Reizstromtherapie (Niederfrequente Therapie)

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Methode zu Reizstromtherapie (Niederfrequente Therapie)

Die Reizstromtherapie nutzt Stromimpulse zur Stimulation von Nervenfasern und Muskelkontraktionen. Die Wirkung hängt davon ab, wie lange und intensiv diese Stromimpulse einwirken. Das bekannteste bidirektionale Reizstromverfahren nennt sich TENS (Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation).

Wofür werden die Reizströme eingesetzt?

Bidirektionale niederfrequente Ströme dienen zur Muskelstimulation bei:
  • Durchblutungsstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Muskellähmungen
  • Schmerzlinderung
  • Zur Behandlung von Neuralgien  
  • Bei orthopädischen Erkrankungen wie Ischialgien, Arthrosen und Sehnenscheidenentzündungen.
Behandler sind in der Regel Allgemeinärzte, Orthopäden, Sportärzte und Physiotherapeuten.

Was ist vorab zu beachten?

Der Herzschrittmacher ist eine Spezialform der Reizstromtherapie. Er stimuliert im Körper den Herzmuskel. Durch mögliche lebensgefährliche Wechselwirkungen sind Träger eines Herzschrittmachers von einer weiteren Reizstromtherapie ausgenommen.

Wie werden die Reizströme angewendet?

Die Reizströme können diagnostisch und therapeutisch eingesetzt werden. Entsprechend dem therapeutischen Ziel können sie unterschiedlich lange oder intensiv angewendet werden oder auch mit unterschiedlichen Anstiegswinkeln eingesetzt werden.

Therapieformen der Reizstromtherapie:

  • Impulsgalvanisation: Die Impulse dauern circa 30 Millisekunden, dann folgt eine Pause; der Impuls hat eine Dreiecksform; dies wirkt muskelentspannend (detonisierend), durchblutungsfördernd und schmerzstillend
  • Exponentialstromtherapie: ebenfalls Dreieckimpulse, aber mit einem abgeflachten Stromanstieg; Anwendung: bei schlaffen Lähmungen, die eine entzündliche oder verletzungsursächliche Entstehungsgeschichte haben, wie etwa Nervenwurzelschädigungen oder periphere Nervenschädigungen.
  • Schwellstromstimulation: Diese hat eine rhythmisch an- und abschwellende Stromstärke und kann die Muskelmasse und Muskelkraft steigern; Anwendung (auch in Heimbehandlung): bei zurückgebildeten Muskeln nach Krankenhausaufenthalten, aber auch bei Krankheiten, die Muskelschwäche nach sich ziehen.

Was ist generell zur Eigenanwendung zu wissen?

Es gibt viele einfache Reizstromgeräte. Sie verabreichen über die Elektroden an den Händen oder Füßen elektrische Impulse, die Muskelkontraktionen auslösen. Die Trainingsprogramme dieser Geräte arbeiten meist mit mehreren mittleren Impulsen pro Sekunde.
Der Nutzen zum Muskeltraining bei verletzungsbedingter Immobilität gilt als bewiesen. Die Nutzung der Geräte zum Muskelaufbau ist heftig umstritten. Nicht geeignet sind die Geräte zum Abnehmen.

Alternativen zu Reizstromtherapie (Niederfrequente Therapie)

Schmerzpatienten können alternativ zur Reizstromtherapie folgende Therapieformen in Erwägung ziehen:
Welche Form geeignet ist, hängt davon ab, welche Ursachen den Schmerzen zugrunde liegen. Bei psychogenen Schmerzen, ohne körperliche Ursache, können auch Verfahren wie Hypnose oder Kognitive Verhaltenstherapie hilfreich sein. Bei Verspannungen und Muskelschmerzen empfiehlt sich auch die Ultraschalltherapie.

Kosten zu Reizstromtherapie (Niederfrequente Therapie)

Einige Varianten der Reizstromtherapie zählen bei speziellen Schmerzformen zu den Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen. In vielen Fällen werden auch die Kosten für die Miete oder die Anschaffung eines Kleingerätes für den Heimgebrauch von der Krankenkasse erstattet. Auch die Privaten Krankenkassen erstatten in der Regel Anwendungen der Reizstromtherapie.

Daten/Fakten zu Reizstromtherapie (Niederfrequente Therapie)

Reizströme sind erstmals von Walther Nernst, einem Physiker und Chemiker, gegen Ende des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht worden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Reizstromgeräte sehr aktuell. Sie wurden zur Therapie aller möglichen Leiden verkauft. Die Anwendung heute beschränkt sich auf die Bereiche, deren Nutzen anerkannt ist.
Autor: Koll, Livia07.12.2015

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