Schuppenflechte (Psoriasis)

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Wissen zu Schuppenflechte (Psoriasis)

Schuppenflechte oder lateinisch Psoriasis, ist eine Hauterkrankung mit geröteter Haut und Schuppenbildung. Schuppenflechte verläuft chronisch und ist nicht ansteckend. Die Erscheinungsformen der Krankheit sind unterschiedlich und auch die Ausprägung kann so gering sein, dass der Betroffene nichts von ihr weiß, aber auch so schwer, dass sich Betroffene zurückziehen und stark eingeschränkt sind. Insbesondere die Umwelt reagiert aufgrund des unästhetischen Erscheinungsbilds der Haut mit Ablehnung, sofern diese nicht von Kleidung bedeckt ist. Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig jedoch in der Pubertät und im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Es sind Männer wie Frauen betroffen.

Ursachen
Bei der Schuppenflechte spielt eine erbliche Veranlagung eine Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass man zwangsläufig eine Schuppenflechte entwickelt, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist oder umgekehrt, dass ein Familienmitgleid erkrankt ist, wenn man selbst eine Schuppenflechte entwickelt. Denn die Erbanlage reicht nicht aus, damit die Schuppenflechte zur Ausprägung kommt. Weitere Faktoren treten hinzu:
  • Stress, Psyche
  • Medikamente, Alkohol
  • Erkranungen wie Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Hormonveränderungen
  • andere Umwelteinflüsse
Alle Faktoren kommen als Auslöser der Krankheit in Frage. In den Hautzellen lassen sich Eiweiße nachweisen, die entzündungsfördernd wirken. Dass außer der Vererbung noch weitere Faktoren bedeutsam sein müssen, erklärt sich auch aus der Tatsache, dass das Hautbild Betroffener mal besser und mal schlechter ist.



Diagnose zu Schuppenflechte (Psoriasis)

Besonders in der Anfangsphase der Hautkrankheit kann die Diagnose schwierig sein, während chronische stärker ausgeprägte Erkrankungen oft leicht zu erkennen sind. Verwechlungen mit Pilzerkrankungen, Ekzemen oder anderen Hautkrankheiten kommen häufiger vor. Es gibt aber charkakteristische Hautreaktionen und Untersuchungsbefunde, die auf eine Schuppenflechte hindeuten:
  • Kerzenfleckphänomen: Kratzen am Psoriasisherd lässt die Schuppen hell wie Kerzenwachs erscheinen..
  • Letztes Häutchen: Unter der Schuppenschicht befindet sich ein dünnes letztes Häutchen
  • Blutiger Tau: Entfernt man das letzte Häutchen, entstehen punktförmige Blutungen
Besteht dennoch Unsicherheit, kann der Arzt eine Hautgewebeprobe (Biopsie) nehmen und Diese feinmikroskopisch untersuchen lassen.
Daneben kann es im Rahmen der Krankheit zu Gelenkbeschwerden kommen. Die sogenannte Psoriasis-Arthritis zu erkennen, fällt ebenfalls schwer, vor allem, wenn die Gelenkentzündungen vor den Hauterscheinungen auftreten oder die Schuppenflechte selbst wenig ausgeprägt ist.

Symptome
Die Schuppenflechte tritt schubartig auf. Häufig sind die Symptome im Frühjahr und Herbst ausgeprägter. Es lassen sich verschiedene Erscheinungsformen der Krankheit unterscheiden:
Psoriasis vulgaris: Die gewöhnliche und am häufigsten vorkommende Form zeigt sich durch Herde an Ellenbogen, Knien, behaartem Kopf und Steißbein. Doch können auch andere Hautstellen betroffen sein.
Psoriasis inversa: Krankheitsherde befinden sich bevorzugt in den Hautfalten etwa der Leiste, des Anogenitalbereichs, der Achseln oder am Bauchnabel.
Psoriasis arthropathica: Meist sind Finger- und Zehengelenke rot, geschwollen und entzündet. Es können aber auch andere Gelenke und der Rücken betroffen sein, was häufig für Verwechslungen mit anderen Krankheiten führt.
Psoriasis pustulosa: Hautbläschen, zum Teil mit Eiter gefüllt, an Füßen, Händen oder am Körper.
Fieber, Krankheitsgefühl können im akuten Schub oder bei ausgeprägter Krankheit hinzukommen.

Die Psoriasis vulgaris lässt sich erkennen durch:
  • rote Fleckenbildung
  • haftende trockene silbrig-glänzende Schuppen
  • begrenzenden roten Saum der betroffenen Areale
  • manchmal auftretenden Juckreiz
Einige Betroffene weisen zudem Nagelveränderungen mit Flecken- und Grübchenbildung auf.






Behandlung zu Schuppenflechte (Psoriasis)

Die Schuppenflechte ist nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Ziel der Behandlung ist, die Geschwindigkeit der Hauterneuerung herabzusetzen, die Entzündung zu bekämpfen und auslösende Faktoren zu beseitigen.
Die örtliche Behandlung der Entzündungsherde ist möglich durch:
  • Entfernung der Schuppen mit harnstoffhaltigen Salben und Bädern
  • Normalisierung der gesteigerten oberen Hautbildung durch Salben, Gels und UBA-/UVB-Lichtbestrahlung
  • Hemmung der Entzündung mit Kortisonsalben
Bei schwerer Schuppenflechte kommen Behandlungen zum Einsatz, die auf den ganzen Körper wirken. Diese greifen am Immunsystem an und wirken auf diese Art gegen die Entzündung und schnelle Hauterneuerung.

Prognose
Da es sich um eine chronisch schubhaft verlaufende Krankheit handelt, sind die meisten Menschen nach dem Beginn der Hautkrankheit immer wieder mit ihr konfrontiert. Allerdings ist die Erkrankung durch frühe und konsequente Behandlung und Pflege meist gut beherrschbar.
Ein Teil der erstmalig Betroffenen entwickelt jedoch anschließend keine Hauterscheinungen mehr, sodass die Krankheit bei ihnen nicht voranschreitet.



Selbsthilfe zu Schuppenflechte (Psoriasis)

Von Schuppenflechte betroffene Menschen sollten auf eine gesunde ballaststoffreiche Ernährung achten und auslösende Faktoren wie zum Beispiel regelmäßigen Alkoholkonsum meiden.

Links zu Schuppenflechte (Psoriasis)

Deutscher Psoriasis Bund e.V.
Seewartenstraße 10
20459 Hamburg
Tel. 0 40/ 22 33 99 0
Fax 0 40/ 22 33 99 22
E-mail: info@psoriasis-bund.de
http://www.psoriasis-bund.de/

Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V. (PSOAG)
Schmitzweg 64
13437 Berlin
Telefon und Fax: 030 / 61 28 30 90
E-Mail: info@psoriasis-selbsthilfe.org
http://www.psoriasis-selbsthilfe.org/

Psoriasis und Haut e.V. (P&H)
Untere Wiesenstr. 17
32120 Hiddenhausen
Telefon 05221/1879709
Telefax 05221/1879784
E-Mail: info@pso-und-haut.de
http://www.pso-und-haut.de/

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
Ubierstr. 20
40223 Düsseldorf
Telefon: (+49 211) 31 28 28
TeleFAX: (+49 211) 31 68 19
Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris

DermIS Dermatology Information System
Universitätsklinikum Heidelberg - Abteilung Klinische Sozialmedizin und
Universitätsklinikum Erlangen - Hautklinik
http://www.dermis.net/Psoriasis vulgaris
Autor: Hofmann, Julia16.12.2011

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