Diabetes mellitus (Typ 2)

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Wissen zu Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit)

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselkrankheit mit verschiedenen Ursachen. Deshalb lassen sich zwei Typen des Diabetes mellitus unterscheiden: Diabetes mellitus Typ-1 und Diabetes mellitus Typ-2. Beide Formen der Erkrankung führen zu einem erhöhten Zuckergehalt des Blutes. Der normale Blutzuckerwert in nüchternem Zustand sollte unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) betragen. Der normale Blutzuckerwert nach Nahrungsaufnahme beträgt bis zu 140 mg/dl. Ab einer Höhe des Zuckers im Nüchternblut von 126 mg/dl handelt es sich um Diabetes mellitus. Im nicht nüchternen Zustand liegt ab Werten über 200 mg/dl Diabetes mellitus vor. Werte zwischen 100 und 120 mg/dl kennzeichnen einen Grenzbereich. Diabetes Typ 2 heißt umgangsprachlich auch Altersdiabetes, da früher vor allem ältere Personen davon betroffen waren. Zunehmend erkranken jedoch heutzutage auch jüngere Menschen an dieser Diabetesform. Diabetes mellitus Typ 2 kommt am häufigsten vor und macht 90 Prozent aller Diabeteserkrankungen aus. Viele Menschen weisen eine Vorstufe der Erkrankung (Prädiabetes) auf, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Folgezeit zu einer manifesten Diabeteserkrankung entwickelt.

Ursachen

Die Körperzellen sind unempfindlich (resistent) gegenüber Insulin und können deshalb den Zucker aus dem Blut nicht ausreichend aufnehmen. Damit steht den Zellen Zucker als Energie nur unzureichend zur Verfügung. Der Körper bildet zunächst vermehrt Insulin. Die Mehrarbeit der Insulin produzierenden Zellen kann zu einer Erschöpfung der Hormonbildung führen.
Bei Diabetes Typ 2 spielt eine Veranlagung eine Rolle.
Diabetes Typ 2 kommt aber oft erst zum Tragen, wenn weitere Risikofaktoren dazukommen:
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
Die Risikofaktoren erklären, warum immer mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes Typ 2 erkranken.

Diagnose zu Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit)

In einer Blutuntersuchung werden wiederholt die Blutzuckerwerte im Nüchternblut gemessen. Zwölf Stunden zuvor darf nichts gegessen werden. Auch erhöhte Blutzuckerwerte im Blut der nicht nüchternen Person sind verdächtig, wenn der Wert über 140 mg/dl beträgt. Die Urinuntersuchung liefert einen weiteren Hinweis, hat aber eine untergeordnete Bedeutung. Ein oraler Glukosetoleranztest (GTT) erfasst eine Zuckerstoffwechselstörung auch, wenn die Nüchternblutzuckerwerte normal sind. Ist Diabetes mellitus diagnostiziert, schließen sich weitere Untersuchungen etwa der Augen, des Herzens oder der Gefäße an. Körpergewicht, Blutdruck oder Blutfette müssen ebenfalls untersucht und kontrolliert werden. Auch eine neurologische Untersuchung kann notwendig sein.

Symptome

Diabetes mellitus Typ-2 bleibt häufig lange Zeit unbemerkt, da keine Beschwerden bestehen. Entdeckt werden erhöhte Blutzuckwerte oft in einer Routineblutuntersuchung oder seltener aufgrund von Folgeerkrankungen des Gefäßsystems.
Mögliche Beschwerden können aber sein:
  • häufiges Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • vermehrter Durst (Poydipsie)
  • Müdigkeit, Schwäche
  • trockene, juckende Haut
  • Infektionsanfälligkeit
  • schlecht heilende Wunden
Die Beschwerden sind aber nicht charakteristisch für die Erkrankung, sodass viele ältere Menschen die Symptome anderen Ursachen zuschreiben.

Behandlung zu Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit)

Im Vordergrund der Behandlung steht die Normalisierung des Blutzuckerwertes. Bei Diabetes Typ 2 bestehen mehrere Möglichkeiten der Behandlung, die auch in Kombination angewendet werden.
Ein konservativer Behandlungsversuch kann ausreichen, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Dazu gehören:
  • Gewichtsreduktion
  • Bewegung, Sport
  • gesunde, ausgewogene Ernährung
Senken diese Veränderungen der Lebensgewohnheiten den Blutzucker nicht ausreichend, kommen Medikamente zum Einsatz. Sogenannte orale Antidiabetika werden verabreicht. Haben diese auch in Kombination den Blutzucker keine ausreichende Wirkung, müssen auch Diabetiker vom Typ 2 Insulin spritzen.

Prognose

Die Prognose ist von der Einstellung der Blutzuckerwerte abhängig, denn dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Veränderungen an Gefäßen und Nerven. Folgeerkrankungen können Augen, Nieren, Herz, Beine und Füße betreffen:

Einige dieser Erkrankungen können bereits bei der Diagnose der Diabeteserkrankung vorhanden sein.

Selbsthilfe zu Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit)

Nach der Diagnose ist eine Veränderung des Lebensstils notwendig, um den Blutzuckerspiegel dauerhaft zu senken. Da dies nicht immer ganz einfach ist, helfen Patientenschulungen, gesteckte Ziele zu erreichen.

Sehr wichtig sind Maßnahmen, die die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessern:
  • Gewichtsreduktion
  • regelmäßige Bewegung und Sport
  • Gesund ausgewogene Ernährung mit weniger Zucker und tierischen Fetten, dafür vielen Ballaststoffen in Gemüse und Obst
Wichtig ist eine langfristige Veränderung der Lebensgewohnheiten.

Daten/Fakten zu Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit)

In den westlichen Industriestaaten ist Diabetes mellitus die häufigste Stoffwechselerkrankung. Über 90 Prozent der Fälle entfallen auf Diabetes Typ 2, der häufig vermeidbar wäre. Allein in Deutschland sind über sieben Millionen Menschen betroffen. Allerdings ist mit einer erheblichen Dunkelziffer aufgrund nicht diagnostizierter Fälle zu rechnen. Über die Hälfte der Betroffenen mit Diabetes Typ 2 ist über 65 Jahre alt. In den letzten Jahren zu beobachten ist, dass immer mehr jüngere Menschen Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln.

Links zu Diabetes mellitus Typ-2 (Zuckerkrankheit)

Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
http://www.ddz.uni-duesseldorf.de/index.html
http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/index.html

Deutsche Diabetes-Gesellschaft
Reinhardtstr. 31
10117 Berlin
Tel: 030 - 311 693 70
Fax: 030 - 311 693 720
E-Mail: info@ddg.info
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel
Tel: 0561 - 703 47 70
Fax: 0561 -703 47 71
E-Mail: info@diabetikerbund.de
http://www.diabetikerbund.de

Deutsche Diabetes-Stiftung
Geschäftsstelle
Staffelseestr. 6
81477 München
Tel: 089 - 579 57 90
Fax: 089 - 579 57 919
E-Mail: info@diabetesstiftung.de
http://www.diabetesstiftung.de

Kompetenznetz Diabetes mellitus
Klinikum rechts der Isar
Forschergruppe Diabetes
der Technische Universität München (TUM)
Kölner Platz 1
80804 München
Tel: 089 - 318 738 47
Fax: 089 - 318 773 3
E-Mail: kompetenznetz-diabetes@lrz.uni-muenchen.de
http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net
Autor: Hofmann, Julia25.04.2016

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