Demenz

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Wissen zu Demenz

Wenn ein Mensch zunehmend Namen und Ereignisse vergisst, immer häufiger wichtige Gegenstände verlegt und selbst bei hoher Konzentration Notizzettel oder Eselsbrücken nicht weiter helfen, könnte es sich um einen demenziellen Abbauprozess handeln. Unter dem Begriff Demenz werden verschiedene Formen von geistigen Abbauprozessen zusammen gefasst. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung, doch auch vaskuläre Demenzformen (VAD) sind weit verbreitet, die zum Beispiel nach Multiinfarkten oder Gefäßveränderungen entstehen können. Zudem werden einige Erkrankungen von demenziellen Abbauprozessen begleitet, wie beispielsweise die Parkinson-Krankheit.
Das Wort Demenz bedeutet so viel wie "abnehmender Verstand" und geht mit dem schleichenden oder auch schubweisen Verfall von Hirnstrukturen einher. Beeinträchtigt sind Fähigkeiten wie Gedächtnis, Lernfähigkeit, Sprache oder Orientierung sowie die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Je weiter der demenzielle Prozess voranschreitet, umso mehr lassen die Fähigkeiten nach. Im späteren Verlauf sind sogar Alltagshandlungen wie das Kochen, Waschen oder Einkaufen immer weniger möglich. Eine Demenz ist eine unheilbare Krankheit, dennoch gibt es heute viele Wege, die Lebensqualität eines Betroffenen möglichst lange zu erhalten.

Symptome

Im Anfangsstadium einer demenziellen Entwicklung versuchen Demenzkranke, ihre Umwelt zu täuschen. Sie schämen sich für ihre schwindenden Fähigkeiten und versuchen, ihre Defizite zu vertuschen. Nur wer täglich mit einem Demenzkranken zu hat, wird bemerken, dass häufig die immer gleichen Geschichten erzählt werden. Doch selbst die nächsten Angehörigen können sich das merkwürdige Verhalten des Elternteils oder Ehepartners oft nicht erklären und neigen dazu, das Verhalten zu entschuldigen.
Gerade zu Beginn einer demenziellen Entwicklung ist es wichtig, einen Demenzexperten zurate zu ziehen. In vielen Fällen kann beispielsweise durch gezieltes Gedächtnistraining und eine medikamentöse Therapie der Verlauf der Krankheit verzögert werden und damit die Lebensqualität des Betroffenen länger erhalten bleiben.

Diagnose zu Demenz

Da den Demenzerkrankten ihre Defizite häufig gar nicht auffallen, sind bildgebende Verfahren, Bluttests sowie die Krankengeschichte für die Diagnosestellung besonders wichtig. Zusätzlich werden aufschlussreiche Schnelltests zu Gedächtnis und Orientierung eingesetzt, wie beispielsweise der "Mini-Mental State" oder der "Uhrentest". Solche Tests prüfen schnell und effizient die zeitliche und örtliche Orientierung des Patienten sowie dessen Wahrnehmung. Auch die Angehörigen werden in der Regel befragt, um die Fähigkeiten des Patienten im Alltag besser einschätzen zu können. Nur eine gezielte Diagnostik kann die Art der Demenz bestimmen und von anderen Erkrankungen abgrenzen, um die jeweils notwendige Behandlung einzuleiten.

Symptome einer demenziellen Entwicklung

Es gibt eine Fülle von Symptomen einer demenziellen Entwicklung, die bereits in einem frühen Stadium auftreten können. Dabei ist ein einzelnes Symptom wenig aussagekräftig. Für die richtige Einordnung der Symptome, die Diagnose und den Ausprägungsgrad einer Demenz sind Fachärzte wie Geriater, Neurologen oder auch Psychiater zuständig. Geriater sind dabei die Spezialisten für Altersheilkunde. In den letzten Jahren sind auch Gedächtnisambulanzen und Memory-Kliniken entstanden, in denen ein Team von Spezialisten sich auf die Diagnose, Beratung und Therapie bei Demenzerkrankungen spezialisiert hat. Dies ist besonders empfehlenswert, weil sie alle relevanten Untersuchungsmethoden an einem Ort bündeln.

Hinweise auf eine Demenz können unter anderem sein:

  • Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
  • zunehmende Müdigkeit
  • die Planung komplexer Abläufe macht Probleme (Packen für den Urlaub, Organisieren eines Festes)
  • Orientierungslosigkeit
  • Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen
  • Antriebsminderung
  • Müdigkeit
  • Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung

Behandlung zu Demenz

Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Behandlung der Demenz haben sich je nach Entstehung und Erscheinungsform verschiedene Therapiekombinationen bewährt. Zwar ist eine Demenz nicht heilbar, doch kann der Abbauprozess selbst verzögert werden. Die medikamentöse Therapie ist meist ein wichtiger Baustein bei der Behandlung der Demenz.

Doch gibt es auch eine Vielzahl nicht medikamentöser Therapiemöglichkeiten:
  • eine Ergotherapie
  • ein Hirnleistungstraining
  • eine Aktivierungstherapie oder
  • eine Krankengymnastik.
All diese Maßnahmen können hilfreich sein, die körperlich-geistigen Fähigkeiten für die Bewältigung des Alltags so lange wie möglich zu erhalten. Handwerk und künstlerisches Tun können dazu beitragen, den Tag zu strukturieren und eine sinnvolle Beschäftigung zu finden.

Hauptziele bei der Behandlung Demenzkranker

  • die Alltagsbewältigung und damit der Erhalt der Lebensqualität
  • Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern
  • Erhalt der körperlichen und geistigen Fähigkeiten
  • eine Strukturierung des Tagesablaufs

Selbsthilfe zu Demenz

Merkzettel für die Tagesstruktur

Sowohl die Kommunikation mit den Demenzbetroffenen als auch die Beschäftigungsmöglichkeiten werden mit zunehmendem Krankheitsverlauf immer weiter eingeschränkt. Selbsthilfemaßnahmen sind daher zu Beginn der Erkrankung noch möglich, häufig erschwert jedoch eine mangelnde Krankheitseinsicht oder die Leugnung der Defizite geeignete Strategien für den Umgang mit den Gedächtnisproblemen zu finden. Im Anfangsstadium ist es den Betroffenen möglich, sich über Karteikarten, Erinnerungs- und Merkzettel eine Tagesstruktur zu erarbeiten. Arzttermine, Geburtstage oder andere wichtige Termine können auf diese Weise erinnert werden.

Kommunikation auf einfacher Ebene

Tief greifende Gespräche sind mit einem Demenzkranken nicht mehr möglich. Die Kommunikation dreht sich eher um die alltäglichen Notwendigkeiten. Dennoch nehmen Betroffene häufig Gefühle wahr oder interpretieren die Stimmlage ihres Kommunikationspartners. Die Führung des Gesprächs sollte deshalb der gesunde Gesprächspartner übernehmen. Sofern ein liebevoller Umgangston herrscht, tut Ansprache in jedem Fall gut. Auch wenn der Demenzbetroffene den Inhalt der Botschaften nicht bis ins Detail versteht, spürt er doch die Zuwendung, die von einer solchen Kommunikation ausgeht.

Hilfe für die Helfer von Demenzbetroffenen

Im Verlauf der Erkrankung rückt die Hilfe für den Partner eines Demenzkranken in den Vordergrund, Hilfe für dessen Familienangehörige oder andere nahestehende Helfer. Denn ihnen allen macht die zunehmende Hilflosigkeit dem Demenzbetroffenen gegenüber ebenso zu schaffen wie die Daueranspannung, unter der sie stehen. Die größte Schwierigkeit liegt darin, den geistigen und körperlichen Verfall zu akzeptieren und den Demenzbetroffenen seinen bleibenden Fähigkeiten entsprechend zu beschäftigen.

Daten/Fakten zu Demenz

Die Berliner Altersstudie von 1996 besagt, dass circa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland an einer Demenz leiden. Unter den 65- bis 69-Jährigen leidet etwa jeder Zwanzigste an einer Demenz, unter den 80- bis 90-Jährigen ist bereits jeder Dritte betroffen. Tendenziell steigt also mit dem Alter das Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

Links zu Demenz

Unterstützungsangebote bei Demenz in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft
http://www.demenz-service-nrw.de

Memory-Clinic, Psychiatrische Institutsambulanz am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel
http://www.evk-herne.de/pages/cr_pages/cr_start_neu/cr_start.html

Memory-Clinic-Münster: Diagnostik durch ein interdisziplinäres Team
http://www.lwl.org/LWL/Gesundheit/psychiatrieverbund/K/klinik_muenster/memory_clinic_muenster/

Memory Klinik der Hessing-Stiftung in Augsburg
http://www.hessing-stiftung.de/geriatrische-reha-klinik/unsere-leistungen/memory-klinik/

Schulungsreihen für Angehörige durch die Diakoniestation Oberhausen
Ansprechperson: Frau Christiane Hövelmann
Hochstr. 11
46117 Oberhausen
Tel: 0208 - 890 098

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e. V.
http://www.bapk.de
Beratung für Betroffene: 0180 - 595 09 51 (0,12 Euro/Min)
Autor: Huth, Dörthe21.04.2016

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