Wacholderbeeren

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Methode zu Wacholder

Die Wacholderbeeren sind seit jeher für ihre verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Durch ihre ätherischen Öle reizen sie bei Einnahme die Magenschleimhaut und fördern so die Produktion von Magensäften. Dadurch werden Blähungen gelöst, der Appetit gesteigert und die Verdauung im Darmtrakt angeregt. Magen-Darm-Krämpfe werden ebenso gelöst, wie die gesamte Organmuskulatur entspannt wird. Das zweite Hauptanwendungsgebiet neben vielen anderen Heilwirkungen ist die Durchspülung der ableitenden Harnwege. Wacholder ist mit seiner durchblutungsfördernden Wirkung harntreibend und entwässernd. Dadurch können Giftstoffe schnell und effektiv ausgeschieden werden.
Bei der Einnahme von Wacholderbeeren sollte die empfohlene tägliche Menge von 2 bis 10 Gramm nicht überschritten werden, da sonst die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Wirkung

  • harntreibend
  • verdauungsfördernd
  • blähungslösend
  • durchblutungsfördernd
  • entspannend, krampflösend
  • tonisierend
  • antibakteriell
  • blutreinigend
  • schleimlösend

Anwendung

  • Verdauungsapparat: Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmentzündung, Gastritis, Magenschwäche, Sodbrennen, Verdauungsschwäche, Mundgeruch
  • Harnwegserkrankungen: Blasenleiden, Blasenentzündung, Blasengries, Blasensteine, Menstruationsbeschwerden
  • Stoffwechsel: Leberschwäche, Diabetes, Arthritis, Rheuma, Gicht, Ischias, Wassersucht
  • Erkältungskrankheiten: Husten, Bronchitis, Atembeschwerden, Erkältung, Kopfschmerzen, Migräne
  • Hautleiden: Psoriasis, schlecht heilende Wunden, Zahnfleischentzündung

Anwendungsarten

  • als Dampfbad: 100 Gramm Beeren werden in einem Liter Wasser abgekocht, abgeseiht und dann dem Badewasser oder Inhalierbad zugegeben. Als Badezusatz eignet sich auch das im Handel erhältliche ätherische Wacholderöl. Ein Dampfbad hilft gegen Erkältung und Bronchitis, fördert das Abhusten und die Schleimbildung.
  • als Tee: Ein Teelöffel Beeren werden zerquetscht und mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen und in kleinen Schlucken trinken.
  • als Sirup: Einhundert Gramm Wacholderbeeren zerquetschen und mit 400 ml kochendem Wasser überbrühen. Das Ganze wird über Nacht stehen gelassen und am nächsten Tag bei langsamem Erhitzen zum Kochen gebracht. Dann durch ein Sieb streichen und nochmals aufkochen. Nach Bedarf kann etwas Zucker oder Honig hinzugefügt werden. Kindern gibt man zwei Teelöffel, Erwachsenen vier Teelöffel pro Tag. Durch seine antibakterielle Wirkung ist er gut bei Husten und Erkältung geeignet, er fördert den Appetit und steigert den Stoffwechsel.
  • als Tinktur: Wacholderbeeren werden in ein verschließbares Gefäß eingefüllt und mit 40%igem Korn oder Branntwein übergossen, bis alle Beeren bedeckt sind. Das Ganze wird verschlossen an einem warmen Ort etwa vier Wochen stehen gelassen und immer wieder durchgeschüttelt. Danach abseihen und in dunkle Fläschchen abfüllen. Tropfenweise eingenommen hilft die Tinktur bei Bronchitis oder nach einer schweren Mahlzeit bei der Verdauung. Äußerlich kann sie bei Rheuma, Gicht oder Gelenkschmerzen auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen und eingerieben werden.
  • pur als Frühjahrskur: Einfach täglich einige Beeren kauen, das regt den Stoffwechsel an und reinigt das Blut.

Gegenanzeigen

Während der Schwangerschaft oder bei Nierenerkrankungen ist die Anwendung der Wacholderbeeren wegen der gewebereizenden Wirkung der enthaltenen Pinene nicht anzuraten. Bei größeren Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, bei Fieber, Herzinsuffizienz oder zu hohem Blutdruck sollte die Anwendung ärztlich abgeklärt werden. Wacholderbeeren sollten nicht länger als sechs Wochen am Stück eingenommen werden, danach ist eine Pause anzuraten, da bei lang dauernder Anwendung oder Überdosierung eine Schädigung der Nieren auftreten kann. Wechselwirkungen mit anderen Heilmitteln sind keine bekannt.

Alternativen zu Wacholder

Kosten zu Wacholder

100 Gramm Wacholderbeeren kosten im Handel etwa 2,20 Euro. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf circa 1,95 Euro. Die Beeren sind nicht nur in Teeläden oder im Internethandel erhältlich, sondern auch im gut sortierten Gewürzregal im Supermarkt.

Daten/Fakten zu Wacholder

Der Gewöhnliche Wacholder mit dem lateinischen Namen Juniperus communis stammt aus der Familie der Zypressengewächse und ist ein immergrüner, mehrjähriger Nadelstrauch oder -baum, der je nach Standort eine Höhe bis zwölf Meter erreichen kann. Die stechenden, nadelförmigen Blätter stehen in dreiblättrigen Quirlen. Die zweihäusigen Blüten sind im April und Mai in einem eiförmigen Beerenzapfen zu sehen. Daraus entwickeln sich im zweiten Jahr die schwarzblauen Wacholderbeeren.
Wacholder kommt in Nord- und Mitteleuropa bis zu den Alpen vor. Er stellt keine besonderen Ansprüche, bevorzugt aber einen sandigen Boden. Der Wacholderstrauch steht unter Naturschutz, seine Beeren hingegen dürfen bedenkenlos gepflückt werden. Er war bereits in der griechischen Antike unter Dioskurides, als auch bei unseren Ahnen sehr geschätzt, wie sein althochdeutscher Name ""Wechelder oder Wechalter", was soviel wie "Lebensfrische oder Wachhalter", verrät. Auch für Räucherungen religiöser oder heilkundlicher Art wurde der Wacholder verwendet. Heute dient er sowohl in der Heilkunde, als Küchengewürz wie auch zur Schnapsherstellung.

Sammelzeit

Die Wacholderbeeren können von Ende August bis Mitte September gesammelt werden. Die Früchte werden zunächst auf natürliche Weise getrocknet und anschließend bei etwa 35 Grad Celsius nachgetrocknet. Lichtgeschützt und gut verschlossen aufbewahren. Die Nadeln, das Holz und die Wurzel können von April bis August geerntet werden.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Harz, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Zucker, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin C.

Links zu Wacholder

Kleine Warenkunde – Wacholderbeeren
http://www.essen-und-trinken.de/wacholder-kleine-warenkunde-1015682.html

Wacholderbeeren – Rezepte
http://www.chefkoch.de/rs/s0/wacholderbeeren/Rezepte.html

Kräuter-Vielfalt – Wacholderbeeren kauen
http://www.kraeuter-vielfalt-franken.de/aktuelleinfos/750.Unsere_Pflanze_des_Monats_-_Dezember_.html

Autor: Funk, Silke13.10.2016

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