Holunder

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Methode zu Holunder

Um den Holunder, der im Volksmund auch Deutscher Flieder, Hollerbusch, Holder oder Aalhorn genannt wird, ranken sich unzählige Mythen und Legenden. Die alten Germanen beispielsweise waren der Auffassung, der Holunder sei der Lieblingsbaum ihrer Hausgöttin Holla, die uns als Frau Holle aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm bekannt ist.
So gehört es bis heute zum typischen Bild eines Bauernhofes, dass Holunderbüsche auf seinem Grundstück wachsen. Doch nicht nur der Aberglaube veranlasst unsere Vorfahren, vom Holunder reichen Gebrauch zu machen; er galt damals schon als richtiger Medizinschrank gegen Erkältungen, bei Hauterkrankungen, Verdauungsstörungen, zur Beruhigung der Nerven und vielem mehr. Beim Holunderstrauch sind fast alle Teile zu verwenden: Rinde, Blätter, Blüten und Früchte.

Wirkung

  • entzündungshemmend
  • schleimlösend
  • schweißtreibend
  • krampflösend
  • anregend
  • blutreinigend
  • blutstillend
  • harntreibend

Anwendung


Anwendungsarten

  • als Tee: Zwei Esslöffel Holunderblüten oder zwei Teelöffel frische Früchte werden mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und kurz ziehen gelassen, dann abseihen. Täglich können bis zu fünf Tassen des Tees, möglichst heiß, getrunken werden.
  • als Kaltauszug: Ein Esslöffel klein geschnittene Holunderblätter werden mit einem viertel Liter kaltem Wasser angesetzt und etwa acht Stunden ziehen gelassen, dann abseihen und trinken.
  • als Frischsaft: Die frischen Früchte werden mit einer Saftzentrifuge entsaftet. Dieser kann frisch genossen werden oder zu Sirup, Fruchtaufstrichen, Wein, Likör, Sekt oder Essig weiterverarbeitet werden.
  • als Blütencreme: 25 Gramm Bienenwachs in einem Tiegel zum Schmelzen bringen, acht Teelöffel Holunderblüten-Ölauszug und zwei Teelöffel Blütentinktur einrühren. Abseihen und in eine Cremedose einfüllen.

Gegenanzeigen

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen sind keine bekannt. Vorsicht ist jedoch bei unreifen Früchten oder bei reifen, aber rohen Früchten geboten. Diese können bei Verzehr größerer Mengen zuweilen Durchfall und Übelkeit hervorrufen. Gekochte Früchte und die Blüten sind jedoch unbedenklich.

Alternativen zu Holunder

  • Bei Bronchitis können auch Bibernelle, Huflattich, Kamille, Spitzwegerich, Thymian, Weide, Zwiebel, Anis, Isländisches Moos, Kastanienblätter, Ysop, Vogelknöterich, Süßholz, Taubnesselblüten, Schlüsselblume, Eibisch, Fichte, Hagebutteoder Linde empfohlen werden.
  • Fiebersenkende Heilpflanzen sind Apfel, Rote Johannisbeere, Linde, Pfefferminze, Sauerdorn, Thymian, Weide, Ehrenpreis, Enzian, Brunnenkresse oder Esche.
  • Gegen Husten helfen Andorn, Huflattich, Fenchel, Eibisch, Bibernelle, Kiefernnadeln, Süßholz, Spitzwegerich, Thymian, Seifenkraut, Sonnenhut oder Königskerze.
  • Bei Schnupfen können Eisenkraut, Primel, Schafgarbe, Wasserdost, Majoran, Linde, Lein, oder Pfefferminze genommen werden.
  • Als Schweisstreibende Mittel gelten Himbeere, Klette, Weide, Stiefmütterchen, Löwenzahn oder Linde.
  • Bei Rheuma sind Arnika, Beinwell, Brennnessel, Hauhechel, Schafgarbe, Sauerdorn, Salbei, Teufelskralle, Wacholder, Raute, Apfel oder Löwenzahn zu empfehlen.
  • Gicht wird mit Arnika, Schöllkraut, Zwiebel, Brennessel, Löwenzahn, Raute, Salbei, Wacholder oder Beinwell gemildert.
  • Einer nervlichen Erschöpfung kann mit Baldrian, Melisse, Schafgarbe, Chinabaum, Lavendel oder Stiefmütterchen abgeholfen werden.
  • Verdauungsbeschwerden werden mit Enzian, Heidelbeere, Wacholder, Wermut, Kümmel, Knoblauch, Petersilie, Hopfen, Spitzwegerich oder Hafer zum Verschwinden gebracht.

Kosten zu Holunder

  • 100 Gramm gerebelte Holunderblüten zur Teezubereitung kosten im Handel etwa 2,80 €. Bei Abnahme eines ganzen Kilos reduziert sich der Preis pro 100 Gramm auf etwa 2,50 €.
  • 100 Gramm getrocknete ganze Holunderbeerenfrüchte sind im Handel für etwa 2,50 € zu bekommen, als Kilopreis dann pro 100 Gramm für etwa 2,30 €.

Daten/Fakten zu Holunder

Der Schwarze Holunder stammt aus der Pflanzenfamilie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) und wird zu einem drei bis sieben Meter hohen, Laub werfenden, baumartigen Strauch. Die hohlen Äste enthalten ein weißes Mark und eine helle Rinde mit deutlich sichtbaren Korkwarzen. Die Blätter sind unpaarig gefiedert. Blütezeit ist von Juni bis Juli, in denen die weißlichen Blüten mit ihrem intensiven Duft in schirmförmigen Dolden zusammenstehen.
Hieraus wachsen die 6 mm dicken, runden glänzend schwarzen Früchte. Der Holunder benötigt ein kühles Klima und kommt vor allem in Europa und Südwestasien vor. Er benötigt feuchten, lehmigen Boden und Sonne und wächst besonders gerne in der Nähe von Behausungen, in Laub- und Mischwäldern, Auwäldern und Gebüschen.

Sammelzeit

  • Die Blüten: Juni bis Juli
  • Die Blätter: Mai
  • Die Früchte: September bis Oktober
  • Die Rinde: Im Frühling von Februar bis März oder im Herbst von Oktober bis November
  • Die Wurzel: Durchgehend von Februar bis November

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Vitamin C, Cholin, Schleimstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide, Glykoside, Gerbsäure.

Links zu Holunder

Holunder – botanisch gesehen
Holunder – Botanikus

Holunder im eigenen Garten
Holunder: Pflege, Vermehrung und Schnitt

Holunder in der Küche
Schwarzer Holunder – Rezepte
Autor: Funk, Silke27.07.2016

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