Winterdepression

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Wissen zu Winterdepression

Als Winterdepression wird eine saisonal abhängige Depression (SAD) bezeichnet, die regelmäßig jedes Jahr in den Wintermonaten zwischen September und April auftritt. Die abgeschwächte Form der Depression wird auch Winter-Blues genannt. Ursache ist der Mangel an Licht. Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Unausgeglichenheit, Tagesmüdigkeit und übermäßige Traurigkeit können Symptome der Depression sein. Daneben kann es zur Appetitsteigerung kommen. Besonders Heißhunger auf Süßes und Fettiges begleitet die Depression. Das Schlafbedürfnis ist erhöht und das morgendliche Aufstehen fällt schwer. Nicht selten mögen Betroffene kaum noch das Haus verlassen und vernachlässigen Beziehungen zu Freunden und Bekannten. Diese Symptome der Depression gehen über das hinaus, was die meisten von uns kennen: Vorübergehende trübe Stimmung bei trübem Wetter.


Nach Schätzungen in ein Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen, wobei die Erkrankungszahlen nicht gesichert sind. Besonders jüngere Frauen leiden unter der Depression, jedoch kann sie Menschen jeder Alterklasse (auch Kinder und Jugendliche) betreffen. Bedingt durch erhöhte Sonneneinstrahlung und längere Tage erkranken Menschen in südlichen Ländern seltener als jene in nördlichen Ländern.

Ursache
Die Ursachen der saisonal auftretenden Depression sind nicht vollständig bekannt. Man nimmt an, dass das mangelnde Tageslicht eine Rolle spielt. Dies erklärt auch das Fehlen der Krankheit in südlichen Länder. Durch die mangelnde UV-Einstrahlung verändern sich chemische Prozesse im Gehirn und der Hirnstoffwechsel. Serotonin, auch bekannt als Glückshormon, nimmt ab, das Hormon Melatonin steigt an. Daneben spielt wahrscheinlich eine erbliche Veranlagung eine Rolle.

Diagnose zu Winterdepression

Erste Hinweise ergeben sich für den Arzt aus dem Bericht über die jährlich zur Winterzeit vorkommende Veränderung der Stimmung. Die Symptome beginnen zwischen September und November und lassen zwischen Februar und April wieder nach oder verschwinden ganz. Die Beschwerden traten bereits in drei Kalenderjahren auf, mindestens zwei Episoden der Krankheit traten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf. Die Unterscheidung zwischen echter Winterdepression und trüber Stimmung kann der Facharzt, der Psychiater oder Psychotherapeut, treffen. Einer körperlichen Untersuchung folgen möglicherweise eine neurologische und internistische Untersuchung und gegebenenfalls Blutuntersuchungen, um andere Ursachen der Symptome auszuschließen. Bestimmte Tests erlauben es, eine Depression sowie deren Schweregrad festzustellen.

Symptome
Sympome der Winterdepression sind:
  • Gedrückte Stimmung
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis mit Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
  • Morgentief: Erschwertes Aufstehen und schlechte Stimmung am Morgen
  • Energie- und Antriebslosigkeit
  • Erhöhter Appetit auf kohlenhydratreiche und fettreiche Nahrungsmittel
  • Unruhe, Konzentrationsstörungen und Denkstörungen
  • Rückzug, Vernachlässigung sozialer Kontakte
  • mangelndes sexuelles Interesse
  • Gedanken an Tod, Selbsttötung (Suizid)

Der Arzt muss zwischen echter Depression und getrüber Stimmung unterscheiden. Die Depression kann in verschiedenen Schweregraden auftreten.

Behandlung zu Winterdepression

Menschen mit Winterdepression (SAD) profitieren häufig von einer Lichttherapie. Helles weißes Licht soll den Tag künstlich verlängern und die Beschwerden verbessern, indem es die innere Uhr des Betroffenen beeinflusst. Reicht die über zwei Wochen lang tägliche Lichtbehandlung mit einem Lichtgerät (mindestens 2.000 Lux Beleuchtungsstärke) nicht aus, kommen antidepresiv wirksame Medikamemte zum Einsatz.
Dies sind in erster Linie:
  • Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)
und seltener
  • Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer
  • Trizyklische Antidepressiva

Unterstützend kann eine Psychotherapie, besonders auch eine kognitive Verhaltenstherapie wirken.

Prognose
Ist die Erkrankung bekannt, kann häufig bereits mit der Lichttherapie ausreichend geholfen werden. Mit Beginn der ersten Symptome kann die Behandlung begonnen werden. Ist die Lichttbehandlung nicht ausreichend wirkam und die Erkrankung tritt jährlich erneut auf, kann auch eine medikamentöse Dauerbehandlung helfen. Nach dem Abklingen der Beschwerden im Frühjahr kann es auch zu einer überdurchschnittlich gehobenen (manischen) Stimmungslage kommen. Daneben gibt es Erkrankungsmischformen wie die manisch-depressive Erkrankung, bei denn saisonal auftretende Depressionen im Winter vorkommen. Dies erfordert dann eine umfassendere Behandlung.

Selbsthilfe zu Winterdepression

Da der Mangel an natürlichem Tageslicht und die damit verbundene verminderte Lichtintensität im Winter als Auslöser gelten, kann die Lichttherapie Menschen mit saisonal auftretender Depression (SAD) helfen. Licht kann mithilfe von Lichtgeräten auf den Patienten einwirken. Hilfreich ist es aber auch, sich bewusst dem Tageslicht auszusetzen:
  • Häufigerer Aufenthalt im Freien etwa durch regelmäßige Spaziergänge
  • Ausreichende Bewegung etwa durch Ausdauersport
  • Gesunde Ernährung
  • Kontaktpflege zu Familie, Freunden und Bekannten







Links zu Winterdepression

Surfino Technologie GmbH
Humboldtstraße 25
02625 Bautzen
http://www.fit-im-winter.de/licht-gegen-winterdepression

Pfizer Deutschland GmbH
Linkstraße 10
10785 Berlin
http://www.depressions-sprechstunde.de/Depression-Lichttherapie

Arnd Koslowski
Mozartstr. 26
65551 Limburg
Grundlagen der Lichttherapie
Autor: Hofmann, Julia23.12.2011

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