Alant

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Methode zu Alant

Der Alant, der im Volksmund auch Brustalant, Darmwurz, Großer Heinrich oder Helenenkraut genannt wird, hat sein Hauptanwendungsgebiet bei Erkrankungen der unteren Atemwege und bei Husten. Durch seine ätherischen Öle wirkt er schleimlösend, das Abhusten wird erleichtert und der krampfhafte Hustenreiz gemildert. Seine entzündungshemmende und antiseptische Wirkstoff-Kombination macht ihn ebenso zu einem guten Wundheilmittel und zum Regulator bei Verdauungsschwäche und Stoffwechselbeschwerden.

Wirkung

  • auswurffördernd, schleimlösend
  • bronchienerweiternd
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell, antimykotisch, antiseptisch
  • krampflösend
  • schweißtreibend
  • wurmtreibend
  • verdauungsfördernd
  • stoffwechselfördernd
  • blutreinigend.

Anwendung

  • Atemwegserkrankungen: Husten, Asthma, Atemnot, Bronchitis, Mandelentzündung, Brustschmerzen, Keuchhusten, begleitend bei Lungenentzündung, Reizhusten, Verschleimung
  • Verdauungsbeschwerden: Verdauungsschwäche, Magenschwäche, Krämpfe, Durchfall, Gallebeschwerden, Darmentzündung, Blähungen, Brechmittel (in größeren Mengen)
  • Hauterkrankungen: Ekzeme, schlecht heilende Wunden, Flechten, Geschwüre, Juckreiz, Hautunreinheiten, Muskelzerrungen
  • Wurmbefall
  • Zuckerersatz für Diabetiker.

Anwendungsarten

  • Als Tee: Ein Teelöffel fein geschnittene und getrocknete Alantwurzel wird mit 200 ml kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen. Abseihen und in kleinen Schlucken trinken, ein bis drei Tassen täglich.
  • Als Rohkost: Etwa eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit wird ein Stückchen frische Alantwurzel gekaut. Dadurch werden die Verdauungssaftproduktion und der Appetit angeregt; auch sehr gut für Kinder geeignet.
  • Als Tinktur: Klein geschnittene Alantwurzel in ein verschließbares Gefäß geben und mit Doppelkorn oder Weingeist auffüllen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Die Mischung wird sechs Wochen verschlossen ziehen gelassen und anschließend abgeseiht und in dunkle Fläschchen abgefüllt. Von dieser Tinktur können täglich ein- bis dreimal 10-50 Tropfen eingenommen werden. Ist die Mischung zu konzentriert, kann sie mit etwas Wasser verdünnt werden.
  • Als Medizinalwein: Auch hier werden etwa 50 Gramm klein geschnittene Wurzelstückchen in ein großes Schraubglas eingefüllt und mit einem Liter Weißwein übergossen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Dann verschlossen etwa sechs Wochen durchziehen lassen, abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Von diesem Alantwein werden täglich ein bis drei Schnapsgläschen voll getrunken (Verdauung, Erschöpfung, Lungenschwäche).
  • Als Salbe: Frische, gereinigte Alantwurzeln werden klein geschnitten, gekocht und zu einem Brei zerrieben. Dieser wird mit Schweineschmalz vermischt und durch ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch gesiebt. Danach wird die Salbe in einen geeigneten Cremetiegel gefüllt und abgekühlt. Diese Creme, die sich auch mit einer Bienenwachs-Öl-Mischung statt Schweineschmalz herstellen lässt, dient zur äußeren Anwendung bei Hautleiden. Entweder direkt eincremen oder die Salbe dick auf die betroffene Hautstelle auftragen und mit einem Umschlag fixieren.
  • In der Küche: Alant findet sich heute noch in der Likörherstellung und bei der Herstellung von süßen Diabetikerprodukten. Selber zu Hause können die noch weichen Alantblätter vor der Blütezeit von April bis Juli als Zutat für Gemüse und Gemüsesuppen verwendet werden. Die Wurzel kann als süßer Kompott eingelegt oder kleingeschnitten und zwei Stunden gewässert, als Koch-, Back- oder Pfannengemüse verwendet werden.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Allergie auf Korbblütler sollte Alant nicht angewendet werden. Die Einnahme großer Mengen kann bei empfindlichen Menschen zu Erbrechen, Durchfall oder Krämpfen mit Lähmungserscheinungen führen. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt. Wie bei jedem anderen stark wirksamen Mittel ist es jedoch ratsam, nach einer sechswöchigen Anwendung eine Pause einzulegen und ein anderes Mittel mit ähnlicher Heilwirkung zu verwenden.

Alternativen zu Alant

  • Gegen Asthma helfen auch Huflattich, Fenchel, Sonnentau, Holunder, Thymian und Spitzwegerich.
  • Zur Schleimlösung und zum Abhusten empfehlen sich, Eukalyptus, Fenchel, Königskerze, Bibernelle, Liebstöckel, Meerrettich, Spitzwegerich, Süßholzwurzel, Seifenkraut, Andorn, Eibisch, Kiefer, Thymian, Sonnenhut oder Linde.
  • Bei Keuchhusten können Thymian oder Sonnentaukraut helfen.
  • Gegen Bronchitis ist die Anwendung von Bibernelle, Eibisch, Huflattich, Isländisches Moor, Anis, Zwiebel, Vogelknöterich, Süßholz, Taubnesselblüten, Schlüsselblume, Hagebutte, Holunder, Kamille, Linde, Salbei, Seifenkraut, Sonnenhut oder Ysop ratsam.
  • Trockener Reiz- oder Krampfhusten ohne Verschleimung lässt sich mit Andorn, Anis, Sonnentau, Isländischem Moos, Thymian, Huflattich, Dostkraut oder Eibischwurzel lindern.
  • Bei Blähungen können Anis, Kamille, Tausendgüldenkraut, Fenchel, Chili, Thymian, Heidelbeeren, Kalmus, Schafgarbe, Knoblauch, Wacholder oder Wermut gegen die Beschwerden angewendet werden.
  • Darmentzündungen werden mit Alant, Brombeere, Eiche, Kamille oder Holunder gemildert.
  • Verdauungsfördernde Mittel sind Apfel, Kalmus, Pfefferminze, Zwiebel, Bitterklee, Kümmel, Rhabarber, Eiche, Lein, Schafgarbe, Enzian, Meerrettich, Fenchel, Tausendgüldenkraut, Paprika oder Hafer.
  • Gegen Durchfall helfen Bohnenkraut, Eiche, getrocknete Heidelbeere, Süßholz, Brennnessel, Brombeere, Lein, Nelkenwurz, Spitzwegerich, Frauenmantel oder Apfel.
  • Gallenleiden begegnet man mit Artischocke, Leberblümchen, Schöllkraut, Mariendistel, Beifuß, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Odermennig, Bitterklee, Pfefferminze, Hafer, Kamille, Rettich, Wegwarte, Kümmel, Wermut oder Erdrauch.
  • Zur Wundheilung eignen sich auch Andorn, Arnika, Beinwell, Odermennig, Thymian, Eiche, Sanikel, Ringelblumen, Tormentillwurzel, Johanniskraut, Kamille oder Schafgarbe.

Kosten zu Alant

100 Gramm geschnittene und getrocknete Alantwurzel kostet im Handel etwa 2,20 Euro. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 1,90 Euro.

Daten/Fakten zu Alant

Der echte Alant mit dem lateinischen Namen Inula Helenium aus der Familie der Korbblütengewächse stammt ursprünglich aus Asien und wurde schon im Altertum als Heilpflanze und Gewürz verwendet. In der heutigen Zeit wird er in Deutschland, Spanien, Holland, Österreich und dem Balkan gezielt angebaut. Die 80 bis 250 cm hohe mehrjährige Staude besitzt einen runden, längs gerillten und behaarten Stängel. Die wechselständigen, sehr kurz gestielten Blätter sind oval, werden bis 50 cm lang und haben sichtbare Blattadern auf der Unterseite. In der Blütezeit von Juli bis August sind die gelben, bis zu 7 cm großen Korbblüten zu sehen. Die lange Wurzel mit ihrem aromatischen Geruch und bitteren Geschmack, der an Veilchen erinnert, ist außen braun und innen weiß. Der Alant wächst an Bächen, in feuchten Gräben und Ufergebüsch im Halbschatten und bevorzugt einen feuchten Boden. Er wird auch als Zierpflanze im Garten gehalten. Die in der Alantwurzel enthaltene zuckerähnliche Substanz Inulin dient als gut verträgliches Süßungsmittel für Diabetiker.

Sammelzeit

Gesammelt wird die Wurzel von zwei- bis dreijährigen Pflanzen im September bis Oktober und von März bis Mitte April. Die Wurzel der Länge nach aufschneiden und bei etwa 35 Grad Celsius trocknen, dabei vor Insekten, Licht und Feuchtigkeit schützen und in gut schließenden Gefäßen lagern. Eine lange Lagerung senkt die Wirksamkeit der Heilpflanze.

Inhaltsstoffe

Inulin, ätherisches Öl, Helenin, Sterole, Harze, Wachse, Polysaccharide (Pektine).

Links zu Alant

Alant - Pflanzen, Pflege und Vermehrung
http://www.gartendialog.de/gartengestaltung/kraeutergarten/alant-pflege.html

Portrait Alant - Kräutergärtnerei Helenion
http://www.helenion.de/portrait.alant.inula.helenium.php
Autor: Funk, Silke28.06.2016

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