Krampfadern der Beine

WissenDiagnoseBehandlungSelbsthilfeDaten/FaktenLinks

Wissen zu Krampfadern der Beine (Varizen)

Krampfadern (Varikosis, Varizen) sind häufig sichtbare erweiterte Venen an den Beinen, die für viele nicht nur ein kosmetisches Problem darstellen. Denn auch die Funktion des Bluttransports zum Herzen ist bei so veränderten Venen gestört, was zu Beschwerden führen kann. Gesunde funktionstüchtige Venen transportieren mithilfe der Muskeln das Blut in Richtung Herz. Damit dieses etwa im Stehen nicht in die falsche Richtung fließt, besitzen Venen in Abständen immer wieder Klappen, die den Rückfluss in tiefere Beinabschnitte und damit das Absacken des Blutes verhindern. Bei Krampfadern sind meist oberflächliche Venen eines oder beider Beine betroffen, es können aber auch die tiefen Beinvenen krankhaft erweitert sein. Der Begriff Krampfader hat nichts mit einem Krampf zu tun, er stammt vom Wort "Krummader" ab und bezieht sich auf das häufig geschlängelte Erscheinungbild der krampfaderartig veränderten Vene. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Krampfadern liegt fast immer eine Bindegewebsschwäche zugrunde. Diese kann ererbt, also angeboren sein. Dann kommen in der Familie häufig vermehrt Krampfadern vor. Daneben gibt es Faktoren, die die Erweiterung der Venen zusätzlich fördern. Dazu gehören:
  • Bewegungsmangel: Bei Bewegung fördern die Beinmuskeln den Bluttransport in den Venen.
  • Stehende und sitzende Tätigkeiten: Das Blut versackt in den Venen. Zusätzlich fehlt Bewegung, die den venösen Bluttransport unterstützt.
  • Übergewicht: Es muss mehr Gewebe und Körpermasse mit Blut versorgt werden, das Herzkreislaufsystem ist insgesamt belasteter. Häufig fehlt zusätzlich Bewegung.
  • Schwangerschaft (Hormone): Das Bindegewebe ist weicher und elastischer. Der wachsende Bauch kann auf Venen außerdem Druck ausüben und das Herzkreislaufsystem zusätzlich belasten..
  • seltener Blutgerinnselbildung (Thrombose): Ein Blutgerinnsel verstopft ein Gefäß, sodass sich das Blut unterhalb der Verstopfung staut und benachbarte Venen sich erweitern.

Kommen einige dieser Faktoren zur Bindegewebsschwäche hinzu, halten die Venenwände dem herrschenden Druck im venösen Gefäßsystem der Beine nicht stand und erweitern sich. In der Folge können Venenklappen, die im Venenverlauf immer wieder zwischengeschaltet sind, nicht mehr schließen. Das Blut versackt und erweitert die Venen zu Krampfadern.

Diagnose zu Krampfadern der Beine (Varizen)

Die geschilderten Beschwerden und sichtbaren Venenerweiterungen lassen Krampfadern oft sofort erkennen. Staut sich Flüssigkeit im Gewebe, weil die Funktion der Venen stark eingeschränkt ist, ist dies an geschwollenen Knöcheln erkennbar. Mit einer Ultraschalluntersuchung (Doppler- oder Duplex-Sonografie) kann bestimmt werden, ob die tiefen oder oberflächlichen Beinvenen betroffen und welche Venenklappen nicht mehr funktionstüchtig sind. Darüberhinaus werden die Blutströmungsverhältnisse bestimmt.
Nach Beschwerden und Symptomen ergibt sich das Stadium der Venenerkrankung:
  • Stadium I: Keine Beschwerden
  • Stadium II: Stauungsgefühl, müde, schwere Beine, Wadenkrämpfe
  • Stadium III: Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen (Ödeme), Hautveränderungen, abgeheilte Geschwüre
  • Stadium IV: Offene Beingeschwüre

Symptome

Häufig sind erweiterte Venen schon lange sichtbar, bevor Beschwerden entstehen. Betroffene leiden besonders abends unter schweren müden Beinen und einem Spannungsgefühl nach langem Stehen und Sitzen. Diese Beschwerden bessern sich mit dem Hochlegen der Beine oder bei Bewegung. Bei Hitze treten die Beschwerden verstärkt auf. Nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfe können auftreten. Später entwickeln sich Schwellungen vor allem an den Knöcheln (Ödeme), da sich das Blut in den Venen staut und deshalb Flüssigkeit ins Gewebe gedrückt wird. Im fortgeschrittenem Stadium kommt es zu bräunlichen Hautverfärbungen, da sich der Blutfarbstoff Hämosiderin in der Haut ablagert. Die Haut verändert sich und es kann zu Entzündungen und Ekzemen kommen. Die Veränderungen können von brennenden und stechenden Schmerzen oder Juckreiz begleitet sein. Bei chronischer Stauung in den Beinen verändert sich die Haut pergamentartig, es entstehen offene Geschwüre, die nicht heilen wollen.
Durch den gestörten Bluttransport und die langsame Strömungsge-schwindigkeit des Blutes kann es zur Bildung von Blutgerinnseln kommen, die die Venen verstopfen (Thrombose]. Das Blutgerinnsel kann sich lösen und in den Lungenkreislauf gelangen (Lungenembolie). Im Rahmen der Krampfadererkrankung entstehen leicht Venenentzündungen (Phlebitis] mit Schmerzen und Überwärmung im betroffenen Gebiet.

Behandlung zu Krampfadern der Beine (Varizen)

Je nach Art, Lage und Schweregrad der Krampfadererkrankung kommen verschiedene Behandlungen in Frage. Ziel ist neben der Linderung der Beschwerden, den venösen Blutrückstrom zu verbessern. Zur konservativen Behandlung gehören allgemeine Maßnahmen und das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Allgemeinmaßnahmen
  • Vermeiden langer Tätigkeiten im Sitzen oder im Stehen. Fuß- und Beingymnastik, häufiges Aufstehen und Beinehochlegen reduzieren die Belastung der Venen
  • Massagen regen den Blutrücktransport an
  • Bewegung und Sport entlasten die Venen durch Betätigung der Muskeln ("Muskelpumpe")
  • Kühlung etwa durch kalte Güsse wirkt gefäßverengend und unterstützt den venösen Bluttransport
  • Meiden starker Hitzeeinwirkung etwa durch die Sonne, denn dies erweitert die Venen und verschärft das Problem.

Kompressionsstrümpfe und Kompressionsverbände
Strümpfe aus besonders festem Gewebe oder Verbände sorgen für eine Kompression der Venen, sodass sich der Bluttransport verbessert und sich die Krampfadern nicht verschlimmern. Kompressionsstrümpfe werden dem Bein immer individuell angepasst.
Medikamente können die Symptome verbessern, etwa durch eine kühlende abschwellende Wirkung, verändern jedoch weder Blutrückfluss noch verbessern sie die Krampfadern.

Sklerosierung kleiner Krampfadern
Kleine oberfächliche und kosmetisch störende Krampadern lassen sich veröden. Mit einer sehr dünnen Nadel spritzt der Arzt ein Verödungsmittel in das Gefäß, sodass sich dieses entzündlich verändert und bindegewebig umgebaut wird. Nach der Behandlung ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen wichtig.

Laserbehandlung kleiner Krampfadern: Wie die Sklerosierung ist sie für kleine oberflächliche Krampfadern geeignet.

Operationen
Eine Standardmethode zur Entfernung großer Krampfafern ist das Stripping. Eine krampfaderartig veränderte Stammvene kann über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste oder Kniekehle entfernt werden, sodass die Verbindung zum tiefen Venensystem ausgeschaltet ist. Nach der Operation ist für sechs Wochen ein Kompressionsstrumpf notwendig. Ebenfalls möglich ist eine Laserbehandlung (endovaskuläre Lasertherapie) mit einer Verschweißung der Stammvene.
Bei der Operation nach der Chiva-Methode werden krankhaft veränderte Venenanteile unter Erhalt der Stammvene ausgeschaltet.

Prognose

Konservative Maßnahmen sollen der Verschlimmerung der Krampfader-bildung entgegenwirken, ändern aber an bereits vorhandenen Krampf-adern nichts. Operationen dagegen beseitigen die Ursache der Bluttransportstörung. Ob der verbesserte Blutstom allerdings anhält, hängt davon ab, ob sich erneut Krampfadern bilden. Dann kann eine erneute Operation helfen. Die Risiken der Operationen sind gering. Überschießende Narbenbildungen und Pigmentveränderungen der Haut sind die häufigsten Probleme. Selten sind Nachblutungen, die Verletzung von Hautnerven mit einem meist vorübergehendem Taubheitsgefühl oder Entzündungen, Blutgerinnselbildung mit Verstopfung von Venen (Thrombose) oder Fortleitung des Gerinnsels (Embolie).

Selbsthilfe zu Krampfadern der Beine (Varizen)

Eine Vorbeugung gegen das Entstehen von Krampfadern ist zwar nur begrenzt möglich, dennoch gilt:
  • Sitzen und Stehen ist ungünstig, Gehen und Liegen dagegen günstig. Denn im Sitzen und Stehen herrscht in den Venen ein hoher Druck, die Venen erweitern sich. Beim Gehen sorgen die Muskeln für eine Kompression der Venen ("Muskelpumpe") und im Liegen müssen die Venen nicht gegen die Schwerkraft arbeiten.
  • Kühlung: Kalte Güsse oder ein kaltes Fußbad sorgen dafür, dass sich die Venen zusammenziehen, sodass der Bluttransport verbessert ist. Hitze dagegen sorgt für eine ungünstige Erweiterung der Venen.
Daneben sind einige Sportarten besonders geeignet, um die Venen zu unterstützen, da sie die Beinmuskeln aktivieren:
  • Jogging
  • Walking
  • Wandern
  • Tanzen
  • Schwimmen
  • Fahrradfahren.

Daten/Fakten zu Krampfadern der Beine (Varizen)

Varikosen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Zwischen 50% und 80% der Bevölkerung weisen Venenveränderungen unterschiedlich starker Ausprägung auf. Etwa 25-50% hiervon leiden an einer leichten Varikose, bei etwa 5-15% ist diese bereits fortgeschritten. Frauen sind drei mal so oft von Krampfadern betroffen als Männer. In höherem Alter tritt das Leiden häufiger auf.

Links zu Krampfadern der Beine (Varizen)

Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin
Prof. S. Schellong
Uniklinikum Carl Gustav Carus
Fetscherstraße 74
01307 Dresden
http://www.dga-online.org/

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie
Steigerwaldklinik Burgebrach
Am Eichelberg
96138 Burgebrach
Tel: 09546 - 880 oder - 882 10
http://www.phlebology.de

Deutsche Venen-Liga e.V.
Sonnenstraße 6
56864 Bad Bertrich
Tel: 02674 - 14 48
E-Mail: info@venenliga.de
http://www.venenliga.de/

Deutsche Gesellschaft Venen
Dr.-Carlo-Schmid-Str. 204
90491 Nürnberg
Tel: 0911 - 598 860-0
http://www.dgvenen.de/

Venen-Forum e.V.
Wilhelmsplatz 11
70182 Stuttgart
Tel: 0711 - 210 12 23
http://www.venenforum.de/

Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen e.V.
Deutsche Gefäßliga e.V.
Postfach 4038
69254 Malsch
Tel: 07253 - 262 28
Fax: 07253 - 278 160
http://www.geocities.com/

Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.
Friedrich-Ebert-Ring 38
56068 Koblenz
Tel: 0261 - 309 231
Fax: 0261 - 309 232
E-Mail: info@dgpr.de
http://www.dgpr.de
Autor: Hofmann, Julia27.07.2014

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: