Tai-Chi

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Methode zu Tai-Chi

Tai-Chi, oder korrekterweise Tai-Chi-Chuan ist die chinesische Kunst der Bewegung und ihre Anfänge reichen etwa 2000 Jahre zurück. Tai-Chi bewirkt eine Körper- und Geistkultivierung, die durch „Meditation in Bewegung“ erreicht wird. Mitunter sind in diesen meditativen Bewegungsabläufen jene zu entdecken, die denen der Tiere ähneln. Sie wurden beobachtet und in ein großes System von Übungen eingeflochten. Es umschließt meistens auch Massage und Ch‘i Kung (als fernöstlichen Kampfsport).
Der Übende führt die einzelnen Bewegungsformen für sich aus und gleichzeitig synchron mit anderen einer Übungsgruppe. Eine Art Choreografie entsteht. Oft stellen die Bewegungen auch den Kampf gegen einen imaginären Gegner dar, woher die Bezeichnung "chinesisches Schattenboxen" stammt, das seltener für das Tai-Chi-Chuan (oft auch Taijiquan geschrieben) verwendet wird.
Die Übungsreihen bestehen aus mehreren Bildern und dauern einige Minuten bis zu eineinhalb Stunden, entsprechend der Anzahl der Bilder.

Grundprinzipien

  • Das Körpergewicht richtig verteilen
  • Den Kopf aufrichten und entspannen
  • Den Rücken gerade und die Brust entspannt halten
  • Das Kreuz lockern
  • Die Schultern und Arme locker hängen lassen
  • Oben und Unten verbinden
  • Innen und Außen harmonisieren
  • Den Fluss in der Bewegung finden
  • Die Kraft der Ruhe in der Bewegung spüren.

Theorie

Chi steht im Chinesischen grundlegend für die Lebensenergie, die durch den Menschen fließt und ihn belebt. Krankheiten entstehen nach chinesischem Konzept dann, wenn dieser Fluss gestört ist.
Tai-Chi wird in China hauptsächlich dazu praktiziert, um die Lebensenergien zu harmonisieren oder wieder in Fluss zu bringen.

Wirkungen des Tai-Chi

Bei regelmäßigem Praktizieren können sich Verspannungen lösen und eine enorme Beweglichkeit kann erreicht werden. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte des Körpers, das Wohlbefinden allgemein und auch die Gefühlslage gestärkt. Viele Menschen sagen, sie kämen sich nach einer Tai-Chi-Stunde vor, als ob sie schwebten und mit einem inneren Lächeln durch das Leben gehen.
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sagt aus, Lebensenergie (Chi) fließe über die Meridiane (bestimmte nicht wissenschaftlich nachweisbare Bahnen) durch den Körper. Über Tai-Chi wird der gesamte Körper über Körperwahrnehmung, fließende Bewegungen, Entspannung und Körperbeherrschung, sowie durch das Kreieren von innerer Harmonie gestärkt.
Durch die Stärkung der Rückenmuskulatur profitiert die Wirbelsäule und beginnende Bandscheibenprobleme lassen sich abmildern. Gleiches gilt für deren Rehabilitation. Entsprechende wissenschaftliche Auswertungen stehen allerdings noch aus. Tai-Chi begünstigt die sich bei der Ausübung einstellende Tiefenatmung und die tänzerischen Bewegungen fördern den Stressabbau.
Bei Arthrose-Erkrankten wurde über das Erlernen von Tai-Chi nachweislich Linderung erzielt. Tai-Chi wird von vielen Behandlern aber auch ohne wissenschaftliche Nachweise geschätzt.

Wie und wo lernen?

Es werden diverse Anfänger-, Aufbau- und Tai-Chi-Lehrer Kurse angeboten. Im Allgemeinen dauert es mindestens 30 Tage stetigen Praktizierens, den Fluss des Tai-Chi als neue Gewohnheit zu etablieren. Kurse liefern ein gutes Umfeld zum Üben, da Lehrer als auch andere Kursteilnehmer gleichzeitig üben und dadurch ein unterstützendes Umfeld aufgebaut wird.

Die Bedeutung der Schriftzeichen

Werden die Schriftzeichen für Tai-Chi wörtlich übersetzt, heisst es „der höchste Balken eines Hauses“. Dieser Balken gibt dem Dach und damit dem ganzen Haus die gewünschte Struktur. Der Begriff Tai-Chi entstammt dem Taoismus, einer Philosophie, die besonders das höherstehende und alles lenkende Prinzip des Universums anschaut und beschreibt. Es wird als eine Art höchstes Naturgesetz gesehen.
Chuan meint „Bewegungskunst“ und so lässt sich insgesamt für diese Kunst der Bewegung die Bedeutung festhalten: „sich im Einklang mit der Natur bewegen“ oder auch „sich natürlich bewegen“.
Die Bewegungsabläufe, auch als Bilder bezeichnet, tragen eigentümliche Namen wie „einfache Peitsche“, „Der weiße Kranich breitet seine Flügel aus“, oder „Die Mähne des Wildpferdes teilen“, wobei die Schriftzeichen eine tiefere Bedeutung enthüllen als deren Übersetzungen.

Alternativen zu Tai-Chi

Alternativen zum Tai-Chi

Ähnlich förderlich wie das Tai-Chi sind die sanften Bewegungen, die Qigong-Praktizierende erfahren. Auch dieses wird in sehr langsamem Tempo praktiziert. Die Gelenke werden damit kaum belastet. Das ebenfalls aus der chinesischen Tradition stammende Qigong führt unter anderem auch zu einer Stärkung der Muskulatur, sofern das Training regelmäßig durchgeführt wird.
Die Yoga -Tradition bietet mit ihren "Asanas" (Körperübungen) eine mögliche Alternative an Bewegungsabläufen, die sich ähnlich stärkend und harmonisierend auswirken, wie das Tai-Chi. Es ist ebenfalls gelenkschonend und meditativ.

Kosten zu Tai-Chi

Häufig bieten die Anbieter kostenlose Probestunden an. Geläufig sind auch Zeit- und Monatskarten in einer Spanne von 50,- bis 100,- Euro. Tai-Chi Kurse gehören zu den von den Krankenkassen anerkannten Entspannungsverfahren und werden in der Regel von ihnen bezuschusst.

Daten/Fakten zu Tai-Chi

Die Tai-Chi Stile

Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Grundlagen für die Entwicklung der heutigen fünf (Familien-)Stile gelegt. Sie wurden von Meister an Student oder Sohn weitergegeben.
  • Chen-Stil bedeutet im Chinesischen „im kleinen Rahmen“
  • Yang Stil nach Yang Luchan heißt „im großen Rahmen“
  • Sun-Stil nach Sun Lutang  
  • Wu/Hao-Stil nach Wu Yuxiang
  • Wu-Stil nach Wu Quanyou.

Links zu Tai-Chi

Dachverband für Qigong & Taijiquan e. V.
Am Leinekanal 4
37073 Göttingen
http://www.ddqt.de
Tel: 0551 - 201 99 00
Telefonzeiten des Büros:
Montags von 10.00 bis 13.00 Uhr
Donnerstags von 15.00 bis 18.00 Uhr
Autor: Koll, Livia22.12.2015

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