2 Softdrinks am Tag steigern Diabetesrisiko

Liebhaber von Softdrinks greifen häufig zu Produkten mit Zuckerersatzstoffen, weil sie der Annahme sind, das sei gesünder. Ob mit oder ohne Zucker: Softdrinks können den Stoffwechsel schädigen, zeigen die überraschenden Ergebnisse einer schwedischen Studie.  


Forscher untersuchen Diabetesrisiko aufgrund von Süßgetränken

Wer zwei oder mehr Softdrinks am Tag trinkt, verdoppelt sein Diabetesrisiko, zeigt eine Studie im "European Journal of Endicrinology". 200 Milliliter der Süßgetränke erhöhen den Ergebnissen zufolge nicht nur die Wahrscheinlichkeit, Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln, auch das Risiko für eine bestimmte Form des Diabetes Typ 1 ist erhöht.

Typ-2-Diabetes ist mit 90 bis 95 Prozent die am häufigsten vorkommende Form der Diabeteserkrankung. Bei dieser Art der Zuckerstoffwechselstörung kann der Körper das Hormon Insulin nicht mehr effektiv nutzen, um Zucker aus der Blutbahn in Körperzellen aufzunehmen. Man spricht von Insulinresistenz. Die Blutzuckerwerte sind deshalb hoch. Fünf bis zehn Prozent der Diabetespatienten leiden an Typ-1-Diabetes. Diese Form der Diabeteskrankheit gilt als Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fehlerhaft Zellen der Bauchspeicheldrüse attackiert, die Insulin herstellen. Die Insulinproduktion ist gestört, Zucker kann nicht in die Zellen aufgenommen werden, wenn zu wenig oder kein Insulin verfügbar ist. Typ 1 der Diabeteskrankheit muss aufgrund des Insulinmangels mit Insulin behandelt werden.

Als eine Unterform und neue Kategorie des Diabetes Typ 1 gilt die Latente Autoimmune Diabeteserkrankung bei Erwachsenen (LADA). Dabei handelt es sich um eine langsam fortschreitende Erkrankung im späteren Erwachsenenalter zwischen 30 und 50 Jahren. Bei dieser Art der Zuckerstoffwechselstörung findet man Merkmale des Typ-1-, aber auch des Typ-2-Diabetes.


Zucker und künstliche Zuckerersatzstoffe gefährden Stoffwechsel

In der aktuellen Studie untersuchten Forscher des Karolinska Institutes in Schweden, ob auch nicht zuckerhaltige Softdrinks den Stoffwechsel schädigen und inwieweit Süßgetränke mit oder ohne Zucker das Risiko von LADA erhöhen. An der Studie nahmen annähernd 2.700 schwedische Erwachsene teil, von denen ein Teil an Diabetes Typ 2, ein Teil an LADA erkrankt und ein Teil gesund war. Die Studienteilnehmer machten Angaben zu ihrer Ernährung und der konsumierten Menge an Softdrinks im Jahr vor der Diabetesdiagnose. Weitere Untersuchungen gaben Auskunft über die Insulinproduktion, Insulinresistenz und Autoimmunprozessen.

Studienteilnehmer, die täglich mindestens zweimal 200 Milliliter eines Softdrinks zu sich nahmen, entwickelten doppelt so wahrscheinlich LADA und 2,4 mal wahrscheinlicher Typ-2-Diabetes als Teilnehmer, die weniger gesüßte Getränke tranken. Tranken Teilnehmer fünf Softdrinks pro Tag, war das Risiko nochmals deutlich höher, ganz unabhängig davon, ob die Getränke Zucker oder Zuckerersatzstoffe enthielten.

Möglicherweise stimulieren Softdrinks ohne Zucker den Appetit und das besonders auf zuckerhaltige Nahrungsmittel, vermuten die Forscher. Auch könnten künstliche Süßstoffe die Darmflora und über diesen den Stoffwechsel beeinflussen. Möglicherweise hätten Studienteilnehmer aber auch nur zu zuckerfreien Getränken gewechselt, um Gewicht zu reduzieren, und das Stoffwechselproblem sei bereits in der Zeit vor dem Wechsel entstanden, spekulieren sie. In weiteren Studien möchten die Forscher herausfinden, ob es Strategien gibt, die diesen Effekt aufheben könnten, wie etwa der Verzehr von fetthaltigem Fisch.

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.11.16Zum AnfangZurück

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