Fieber bei Baby und Kind

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Wissen zu Fieber bei Baby & Kind

Fieber ist eine Erhöhung der Körpertemperatur, die normalerweise um die 37 Grad Celsius beträgt und unabhängig von den Umgebungstemperaturen konstant gehalten wird. Ab 38 Grad Celsius wird von Fieber gesprochen, bei Kindern ab 39 Grad Celsius von hohem Fieber. Eine Temperatur bis 38 Grad Celsius wird als erhöhte Temperatur bezeichnet.
Diese Erhöhung der Körpertemperatur ist Ausdruck eines aktiven Immunsystems, mit dessen Hilfe der Körper versucht, Krankheitserreger abzuwehren. Fieber ist also als Immunreaktion zu verstehen, die im Rahmen eines Krankheitsprozesses normal und wichtig ist. Menschen, die etwa bei Infektionen grundsätzlich kein Fieber entwickeln, leiden häufig an einem geschwächten Immunsystem.
Besonders Kinder und darunter vor allem kleine Kinder entwickeln häufig Fieber, denn ihr Körper muss sich mit vielen Krankheitserregern wie Bakterien und Viren auseinandersetzen. Das trainierte Immunsystem Erwachsener dagegen reagiert bei einfachen Infekten nicht mehr mit Fieber und ist gegen viele Erkrankungen wie Kinderkrankheiten bereits immun. Das setzt allerdings die Auseinandersetzung mit dem Krankheitserreger voraus, die oft in den frühen Kinderjahren stattfand.

Ursachen

Eine Reihe von Infektionserregern wie Viren und Bakterien können Fieber auslösen. Gerade bei kleineren Kindern lässt sich häufig jedoch keine klare Ursache ausmachen. Hinter dem Fieber stecken oft banale Erkältungsviren.

Häufige Ursachen von Fieber sind:
Häufig bei Babys ist das sogenannte Dreitagefieber (Exanthema subitum). Betroffene Kinder entwickeln plötzlich hohes Fieber mit 39 bis 40 Grad Celsius. Das Fieber hält drei bis vier Tage lang an, um dann wieder rasch abzuklingen. Dabei entwickeln die Kinder einen blassrosa Hautausschlag, der ebenfalls nach wenigen Tagen abklingt.

Diagnose zu Fieber bei Baby & Kind

Fieber lässt sich nur durch eine Messung der Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer feststellen. Am genauesten ist die Messung im After. Neben Angaben zur Fieberhöhe und dem Auftretungsbeginn werden weitere Informationen benötigt, um festzustellen, mit welcher möglichen Erkrankung das Fieber in Zusammenhang steht.

Weitere Informationen:
  • Häufigkeit der Temperaturmessung und Ergebnisse der Messungen
  • Symptome des Kindes wie Halsschmerzen, Husten, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen
  • Allgemeinzustand des Kindes und Verhalten (Müdigkeit, Schwäche)
  • Appetit und Trinkverhalten des Kindes
  • Angabe von Schmerzen
  • Behandlungen mit Medikamenten, auch Selbstbehandlungen durch die Eltern
  • weitere Erkrankungen in der Familie und Umgebung wie Kindergarten oder Schule.
Der Behandler wird die Körpertemperatur des Kindes erneut messen. Es schließt sich eine genaue körperliche Untersuchung an, auch um bestimmte Ursachen auszuschließen. Von Fall zu Fall sind möglicherweise weitere Untersuchungen wie Urinuntersuchung oder Blutuntersuchung notwendig. Auch Rachenabstriche, Ultraschalluntersuchungen oder seltener Röntgenuntersuchungen können bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen wichtig sein.

Symptome

Fieber kann je nach Ursache mit und ohne Begleitsymptome auftreten.
Kinder mit Fieber weisen häufig Allgemeinsymptome auf wie:
  • vermehrtes Schreien, die Kinder sind besonders "nörgelig"
  • Appetitlosigkeit
  • schwere Glieder, schmerzende Glieder
  • schwerer Kopf, Kopfschmerzen
  • Schnupfen, Halsschmerzen, Husten
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Ein Fieberanstieg ist mit bestimmten Symptomen verbunden:
  • Hände und Füße sind kalt und blass
  • Das Kind fröstelt, friert, hat Schüttelfrost und zeigt Zähneklappern

Fieberabfall macht sich ebenfalls durch bestimmte Symptome bemerkbar:
  • Die Haut ist warm und gerötet
  • Hände und Füße sind warm und feucht
  • Das Kind schwitzt
  • Das Kind hat vermehrten Durst

Fieber kann je nach zugrunde liegender Erkrankung mit weiteren Krankheitszeichen einhergehen. Möglich sind:
  • Schmerzen (Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen)
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Bauchschmerzen (bei kleineren Kindern sehr häufig)
Ganz besonders bei Babys und kleinen Kindern kann es leichter als bei älteren Kindern zu einem Flüssigkeitsverlust kommen, der unbedingt behandelt werden muss.

Wann muss das Kind zum Arzt?

Nicht jedes Auftreten von Fieber ist gefährlich und bedarf der Vorstellung der medizinischen Abklärung. Um so wichtiger ist es, Situationen zu erkennen, die einen Arztbesuch nötig machen:
  • Fieber bei Säuglingen, besonders in einem Alter unter drei Monaten
  • Trinkschwäche und Trinkverweigerung, vor allem bei Säuglingen und Babys
  • Fieber, das länger als drei Tage anhält
  • hohes Fieber um 40 Grad Celsius oder mehr
  • anhaltende Müdigkeit und Schwäche.
Sind Eltern unsicher oder unruhig, ist ebenfalls eine Abklärung des Krankheitszustandes zu empfehlen.

Behandlung zu Fieber bei Baby & Kind

Je nach Ursache sind verschiedene Behandlungen fieberhafter Erkrankungen möglich.

Fiebersenkung
Die Fiebersenkung mit Medikamenten kann bei anhaltend hohem Fieber sinnvoll sein. Da Fieber eine natürliche und nützliche Körperreaktion ist, muss der Nutzen immer gegen das Risiko abgewogen werden. Nicht jedes Fieber muss gleich gesenkt werden. Die Fiebersenkung ist eine rein symptomatische Behandlung, die lediglich das Befinden des Kindes verbessert, nicht jedoch die Erkrankung. Bei Kindern werden häufig die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen eingesetzt. Säuglinge und kleine Kinder erhalten die Medikamente meist in Form von Zäpfchen. Später stehen auch Säfte und Brausetabletten zu Verfügung. Daneben gibt es einige Mittel der Homöopathie (Aconitum, Bella donna) und Naturheilkunde, die Eltern anwenden können. Zwar ist der Nutzen nicht immer belegt, jedoch haben viele Eltern positive Erfahrungen gemacht.

Antibiotika
Bei bakteriellen Erkrankungen, die Ursache des Fiebers sind, kommen möglicherweise Antibiotika zum Einsatz. Diese beeinflussen die Krankheit selbst und sorgen über die Ursachenbekämpfung für eine Fiebersenkung.

Prognose

Fieber verschwindet bei Kindern häufig von allein. Liegt eine behandlungsbedürftige Erkrankung zugrunde, ist in erster Linie die Krankheit an sich zu behandeln. Die Fiebersenkung allein beeinflusst weder die Länge noch den Verlauf der Erkrankung.

Selbsthilfe zu Fieber bei Baby & Kind

Einfache Maßnahmen sind oft schon hilfreich.

Phase des Fieberanstiegs:

Das Kind fröstelt, leidet unter kalten Händen und Füßen. Dem Kind hilft Wärmezufuhr, etwa durch eine warme Decke oder eine Wärmflasche.

Phase des Fieberabfalls:

Dem Kind ist sehr warm, es schwitzt und hat Durst. Entfernen Sie wärmende Decken, sorgen Sie für kühle Raumluft und geben Sie kühle Getränke. Auch Wadenwickel können helfen, die Körpertemperatur zu senken – allerdings nur bei warmen Füßen.

Links zu Fieber bei Baby & Kind

Patientenleitlinie "Fieber bei Kindern"
Wissensnetzwerk evidence.de
Fakultät für Medizin der Privaten Universität Witten/Herdecke gGmbH
Alfred-Herrhausen-Strasse 50
58448 Witten
http://www.patientenleitlinien.de/Fieber bei Baby und Kind
Autor: Hofmann, Julia01.06.2016

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