Bauchschmerzen (Chronisch)

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Wissen zu Bauchschmerzen - chronisch

Chronische Bauchschmerzen sind über drei Monate wiederkehrende Bauchschmerzen. Sie können bereits Säuglinge quälen und sich aber auch bei Erwachsenen oder älteren Menschen entwickeln. Ein Großteil der Schmerzen ist funktioneller Natur. Es lassen sich keine organischen Veränderungen etwa im Verdauungsapparat feststellen. Man geht von einer Funktionsstörung des Magen oder Darms aus, die sich anhand der heute möglichen Untersuchungen aber nicht einfach belegen lässt.
Beispiel hierfür ist der häufig auftretende Reizdarm. Betroffene haben oft über längere Zeit annähernd täglich Beschwerden, ohne dass krankhafte organische Veränderungen zugrunde liegen. Chronische Bauchschmerzen sind für Betroffene oft sehr belastend, häufig um so mehr, wenn sich keine offizielle Ursache ausmachen lässt. Dennoch sollten Betroffene wiederkehrende Bauchschmerzen unbedingt abklären lassen.

Ursachen

Die Ursachen für chronische Bauchschmerzen sind sehr vielfältig und unterscheiden sich bei Kindern und Erwachsenen.

Infrage kommen grundsätzlich Erkrankungen von in der Nähe liegenden Organen wie:
  • Magen und Darm
  • Zwerchfell
  • Leber
  • Gallenblase und Gallengänge
  • Milz
  • Bauchspeicheldrüse
  • Harnblase
  • Nieren
  • Gefäße
  • Geschlechtsorgane.
Daneben können aber auch Wirbelsäule, Erkrankungen im Brustraum oder Stoffwechselstörungen chronische Bauchschmerzen verursachen. Säuglinge leiden häufig unter Dreimonatskoliken. Reizdarmsyndrom, Fruchtzuckerunverträglichkeit und Milchzuckerunverträglichkeit, Allergien und Verstopfung kommen bei Erwachsenen und Kindern vor.

Diagnose zu Bauchschmerzen - chronisch

Der Behandler wird den Patienten zu den Beschwerden genau befragen. Wichtig sind für ihn auch Informationen zu Ernährung, Lebensgewohnheiten, Verdauung und Stuhlgang. In der körperlichen Untersuchung hört er den Bauch mit dem Stethoskop ab und achtet auf Darmgeräusche. Zusätzlich tastet er den Bauch ab. Verhärtungen, Schwellungen und Schmerzen können wichtige Hinweise ergeben. Möglicherweise veranlasst er eine Blutuntersuchung. Weitere mögliche Untersuchungen bei Verdacht auf organische Erkrankungen sind Ultraschalluntersuchung (Sonografie), Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT). Eine Bauchspiegelung ermöglicht direkten Einblick in bestimmte Bereiche des Bauches. Bei manchen Patienten sind vielleicht zusätzlich fachärztliche Untersuchungen, wie etwa gynäkologische Untersuchungen oder urologische Untersuchungen nötig.

Symptome

Chronische Bauchschmerzen sind von Patient zu Patient und je nach Störung oder Krankheit ganz verschieden. Der Schmerzcharakter lässt sich oft beschreiben als:
  • ziehend
  • stechend
  • drückend
  • krampfartig beziehungsweise kolikartig.
Schmerzen können sich langsam entwickeln und steigern oder aber bei chronischen Schmerzen jedes Mal erneut plötzlich beginnen. Die Schmerzen können kurzzeitig auftreten, lang anhaltend sein oder immer bestehen.

Behandlung zu Bauchschmerzen - chronisch

Die Behandlung hängt ganz von der Ursache der Schmerzen ab. Lassen sich keine klaren Ursachen der Bauchschmerzen ausmachen, verspricht oft eine Kombination aus verschiedenen Behandlungen den größten Erfolg (multimodale Therapie).

Infrage kommen:

  • Medikamente (Schmerzmittel, krampflösende Medikamente, schmerzlindernde Antidepressiva)
  • örtliche Betäubung
  • Akupunktur
  • Elektrotherapie (Reizstromtherapie, transkutane elektrische Nervenstimulation - TENS)
  • psychologische Therapien
  • Entspannungsverfahren wie autogenes Training, Yoga
  • Biofeedback
  • Ernährungstherapie, Diät.
Unterstützend wirken Bewegung und Sport sowie eine gesunde Lebensweise mit Verzicht auf Nikotin und größere Mengen Alkohol.

Prognose

Die Ursache der Beschwerden, also die zugrundeliegende Erkrankung, bestimmt die Prognose. Chronisch bestehende Schmerzen sind nicht leicht zu behandeln und erfordern möglicherweise eine genaue Diagnostik und Therapie in einem Schmerzzentrum. Eine möglichst individuell ausgearbeitete Schmerztherapie kann die Schmerzen beeinflussen.

Selbsthilfe zu Bauchschmerzen - chronisch

Um der Ursache der chronischen Schmerzen auf die Spur zu kommen, empfiehlt sich häufig das Führen eines Schmerztagebuchs.
Das Tagebuch ist ein Schmerzprotokoll und erfasst:
  • Stärke der Schmerzen im Tagesverlauf
  • Beurteilung des täglichen allgemeinen Wohlbefindens
  • Schlafdauer
  • Beeinflussung der Alltagsaktivitäten durch die Schmerzen
  • Beeinflussung der Stimmung durch die Schmerzen
  • zusätzliche Beschwerden
  • Selbstbeeinflussungsmöglichkeiten der Schmerzen
  • schmerzbezogene Ereignisse.
Manchen Betroffenen empfiehlt sich auch ein Ernährungstagebuch, um Zusammenhänge mit der Ernährung und bestimmten Nahrungsmitteln oder deren Inhaltsstoffen herzustellen.

Links zu Bauchschmerzen - chronisch

Deutsche Schmerzliga e. V.
Adenauerallee 18
61440 Oberursel
Tel: 0700 - 375 375 375
Fax: 0700 - 375 375 38
E-Mail: info@schmerzliga.de
http://www.schmerzliga.de

Schmerztagebuch der Deutschen Schmerzliga e.V.
http://www.schmerzliga.de/dsl/download/Schmerztagebuch.pdf

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS)
DGSS-Geschäftsstelle
Obere Rheingasse 3
56154 Boppard
Tel: 06742 - 800 121
Fax: 06742 - 800 122
E-Mail: info@dgss.org
http://www.dgss.org
Autor: Hofmann, Julia18.03.2016

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