Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

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Methode zu Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zählt im weiteren Sinne zu den Verhaltenstherapien, wobei aber die Methoden der Verhaltensebene zusätzlich um Methoden der kognitiven Ebene ergänzt wurden. Die Begründer der KVT sind Aaron T. Beck und Albert Ellis. Als Kognition wird der Prozess des Wahrnehmens, Begreifens, Erkennens, Urteilens und Folgerns bezeichnet. Kognition umfasst daher Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen, die in einem Menschen auftauchen.

Die kognitive Verhaltenstherapie untergliedert sich in:
  • die kognitive Therapie (KT) und
  • die Rational Emotive Verhaltenstherapie (REVT).

Die Schwerpunkte der Therapie

  • Das Bewusstmachen der Gedanken, Sichtweisen und Einstellungen
  • Das Überprüfen dieser Kognitionen auf ihre Angemessenheit
  • Das Korrigieren von irrationalen und hinderlichen Überzeugungen
  • Die Übertragung der korrigierten Einstellungen ins reale Verhalten.

Vorgehensweise

  • Zunächst werden die Probleme im Gefühls- und Verhaltensbereich untersucht und nach den ihnen zugrundeliegenden Einstellungen geforscht
  • Arbeitsziele werden gemeinsam entwickelt und eine Vereinbarung über die Art der Zusammenarbeit getroffen
  • Der Therapeut erläutert kurz das Wesentliche der Arbeitsmethode und deren Grundprinzipien
  • Die problematischen Gedanken, Bewertungen und Verhaltensweisen des Betroffenen werden herausgestellt und auf den Wert und die Auswirkungen überprüft, den sie für ihn und seine Beziehungen mit sich bringen
  • Im Hauptteil des Prozesses wird daran gearbeitet, die Einsicht zu gewinnen, dass die bisherigen Einstellungen zum Teil verzerrt, irrational oder unangemessen sind
  • Im darauffolgenden Teil der Therapie kann nun daran gearbeitet werden, alternative und realitätsbezogenere Einstellungen zu gewinnen und diese zu erproben.

Ziel der Therapie

  • Der Mensch soll erfahren, das es größtenteils seine eigenen verzehrten oder stark gefilterten Gedanken und irrationale Annahmen sind, die zu Gefühlen von Angst und Minderwertigkeit führen
  • Daher liegt der Fokus darauf, die Gedanken zu identifizieren, die hinter den Gefühlen stehen und diese zu hinterfragen
  • Alternative, förderliche und angemessenere Gedanken sollen entwickelt werden
  • Gegebenenfalls vorhandener Schmerz soll aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und neu bewertet werden. Daraus resultieren neue Möglichkeiten zur Schmerzbewätigung.
Während in der Therapie nach Ellis die Inhalte der Gedanken nebensächlich sind, sind sie bei Beck von Bedeutung.

Wahrnehmung und Schmerz

Die üblichen Filter in der Wahrnehmung eines Menschen, der Umwelt und sich selbst gegenüber beeinflussen auch die Erfahrung von Schmerz. Eine Schmerzerfahrung hängt neben der Sinnesempfindung auch von der kognitiven Bewertung des Schmerzes ab. Die Bewertung kann den Schmerz in der Wahrnehmung entweder verstärken oder auch vermindern. Es wurde herausgefunden, dass dies sowohl auf Personen ohne organisch fassbare Schmerzursache zutrifft, als auch auf solche, die nachgewiesene körperliche Erkrankungen aufweisen.

Wann ist die Verhaltenstherapie sinnvoll?

Sie ist für alle Altersgruppen geeignet.

Der Therapie-Rahmen

Die Verhaltenstherapie findet als Einzel- oder Gruppentherapie statt. Teilweise können Familienmitglieder miteinbezogen werden, wenn Aussicht auf Erfolg besteht.

Die KVT bei Schmerzpatienten

Die Diagnose

  • Vorhandene medizinische Befunde werden ausgewertet
  • Spezifische Diagnoseinstrumente kommen dazu wie: Schmerzfragebögen oder Schmerztagebücher, Fragebögen zu Schmerzbewertung
  • Befragung von Angehörigen
  • Psychologische Untersuchungen bei Aktivierung der Schmerzregion (Messung des Hautwiderstandes, Messung der Schweißsekretion, Messung der Herzfrequenz und des Blutdrucks).
Der Therapeut untersucht, welche Kognitionen der Betroffene zu seinen Schmerzen hat und wie diese entstanden sind. Die Erkenntnis soll in ihm entstehen, dass der Schmerz durch Denken, Verhalten und Fühlen aktiv verändert werden kann.

Weitere Schritte in der Therapie von Schmerzpatienten

  • Schmerz-Bewältigungstrategien trainieren
  • Lähmende Ängste vor dem Schmerz überwinden
  • Tatsächlich aktiv werden
  • Selbstsicherheit steigern, die bei chronischen Schmerzpatienten wegen des häufig bereits erfolgten Rückzuges oft vermindert ist
  • Abhängigkeit von Schmerzmitteln überwinden
  • Schulung von Angehörigen zur Unterstützung.

Alternativen zu Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Das Erlernen von Entspannungstechniken kann alternativ sinnvoll sein, da das Erfahren von tiefer Entspannung häufig auch zu neuen Perspektiven führt. Über die muskuläre Entspannung können sich teilweise auch negative Denkgewohnheiten lockern und sogar teilweise Schmerzzustände positiv beeinflusst werden. Bei stärkeren Depressionen sollte aber psychotherapeutische und/oder medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Ganzheitliche Trainingssysteme für Körper, Geist und Seele, wie etwa Yoga, Tai-Chi, Qigong oder Feldenkrais sind mitunter empfehlenswert, da sie dazu beitragen, dass Wahrnehmungsprozesse bewusst werden. Auf diese Weise können sie, wie die KTV, zu positiverem Fühlen und Verhalten führen. Zum Teil sind diese Trainingssysteme auch für Schmerzpatienten geeignet.

Kosten zu Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Die Kosten für eine kognitive Verhaltenstherapie werden von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern der Antrag auf eine solche Therapie von einem Gutachter genehmigt wurde und die Therapie von einem zugelassenen Diplom-Psychologen oder Arzt mit Spezialisierung auf Psychotherapie und Kassenzulassung durchgeführt wird. In der Regel wird eine Therapiedauer von bis zu 40 Stunden übernommen. Private Krankenversicherungen übernehmen in aller Regel die Kosten für eine kognitive Verhaltensherapie. Die Anzahl der genehmigten Sitzungen variiert häufig je nach Art des Versicherungsvertrages. Nach Arbeitsunfällen oder anderen Vorfällen mit psychischen Spätwirkungen übernehmen zum Teil Berufsgenossenschaften oder auch Gesetzliche Unfallversicherungen die Kosten für eine kognitive Verhaltenstherapie. Der Therapieanlass muss natürlich in deren Zuständigkeitsbereich fallen. Die Kosten, die Selbstzahlern entstehen, werden nach der Gebührenverordnung der Psychotherapeuten (GOP) in Rechnung gestellt.

Daten/Fakten zu Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Zu den kognitiven Methoden gehören:

  • Modellernen (Lernen durch Beobachten)
  • Sokratischer Dialog  
  • Konstruktive Alternativen entwickeln
  • Training im Ausführen positiver Selbstanweisungen   
  • Vorstellungsübungen zur Problembewältigung.

Zu den verhaltenstherapeutischen Methoden zählen:

  • Die Verhaltensanalyse
  • Rollenspiele zur Vorwegnahme
  • Die Einübung alternativen Verhaltens in Realsituationen
  • Aufgabenstellungen in Schritten
  • Aktivitäten planen und durchführen.

Die Kognitionen beinhalten häufig folgende "Denkfehler":

  • Übergeneralisieren: Nach einem bestimmten Vorfall wird eine allgemeingültige Regel aufgestellt, die einer entfernt ähnlichen, aber neuen Situation ohne Unterscheidung immer wieder überstülpt wird
  • Tunnelblick im Sinne von eingeschränkter Aufmerksamkeit: Jemand kreist permanent um einen bestimmten Aspekt seines gegenwärtigen Lebens. "Wenn ich mit dieser Arbeitsstelle nicht klarkomme, dann ist alles gelaufen! "
  • Willkürliche Schlussfolgerung: Beharren auf einer Schlussfolgerung, ohne sie beweisen zu können
  • Überbewerten bestimmter Informationen mit der Folge einer verfälschten Interpretation des Geschehens; Beispiel: Jemand denkt „keiner mag mich“, obwohl ihn alle, außer eine Person, gegrüßt haben.
  • Gedankenlesen: Annahmen darüber, wie und was die anderen denken, werden geglaubt. Beispiel: "Die anderen denken, ich bin zu dick! "
  • Verallgemeinerung: Aus einer Tatsache wird ein allgemeingültiger Sachverhalt abgeleitet. Beispiel: "Ich bin zu spät gekommen - ich bin sowieso immer Letzter!"
  • Denken in schwarz/weiß: entweder/oder, alles oder nichts (dichotomes Denken)
  • Persönlich nehmen von Ereignissen ohne Grund
  • Maximieren und Minimieren: Negatives Geschehen bekommt mehr Aufmerksamkeit und Wert als positives; untertreiben in Bezug auf Erfolge und positive Ereignisse.
  • Gefühlte Beweise: Gefühlen wird Realitätswert zugesprochen. Beispiel: "Ich fühle mich schlecht, also heißt das, dass ich minderwertig bin!"

Links zu Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Stressbewältigung durch Achtsamkeit - Verband
http://www.mbsr-verband.org/was-ist-mbsr.html
Autor: Koll, Livia03.11.2015

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