Altersbedingte Rückenschmerzen

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Wissen zu Rückenschmerzen - altersbedingt

Alterbedingte Rückenschmerzen sind vor allem die Rückenschmerzen, die auf Verschleiß (Degeneration) beruhen. Wie alle Gewebe im Körper altern auch Knochen, Gelenke, Bandscheiben sowie Bänder und Muskeln.
Nicht nur, dass die Strukturen bereits lange Jahre der Belastung hinter sich haben, auch der Stoffwechsel verändert sich, wenn der Körper altert. Die körpereignen Reparaturmechanismen sind begrenzt und nehmen im Alter ab.
Auch die Knochenmasse sowie Muskelmasse nimmt im Alter ab. Dies vor allem dann, wenn Menschen sich wenig bewegen und keinen Sport treiben. Alle Gewebe verlieren Flüssigkeit und Elastizität. Handelt es sich um normale degenerative Prozesse, müssen aber keine Beschwerden entstehen.

Degenerative Veränderungen beginnen fast immer an den Bandscheiben, deren innerer Kern und äußerer Faseranteil bei jungen Menschen zu einem großen Teil aus Flüssigkeit und elastischem Gewebe bestehen.
Bei vielen Menschen aber ist der Abbauprozess der Bandscheiben beschleunigt, da Übergewicht und Bewegungsarmut dem Knorpel zwischen den Wirbeln, die als Puffer dienen, schaden.
Die Bandscheiben verlieren Flüssigkeit, werden porös, unelastisch und schrumpfen, sodass sich die Wirbelkörper näher kommen und sich Bänder lockern. Dies beeinträchtigt die Stabilität der Wirbelsäule.
Ein Versuch, die Stabilität zu erhalten, besteht im Anbau von Knochenmasse an Wirbelkörpern und Wirbelgelenken. Solche knöchernen Neubildungen und Ausziehungen werden Osteophyten genannt.

Ursachen

Altersbedingte Rückenschmerzen entstehen durch degenerative Veränderungen, die aufgrund verschiedener Faktoren beschleunigt ablaufen können und deshalb häufig früher als nötig auftreten. Diese Faktoren sind:
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Übermäßige und falsche Belastung.
Daneben spielen bei der Entstehung von Rückenschmerzen psychische Faktoren eine Rolle. Wer im übertragenen Sinn schwere Lasten zu tragen hat, entwickelt eher Rückenschmerzen.
Nicht immer stimmen Veränderungen an der Wirbelsäule mit den Beschwerden überein. Es gibt Menschen mit starken Beschwerden, die kaum Veränderungen aufweisen und solche mit starken degenerativen Veränderungen, die keine oder kaum Probleme haben.

Diagnose zu Rückenschmerzen - altersbedingt

In der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt die Haltung der Wirbelsäule und fahndet nach auslösbaren Schmerzen und muskulären Verspannungen. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule und Muskelkraft geben weitere Hinweise auf den Ursprung der Schmerzen.
Eine neurologische Untersuchung mit der Prüfung der Sensibilität und der Reflexe lässt ernsthaften Verschleiß erkennen. Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule werden mit einer Röntgenuntersuchung deutlich, die auch indirekt Hinweise auf den Zustand der Bandscheiben gibt.
Bildgebende Untersuchungsverfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) erlauben auch die Beurteilung von Bandscheiben. Selten müssen andere weitergehende Untersuchungen zur Diagnose herangezogen werden.

Symptome

Beschwerden können akut oder chronisch sein. Typisch sind schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, die sich häufig - jedoch nicht immer - im Liegen verbessern und zu Schonhaltungen führen.
Akute Schmerzen treten plötzlich auf und bestehen nicht länger als sechs Wochen. Längere anhaltende Schmerzen sind subakut und ab einer Dauer von drei Monaten chronisch.
Warnsymptome, die therapeutisch rasch abgeklärt werden müssen, sind:
  • Empfindungsstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Lähmungen
  • Störungen beim Urinlassen oder Stuhlgang.

Behandlung zu Rückenschmerzen - altersbedingt

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Bei Rückenschmerzen ist Schonung in den meisten Fällen zu vermeiden oder sollte allenfalls kurzfristig der Entlastung dienen.
Je nach Schmerzintensität helfen entzündungshemmende Schmerzmittel und muskelentspannende Medikamente (Muskelrelaxantien), bei chronischen Schmerzen auch Medikamente, die im zentralen Nervensystem wirken, wie Antidepressiva und Opioide.
Eine Bewegungstherapie kann aus leichter körperlicher Belastung und Alltagsaktivität bestehen, aber auch aus Krankengymnastik mit speziellen Übungen zur Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur. Physikalische Therapien wie Wärmebehandlung können Betroffenen ebenfalls helfen.
Einige Patienten profitieren von der Elektrostimulation, der Transkutanen Nervenstimulation (TENS).
Ergänzend wirken möglicherweise auch Akupunktur, Yoga, Tai-Chi und Entspannungsverfahren.
Eine Rückenschule ist geeignet, um rückenschonende Bewegungen und Belastungen zu erlernen. Sportliche Aktivität wie Fahrradfahren oder Schwimmen ist zu empfehlen.
Liegen den Rückschmerzen bestimmte Veränderungen der Wirbelsäule oder Verletzungen zugrunde, kommen möglicherweise auch andere Therapieverfahren oder Schonung in Frage.

Prognose

Die Prognose akuter Rückschmerzen ist meist gut, nicht selten verbessern sich die Beschwerden von allein wieder. Dennoch kann nur gezielte Bewegung die Rücken- und Bauchmuskeln stärken und längerfristig Beschwerden entgegen wirken.
Entstehen dauerhafte (chronische) Rückenschmerzen, ist ein gezieltes Eingreifen nötig. Denn chronische Rückenschmerzen sind sehr belastend und schränken Betroffene in ihren Alltagsaktivitäten massiv ein.

Selbsthilfe zu Rückenschmerzen - altersbedingt

Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule lassen sich nicht vermeiden. Wie stark diese Veränderungen ausgeprägt sind und ob Schmerzen entstehen, ist individuell verschieden und hängt von verschiedenen Faktoren ab, die beeinflussbar sind:
  • Körpergewicht
  • Menge der Bewegung
  • Rückenschonendes Verhalten
  • Psychische Faktoren
  • Schmerzwahrnehmung, Schmerzverarbeitung.
Auffällig ist, dass besonders Menschen unter Rückenschmerzen leiden, die noch gar nicht so alt sind, nämlich die Gruppe der 30- bis 50-Jährigen.
Senioren aber leiden seltener unter Rückenschmerzen, obwohl ihr Verschleiß oft ausgeprägter ist. Dies zeigt die mögliche psychische Komponente, die hier eine Rolle spielt.

Daten/Fakten zu Rückenschmerzen - altersbedingt

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung hat schon mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen gehabt, die Mehrzahl häufiger oder etwa jeder Dritte gar regelmäßig.
Rückenschmerzen sind die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche und der häufigste Grund für Krankschreibungen. Meist sind die Ursachen für Rückenschmerzen Bewegungsmangel und Fehlhaltungen, auch Übergewicht spielt eine Rolle. Diese Faktoren fördern auch den Verschleiß der Wirbelsäule, der zu Schmerzen führen kann.

Links zu Rückenschmerzen - altersbedingt

Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.
Postfach 103
27443 Selsingen
Tel: 04284 - 926 99 90
Fax: 04284 - 926 99 91
E-Mail: info@agr-ev.de
http://www.agr-ev.de

Wirbelsäulenliga e.V.
WSL Geschäftsstelle
Widenmayerstr. 29
80538 München
Tel: 089 - 210 969-66
Fax : 089 - 210 969-69
E-Mail: info@wirbelsaeulenliga.de
http://www.wirbelsaeulenliga.de

Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (Deutscher Sportärztebund) e.V.
Geschäftsstelle Anne Engel
Klinik Rotes Kreuz
Königswarter Straße 16
60316 Frankfurt/Main
Tel: 069 - 407 14 12
Fax: 069 - 407 18 59
E-Mail: dgsp@dgsp.de
http://www.dgsp.de




Autor: Hofmann, Julia03.08.2014

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