Bluthochdruck

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Wissen zu Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus).

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Erhöhung des Blutdrucks in Körpergefäßen.

Der Druck der Gefäße wird in zwei Messwerten angegeben:
  • Systolischer Wert: Der erste gemessene Druckwert ist der Druck, der während der Anspannung des Herzmuskels entsteht. Der Herzmuskel baut Druck auf, um das Blut in die Gefäße befördern zu können. Der erste Wert ist immer der höhere Druckwert.
  • Diastolischer Wert: Der zweite gemessene Druckwert ist der Druck, der in den Gefäßen herrscht, während der Herzmuskel entspannt ist. In dieser Phase füllen sich die Herzkammern mit Blut, das anschließend in die Gefäße gepumpt wird. Dieser zweite Druckwert ist niedriger als der erste Wert.
Der optimale Blutdruck beträgt 120/80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Als noch normal gelten Werte bis zu 140/90 mmHg. Werte darüber zeigen einen erhöhten Blutdruck an. Chronisch erhöhte Druckwerte verursachen Gefäßschäden und Organschäden. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist erhöht.

  • Von primärem Bluthochdruck wird gesprochen, wenn keine andere Erkrankung für die erhöhten Blutdruckwerte verantwortlich ist.
  • Bei sekundärem Bluthochdruck verursachen andere Erkrankungen etwa der Nieren oder der Schilddrüse den erhöhten Druck.

Ursachen

Die meisten Menschen leiden unter einem primären Bluthochdruck.
Mögliche Ursachen sind:
  • erbliche Veranlagung
  • Übergewicht
  • falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Alkohol im Übermaß
  • Rauchen
Nach Schätzungen leiden über 55 Prozent der Erwachsenen an Bluthochdruck. Frauen vor den Wechseljahren sind seltener betroffen als Männer, holen jedoch mit fortschreitendem Lebensalter auf. Auch Kinder und Jugendliche sind heutzutage immer häufiger betroffen. Ursache ist vor allem der moderne Lebensstil.

Diagnose zu Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus).

Die einfachste und beste Untersuchung zur Diagnose des Bluthochdrucks ist die Blutdruckmessung. Der Blutdruck sollte ab einem Alter von 35 Jahren regelmäßig gemessen werden. Das kann zu Hause, in der Apotheke oder auch in medizinischer Behandlung sein. Frauen lassen ihren Blutdruck meist regelmäßig im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung messen.
Alle Menschen haben ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Herzkreislaufuntersuchung. Ist der Blutdruck erhöht, empfehlen sich Wiederholungsmessungen sowie eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden. Dabei wird ein kleines Gerät mitgeführt.
Zur Untersuchung des Bluthochdrucks gehören auch eine Urinuntersuchung und eine Blutuntersuchung, die Hinweise auf Stoffwechselstörungen und Organerkrankungen geben können.
Eine Elektrokardiografie (EKG) lässt eine Beurteilung der Herzfunktion zu. Um Ursachen oder Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks zu erkennen, können weiterführende Untersuchungen des Herzens, der Nieren und der Gefäße wichtig werden.

Symptome

Häufig bleibt Bluthochdruck lange Zeit beschwerdefrei. Entwickeln sich Beschwerden, werden diese häufig anderen Ursachen wie bestehendem Stress oder den Wechseljahren zugeschrieben. Mögliche Beschwerden sind:
Kommt es aufgrund des Bluthochdrucks zu organischen Folgeerkrankungen durch Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), machen sie sich durch weitere Beschwerden bemerkbar. Diese hängen von der Art der Erkrankung ab.

Behandlung zu Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus).

Die Behandlung des Bluthochdrucks ist durch Veränderungen der Lebensweise und durch Einnahme von Medikamenten möglich. Nur geringe Blutdruckerhöhungen lassen sich oft bereits mit allgemeinen Maßnahmen einer gesünderen Lebensweise in den Griff bekommen.

Wichtig sind:
  • Gewichtsreduktion
  • Bewegung
  • Rauchstopp
  • Alkohol in Maßen
  • Entspannung und Stressreduktion (Erlernen von Entspannungsübungen)
  • Ernährungsumstellung mit weniger Kochsalz, weniger Fleisch und Fett, viel Obst und Gemüse
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Blutdruck zu senken, ist der Blutdruck stärker erhöht oder bestehen bereits Folgeerkrankungen, ist zusätzlich oft eine medikamentöse Behandlung nötig.

Eine Vielzahl von Medikamenten sowie deren Kombination sind wirksam:
  • Diuretika
  • Betablocker
  • Kalziumantagonisten
  • ACE-Hemmer
  • AT-1-Rezeptorblocker
  • Reninantagonisten.

Prognose

Die frühe Erkennung und Behandlung des Bluthochdrucks schützt vor Folgeerkrankungen an Gefäßen und Organen. Denn der Bluthochdruck führt langfristig zur Gefäßverkalkung (Arteriosklerose).

Vielfältige Erkrankungen sind möglich, am häufigsten sind jedoch
  • Herzschäden und Herzinfarkt,
  • Schlaganfall,
  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz),
  • Augenerkrankungen, möglicherweise bis hin zum Sehverlust.

Selbsthilfe zu Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus).

Blutdruckselbstmessung

Die Blutdruckmessung ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnose, aber auch zur Langzeitkontrolle des Blutdrucks. Bei erhöhtem Blutdruck empfiehlt sich deshalb die Selbstmessung zu Hause. Heutige handelsübliche Messgeräte sind einfach zu handhaben. Wer die gemessenen Werte und Handlungen oder Ereignisse vor dem Messvorgang notiert, liefert auch dem Arzt möglicherweise wichtige Hinweise zu seinem Bluthochdruck.

Bewegung

Bewegung und Sport sind für Bluthochdruckpatienten besonders wichtig. Geeignet sind insbesondere Ausdauersportarten wie Walking, Fahrradfahren, Schwimmen oder Jogging. Bewegung ergänzt eine Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion als weitere wichtige Maßnahme der Bluthochdruckbekämpfung optimal.

Ernährung

Besonders gesund ist die Mittelmeerküche bzw. mediterrane Diät:
  • pflanzliche Lebensmittel und Produkte
  • wenig rotes Fleisch, mehr Geflügel
  • Fisch
  • fettarme Milch und Milchprodukte
  • Öle und Fette mit einem hohen Anteil langkettiger ungesättigter Fettsäuren (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl)
  • Beschränkung des Salzkonsums (stattdessen Gewürze und Kräuter)
  • weniger Süßigkeiten
  • weniger Alkohol
Bewegung und Ernährung sollen zu einem Normalgewicht führen und helfen, dieses zu erhalten.

Rauchverzicht

Verschiedene Methoden sind wirksam. Lassen Sie sich beraten.

Daten/Fakten zu Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus).

  • Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen.
  • Herzkreislaufkrankheiten sind für die meisten Todesfälle verantwortlich.
  • Nur jeder Zweite von Bluthochdruck Betroffene weiß auch davon.
  • Nur 20 Prozent aller Menschen mit Bluthochdruck lassen sich behandeln.
  • Nur etwa fünf Prozent der behandelten Bluthochdruckpatienten weisen einen gut kontrollierten Blutdruck auf.
Die Zahlen zeigen, dass ein eigentlich gut beherrschbares Krankheitsbild viel zu selten behandelt wird. Viele der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Herzkreislauferkrankungen ließen sich vermeiden, wenn der Blutdruck langfristig eingestellt würde.

Links zu Bluthochdruck (Hypertonie, Hypertonus).

Deutsche Hochdruckliga e. V. (DHL)
Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Deutsches Kompetenzzentrum Bluthochdruck
Berliner Strasse 46
69120 Heidelberg
Tel: 06221 - 411 774
Fax: 06221 - 402 274
E-Mail: info@hochdruckliga.de
http://www.ihochdruckliga.de


Deutsche Herzstiftung e. V.
Vogtstraße 50
60322 Frankfurt
Tel: 069 955 128-0
Fax: 069 - 955 128-313
E-Mail: info@herzstiftung.de
http://www.herzstiftung.de
Autor: Hofmann, Julia31.03.2016

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