Lichttherapie

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Methode zu Lichttherapie

Bei einer Lichttherapie wird der Mensch hellem Kunstlicht ausgesetzt, das dem Tages- und Sonnenlicht ähnlich ist. Haut- und Augen-schädigende Anteile des Lichts wie Infrarot- (IR) oder Ultraviolett- (UV) Strahlung wurden zuvor herausgefiltert. Durch die Methode sollen ein Lichtmangel und im Besonderen seine Folgen, wie etwa Energielosigkeit und Erschöpfung, ausgeglichen werden. Durch die künstliche Lichtzufuhr wird die Serotoninproduktion (wachmachendes Hormon) angeregt. In der Folge stellen sich Wachheit, Wohlgefühl und Leistungsfähigkeit ein. Gleichzeitig wird das schlaffördernde Hormon Melatonin ausgeglichen, das bei Dunkelheit gebildet wird.
Die Methode ist zur Behandlung verschiedener Beeinträchtigungen, meist psychischer oder psychosomatischer Natur, wissenschaftlich anerkannt. Es werden leichte bis schwere Depressionen und damit einhergehende Schlafstörungen behandelt. Auch Hautprobleme wie etwa Neurodermitis und Schuppenflechte können behandelt werden, ebenso Probleme, die durch Nachtarbeit oder Zeitverschiebung entstehen.

Anwendung der Lichtdusche

Während der Lichttherapie, auch Lichtdusche genannt, wird aus circa ein bis zwei Metern Entfernung, überwiegend indirekt, in die Lichtquelle geschaut. Das Licht muss aber die Netzhaut erreichen. Angemessen für eine solche Behandlung ist eine Dauer von 20 bis 60 Minuten und die beste Zeit dafür ist vormittags.
Nach durchschnittlich vier bis fünf Tagen täglicher, einmaliger Anwendung machen sich in der Regel erste Veränderungen bemerkbar. Ist dies nicht der Fall, kann die Anwendung so lange fortgeführt werden, bis Besserung eintritt. Dies ist von Mitte Herbst bis Ende Winter auch vorbeugend als tägliche Lichtdosis empfehlenswert.

Hintergrund

Zuerst erprobten Krankenhäuser und Arztpraxen die ersten, zunächst sehr großen Geräte als Lichtduschen, die überwiegend bei den hierzulande typischen Winterdepressionen angewendet wurden. Dann kamen die kleineren Geräte auf den Markt, mit denen heute bequem von zuhause lichtgeduscht werden kann. Einige Firmen haben die Lichtduschen auch für sich entdeckt und stellen am Arbeitsplatz extra dafür entworfene Geräte auf.

Für wen ist die Lichttherapie geeignet?

Grundsätzlich ist die Lichtdusche für alle geeignet, die unter Energiemangel und Müdigkeit leiden, was besonders häufig auch Frauen und ältere Menschen betrifft, als auch solche, die zu Nacht- und Schichtarbeit gezwungen sind oder ständig in geschlossenen Räumen arbeiten. Kinder können auch lichtduschen, es sei denn, es bestehen Gegenanzeigen, wie etwa bestimmte Erkrankungen, für die der Hautarzt zuständig ist.

Gegenanzeigen

Nicht anzuwenden ist die Lichtdusche bei manisch-depressiven Erkrankungen, bei Augenkrankheiten wie dem grauen und grüner Star als auch während der Behandlung mit bestimmten, Lichtempfindlichkeit hervorrufenden Medikamenten.

Alternativen zu Lichttherapie

  • Ähnliche Wirkungen hat bei Depressionen der Schlafentzug als therapeutisches Mittel, einmal die Woche angewendet.
  • Ein Verfahren, das der Lichttherapie ähnlich ist, wird von manchen Fluggesellschaften zur Vorbeugung von Jetlag - Zuständen eingesetzt. Es werden spezielle Hüte angeboten, die über eine Lichtquelle verfügen.
  • Ist aus gesundheitlichen Gründen von einer regelmäßigen Lichttherapie abzuraten, kann nach ärztlicher Klärung auch die Einnahme von Aminosäuren (Tryptophan) helfen.
  • Eine weitere Alternative bei Winterdepressionen ist ein Aufenthalt im Süden, besonders wirksam in der Wüste.

Kosten zu Lichttherapie

  • Fünf bis sechs Sitzungen sind das Minimum und kosten in der Regel 200.- bis 1.000.- Euro. Die Privaten Krankenkassen, Zusatzkassen und Zusatzgenossenschaften erstatten mitunter die Kosten für diese Behandlungsform.
  • Es gibt auch Fälle, in denen Gesetzliche Krankenkassen abhängig von der Indikation die Behandlungskosten übernommen haben.
  • Es kann sinnvoll sein, bei einem Dachverband Unterstützung bei der Kostenerstattung durch die Krankenkasse einzuholen - zum Beispiel dem für Psychiatrie: http://www.psychiatrie.de/dachverband/
  • Die verschiedenen Verbände sind gegründet worden, um eine spezielle gesundheitliche Thematik zu unterstützen.

Daten/Fakten zu Lichttherapie

Besonders wirksam sind Bestrahlungen von 10.000 Lux über eine halbe Stunde. Ebenfalls wirksam, wenn auch sanfter, ist die Bestrahlung mit 2.500 Lux über zwei Stunden. Beide Formen sind gebräuchlich.

Links zu Lichttherapie

Verein für ganzheitliche Gesundheit e. V.
http://www.gesundheitsverband.net/lichttherapie.html

Neurodermitis Erkrankte, die sich für Lichttherapie interessieren, können sich an den Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e. V. wenden: (Selbsthilfeorganisation für Neurodermitis-, Asthma-, Allergie-, Vitiligo- und Psoriasiskranke)
Oberstrasse 171
56154 Boppard
Tel: 06742 - 871 30
Fax:  06742 - 871 320
E-Mail: info@neurodermitis.net
http://www.neurodermitis.net

Urlaub in der Wüste
Alternativ zur Lichttherapie kann man sich bei Depressionen und Burnout auch in die Wüste begeben, wo die Lichtintensität besonders hoch ist, und kann dort im ganzheitlich unterstützenden Umfeld, Meditation oder Yoga erlernen, die ebenfalls positive Affekte auf Körper und Seele ausüben. Weiterführende Infos (Urlaub in der Wüste).
Autor: Koll, Livia10.11.2015

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