Senioren: Sport hält Gehirn auf Trab

Ältere Menschen profitieren von Sport mehr als erwartet: Moderate bis anstrengende körperliche Beanspruchung verbessert nicht nicht nur die körperliche Fitness, sie verlangsamt auch den geistigen Abbau, zeigt eine Studie im renommierten Journal "Neurology".


Bewegung hilft möglicherweise, Bewegungsfähigkeit zu erhalten

In fortgeschrittenem Alter weisen viele Menschen kleine Areale in ihrem Gehirn auf, die auf Schäden hindeuten. Diese lassen sich in der Magnetresonanztomographie (MRT) als sogenannte Hyperintensitäten der weißen Hirnsubstanz nachweisen. Eine Vielzahl solcher Schäden steht mit Bewegungsproblemen in Verbindung wie etwa Schwierigkeiten beim Laufen. In einer aktuellen Studie kommen Forscher des Rush University Medical Centers in Chicago nun zu dem Schluss, dass körperlich aktive Senioren weniger Probleme mit Bewegung aufweisen, auch wenn im Gehirn bereits ein größerer Gewebeschaden nachweisbar ist.

Dies zeigt, wie wichtig ein aktiver Lebensstil auch in höherem Lebensalter ist, um Bewegungsproblemen vorzubeugen. Körperliche Aktivität könnte als eine Art Reserve fungieren, die einen Schutz der motorischen Fähigkeiten unabhängig von altersbedingten Gehirnschäden gewährleistet, so die Wissenschaftler.

Sie hatten 187 Senioren mit durchschnittlich 80 Jahren elf Tage lang untersucht und mit Bewegungssensoren ausgestattet. Zusätzlich nahmen die Probanden an elf verschiedenen Tests teil, die der Überprüfung ihrer Bewegungsfähigkeit dienten. Mit MRT-Untersuchungen ließen sich Schäden im Bereich der weißen Hirnsubstanz nachweisen.


Forscher: Bewegungsfähigkeit muss durch Hirnschäden nicht leiden

Verglichen mit Personen, die in den Leistungstests Werte um 50 Prozent erreichten, wiesen Senioren mit der höchsten Leistungsfähigkeit deutlich höhere Möglichkeiten bezüglich des Gehens auf. Sie konnten leicht zusätzliche 1,5 Stunden pro Tag gehen. Den zehn Prozent der leistungsfähigsten Senioren in der Studie konnten auch höhere Level an Hirnschäden nichts anhaben und sie veränderten nicht die Leistungswerte in den Bewegungstests. Diese Ergebnisse waren nicht von möglicherweise beeinflussenden Variablen wie Body Mass Index (BMI), also dem Gewicht, Depressionen oder Gefäßkrankheiten beeinflusst.

Wenn auch die Art der Untersuchung nicht geeignet ist, eine Ursache-Wirkungs-Beziehung von Bewegung und Erhalt der Bewegungsfähigkeit nachzuweisen, so besteht doch eine Assoziation, die in weiteren Untersuchungen zu prüfen wäre. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.04.16Zum AnfangZurück

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