Schwangerschaft: Sport tut Mutter und Kind gut

Kann Sport in der Schwangerschaft der Mutter oder dem ungeborenen Kind schaden? Entgegen der früheren Meinung weiß man heute: Nein, Sport ist bei normaler Schwangerschaft für Mutter und Kind gut.


Sport: Weniger Kaiserschnitte und Krankheiten

Früher wurde schwangeren Frauen eher empfohlen, auf Sport zu verzichten. Schließlich könnte die körperliche Belastung zu einer Frühgeburt führen, so die gängige Meinung. Mittlerweile hat sich diese Ansicht geändert und auch eine aktuelle Studie zeigt: Sport ist in der Schwangerschaft normalerweise für die werdende Mutter und ihr Kind vorteilhaft.

Vincenzo Berghella und Mitarbeiter der Thomas Jefferson University in Philadelphia analysierten die Daten aus neun Studien mit über 2.000 Frauen. Die Hälfte davon hatte in der Schwangerschaft zehn Wochen lang drei- bis viermal wöchentlich Sport getrieben, die andere Hälfte nicht. 

Sport treibende Frauen wiesen nicht häufiger Frühgeburten auf. Von einer Frühgeburt spricht man, wenn sich die Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche ereignet. Dafür profitierten schwangere Frauen von Sport in anderer Hinsicht. Sie entbanden die Kinder häufiger auf natürlichem Weg und Kaiserschnitte waren seltener nötig. Zudem erkrankten in der Sportgruppe weniger Frauen an Schwangerschaftsdiabetes und hohem Blutdruck. Bezüglich der Babys ließen sich keine Unterschiede in der Größe oder im Gewicht nachweisen. 


Experten empfehlen mäßig intensive Bewegung

Die Ergebnisse stützen laut Studienautoren US-Empfehlungen. Demnach sollen schwangere Frauen wöchentlich mindestens 150 Minuten moderat intensiven Sport treiben. Allerdings gäbe es Gründe dafür, dass Frauen während der Schwangerschaft kürzer treten. Beschwerden und Müdigkeit könnten Ursachen sein. Besonders geeignet in Schwangerschaft wären Sportarten wie Schwimmen oder Walking. Auch Gartenarbeit können anstrengend genug sein. Moderate sportliche Intensität bedeute, dass man sich auch während des Sportes noch unterhalten kann, jedoch nicht singen, erklären die Wissenschaftler.

Grundsätzlich jedoch sollten schwangere Frauen geplante sportliche Aktivitäten mit dem Frauenarzt absprechen. Er weiß, welche möglichen Risiken bestehen und welche Sportart geeignet erscheint.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.07.16Zum AnfangZurück

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