Tinnitusbehandlung

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Methode zu Tinnitusbehandlung

Tinnitus aurium, „das Klingeln der Ohren“ ist eine Wahrnehmung von Geräuschen, die es objektiv nicht gibt. Grundsätzlich wird akuter und chronischer Tinnitus unterschieden. Die Therapie für akuten Tinnitus ist nur innerhalb der ersten sechs Monate nach Auftreten des Tinnitus möglich. Ziel ist die Verbesserung oder Reparatur von geschädigten Zellen im Innenohr. Ein Tinnitus in der Akutphase kann zum Teil auch ohne Behandlung schwächer werden oder ganz verschwinden.

Möglichkeiten zur Behandlung bei akutem Tinnitus

Infusionstherapie

  • Dauer in der Regel zehn Tage
  • Cortison als Kurzzeittherapie
  • Arzneimittel, die die Durchblutung fördern.

Therapie mit Tabletten

  • Ebenfalls durchblutungsfördernde Mittel, die oral eingenommen werden
  • Kalziumhemmende Mittel für die Nervenzellen
  • Entwässerungsmittel
  • Glutamathemmer
  • Sowie muskelentspannende Mittel.

Alternative Sauerstofftherapie

auch Druckkammer-Therapie genannt, besonders bei Hörsturz:
  • In einer Druckkammer wird bei Überdruck reiner Sauerstoff eingeatmet. Die erhöhte Versorgung mit O2 führt zur Erholung von geschädigten Zellen.

Wie sieht die Therapie beim chronischen Tinnitus aus?

Nach sechs bis zwölf Monaten Ohrgeräuschbelastung wird ein Tinnitus als chronisch bezeichnet. Die Therapie ist fordernder als beim akuten Tinnitus. Bisher gibt es keine bestätigte Heilmethode für den chronischen Verlauf. Angewendet werden kann die Tinnitus-Retrainings-Therapie (Tinnitusbewältigung):
  • Betroffene müssen lernen, den Tinnitus und damit verbundene chronische Ohrgeräusche zu akzeptieren. Das menschliche Gehirn vermag allerdings mithilfe erlernter Hörmuster wichtige von unwichtigen Geräuschen und Signalen zu filtern.
  • Das Behandlungsziel bei chronischem Tinnitus ist daher, durch ein Training die Wahrnehmungsschwelle störender Geräusche zu senken, ähnlich wie dies bei dauerhaftem Straßenlärm auch geschieht.
  • Trainingsangebote kommen zum Beispiel aus der Hypnotherapie: Suggestionen helfen, Störgeräusche bewusst auszublenden.

Wie ist nach der Therapie fortzufahren?

  • Stress vermeiden, reduzieren oder behandeln
  • Hohe Lautstärken und Lärmbelastung meiden
  • Akustische Ablenkung durch Hintergrundmusik nutzen
  • Psychologische Hilfe und Selbsthilfegruppen in Anspruch nehmen
  • Koffeinhaltige Getränke meiden (ohne wissenschaftlichen Nachweis).

Alternativen zu Tinnitusbehandlung

Stressreduktion ist zum Beispiel über Entspannungstechniken erlernbar. Selbstexploration, etwa über eine Analytische Psychotherapie, kann ebenfalls sinnvoll sein.

Weitere, zum Teil umstrittene alternative Behandlungsmethoden bei chronischem Tinnitus sind:
  • Klangtherapie
  • Low-Level-Lasertherapie
  • Stellatum-Blockade zur Erweiterung der Blutgefäße in Kopf und Hals
  • Zeileis-Methode  
  • Neuraltherapie (behandelt „Störfelder“)
  • Kieferkorrektions-Therapie.

Kosten zu Tinnitusbehandlung

Die Kosten für alternative Behandlungsformen sind häufig selbst zu tragen. Die schulmedizinischen Behandlungen werden von den Kassen übernommen, ebenso das Training, nicht an den Tinnitus zu denken und ihn so auszublenden. Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel eine Gruppentherapie und die Arztkosten komplett und 90 % der Kosten für die physikalische Therapie. Es muss ein Antrag gestellt werden.

Daten/Fakten zu Tinnitusbehandlung

Die Macht der Gedanken

Eine Studie aus dem Jahr 2006 misst der Erwartungshaltung des Hilfesuchenden eine entscheidende Rolle zu. Erwartet er oder sie einen Erfolg, pflegt in sich also gleichermaßen eine optimistische Grundhaltung dem Leben gegenüber, führt dies häufig erwiesenermaßen zu besseren Therapieresultaten. Dies wurde speziell bei der Durchführung der hyperbaren Sauerstofftherapie untersucht.

Links zu Tinnitusbehandlung

Tinnitus-Forum

Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft e. V. zum Thema Tinnitus
http://www.musiktherapie.de
Autor: Koll, Livia01.01.2016

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