm klein geschnittenem Wermutkraut vermischt und gut verkorkt für zwei Wochen bei Zimmerwärme stehen gelassen und gelegentlich durchgeschüttelt. Danach wird der Wein gut durchgefiltert. Täglich zwei- bis dreimal ein Schnapsglas voll davon trinken.

Gegenanzeigen

Nicht angewendet werden sollte der Wermut während der Schwangerschaft und Stillzeit, ebenso bei Darmgeschwüren oder bekannter Allergie gegen Korbblütler. Wermutkraut ist in den arzneilich erforderlichen Mengen genauso unbedenklich wie ein Wermutwein als Aperitif. Vorsicht ist dagegen geboten bei Absinthschnaps und bei Anwendung des reinen ätherischen Öles wegen seines Thujongehaltes. Dieses wirkt bei zu hoher oder zu langer Dosierung leicht giftig und kann zu Erbrechen oder Übelkeit führen. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt.

Alternativen zu Wermut

Kosten zu Wermut

100 Gramm geschnittenes Wermutkraut sind im Handel für etwa 1,95 Euro zu haben. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 1,75 Euro.

Daten/Fakten zu Wermut

Der Wermut mit dem lateinischen Namen Artemisia absinthium stammt aus der Familie der Korbblütler und wächst auf Mauern, Ödland oder Wegen mit steinigem, lockerem Lehmboden. Die 30 bis 80 cm hohe Staude, die im unteren Bereich verholzt, besitzt einen aufrechten, im oberen Bereich verzweigten, dicht und grau behaarten Stängel. Die Blätter sind ebenfalls dicht filzig behaart, mehrfach gefiedert mit schmalen, spitzen Teilblättchen. Die gelblichen Blüten mit ihren sehr kleinen Köpfchen stehen zu Hunderten in einer Rispe und sind von Juli bis September zu sehen.
Der Wermut ist eine seit Jahrtausenden bekannte und genutzte Heilpflanze und wächst nicht nur im Mittelmeerraum, sondern ist nahezu weltweit bis zu einer Höhe von 1000 Metern zu Hause und wird in Mitteleuropa kultiviert.

Sammelzeit

Das Kraut und die Blätter werden bei trockenem Wetter zu Beginn der Blüte, zwischen Juni und August, geerntet. Das Sammelgut wird zur Erhaltung der ätherischen Öle bei mäßiger Hitze bis zu 35 Grad Celsius getrocknet. Es verbreitet einen penetranten Geruch, deshalb sollten andere Heilpflanzen getrennt vom Wermut aufbewahrt werden.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (mit Chamazulen und den Therpenalkoholen Thujol und Thujon), Bitterstoffe (Absinthin, Anabsinthin, Artabsin und Anabsin) Gerbstoffe, Harz, Ascorbinsäure, das Flavonoid Artemisethin, organische Säuren.

Links zu Wermut

Absinth
http://www.abtshof.de/produkte/absinthe.html

Wermut anbauen
http://www.gartentipps.com/wermut-anbauen-so-wirds-gemacht.html

Wermut – Rezepte
http://www.chefkoch.de/rs/s0/wermut/Rezepte.html
Autor: Funk, Silke17.10.2016

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