Blutegelbehandlung

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Methode zu Blutegelbehandlung

Mit einer Blutegelbehandlung ist das gezielte Ansetzen von kleinen Tieren, sogenannten Blutegeln, auf die Haut gemeint, die das Blut absaugen. Das mag seltsam klingen, dient aber der Heilung oder Besserung von verschiedenen Erkrankungen und wird bereits seit dem Altertum erfolgreich angewandt.
Der Blutegel gehört zu den Ringelwürmern (Aniliden) und ist hierzulande sehr selten geworden. Für therapeutische Zwecke wird der Blutegel über Apotheken oder Blutegelzuchtanstalten besorgt.  

Wie verläuft die Behandlung?

An welcher Körperstelle der Blutegel aufgesetzt wird, ist abhängig vom Krankheitsbild und ob es sich um ein lokales Problem handelt oder der ganze Körper betroffen ist. Häufig wird der Blutegel unmittelbar an der erkrankten Körperstelle angesetzt. Bei Erkrankungen des gesamten Körpers werden bestimmte Stellen gewählt, die auf den ganzen Körper reflektieren.
Der Blutegel wird auf die Haut gelegt und mit einem Glas sanft fixiert, bis er beißt. Der Biss selbst ist nur selten zu spüren, nur nach dem Biss wird oft ein leichtes Brennen verspürt. Nach 30 bis 90 Minuten Ansaugen fällt der Blutegel meist von allein wieder ab. Ein leichtes Nachbluten sollte nicht verhindert werden, da es sich günstig auf die Ausheilung auswirkt. Es ist meistens nur eine Blutegelbehandlung nötig. Die Blutegeltherapie ist zeitaufwendig und wird heute fast nur in Naturheilpraxen angeboten.

Wirkung einer Blutegelbehandlung

  • Entzündungshemmend
  • Entstauend
  • Krampflösend
  • Entspannend
  • Gerinnungshemmend
  • Blutreinigend
  • Entgiftend
  • Schmerzlindernd.

Wann sind Blutegel einzusetzen?

Die Hauptanwendung liegt bei Stauungen und schlecht fließenden Körperflüssigkeiten wie Blut und Lymphe, etwa bei:
  • Venenentzündungen und Krampfadern
  • Bei Krämpfen, Schmerzen, Verspannungen, Rheuma, Migräne, Schulter-Arm-Syndrom, Arthrose und Arthritis, da auch hier der Fluss der Körperflüssigkeiten gewissermaßen blockiert ist
  • Die Behandlung vermag auch für eine gewisse Zeit das Thromboserisiko zu senken, da der Blutegel durch sein Saugen die Venen-Wände von geronnenen Ablagerungen (Thromben) reinigt  
  • Personen mit „schweren Beinen“ profitieren deutlich. Schwellungen und Wasseransammlungen vermindern sich, was Erleichterung bringt.

Alternativen zu Blutegelbehandlung

Es gibt kaum eine Behandlung, die so viele Wirkungen vereint wie die Behandlung mit einem Blutegel.

Alternativen sind:

  • Entzündungshemmende Medikamente wie etwa Ibuprofen
  • Gerinnungshemmende Substanzen
  • Kräuter wie zum Beispiel Seifenkraut und Kerbel. Krampflösend und entstauend wirken bestimmte Kräutermischungen, Bäder und Massageöle.
Massagen wirken generell entstauend und bringen die Körperflüssigkeiten zum Zirkulieren. Besonders die Lymphdrainage und die Zentrifugalmassage als spezielle Massageformen unterstützen die Lymphfunktion und helfen damit dem Körper, Schlackestoffe und Ablagerungen, die Stauungen mitbewirken, abzutransportieren.
Bei Schmerzen und Stauungen empfiehlt sich allgemein auch, eine sanfte und fließende Bewegung durchzuführen, wie etwa Tai-Chi und Qigong und eine unterstützende Ernährung. Die Vorgehensweise ist individuell mit dem Arzt, Heilpraktiker oder Diätberater zu besprechen.

Kosten zu Blutegelbehandlung

Die Kosten für eine Blutegelbehandlung werden von den Gesetzlichen und Privaten Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Eine Behandlung von ungefähr einer bis zu eineinhalb Stunden kostet zwischen 90.- und 150.- Euro.

Daten/Fakten zu Blutegelbehandlung

Während einer Behandlung nimmt der Blutegel circa 10 Milliliter Blut- und Lymphflüssigkeit auf. Die Bissstelle blutet anschließend noch 40 Milliliter nach.  
2003 wurde die schmerzstillende Wirkung in einer Studie belegt. Es hat sich gezeigt, dass sich mit der Blutegelbehandlung im Vergleich zu antientzündlichen Salben bessere Erfolge einstellten. Von den Wirkstoffen, die beim Saugen des Blutegels freiwerden, sind acht Substanzen in ihrer Wirkung wissenschaftlich bekannt.

Links zu Blutegelbehandlung

Blutegelzuchtanstalt
Blutegelzuchtanstalt ZAUG (Zentrum für Arbeit und Umwelt Giessen)
Autor: Koll, Livia12.10.2015

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