Diabetes mellitus (Typ 1)

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Wissen zu Diabetes mellitus Typ-1 (Zuckerkrankheit)

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit mit verschiedenen Ursachen. Deshalb lassen sich zwei Typen des Diabetes mellitus unterscheiden: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Beide Formen der Erkrankung führen zu einem erhöhten Zuckergehalt des Blutes. Der normale Blutzuckerwert in nüchternem Zustand sollte unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) betragen. Der normale Blutzuckerwert nach Nahrungsaufnahme beträgt bis zu 140 mg/dl. Ab einer Höhe des Zuckers im Nüchternblut von 126 mg/dl handelt es sich um Diabetes mellitus. Im nicht nüchternen Zustand liegt ab Werten über 200 mg/dl Diabetes mellitus vor. Werte zwischen 100 und 120 mg/dl kennzeichnen einen Grenzbereich.

  • Diabetes mellitus Typ-1 wurde früher auch als juveniler Diabetes bezeichnet. Die Erkrankung beginnt oft bereits in der Kindheit oder Jugend und ist eine Autoimmunerkrankung. Erkrankungen im späteren Lebensalter sind aber möglich.
  • Diabetes mellitus Typ-2: Umgangsprachlich spricht man auch von Altersdiabetes, da früher vor allem ältere Personen davon betroffen waren. Zunehmend erkranken jedoch heutzutage auch jüngere Menschen an dieser Diabetesform. Diabetes dieses Typs kommt am häufigsten vor.

Ursachen

Diabetes Typ-1 ist eine Autoimmunerkrankung. Das eigene Immunsystem bildet Antikörper gegen Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin bilden. Es herrscht ein Mangel an Insulin. Insulin ist aber nötig, damit Körperzellen den Zucker aus dem Blut aufnehmen können. Zucker ist für die Zellen eine wichtige Energiequelle. Warum das Immunsystem Antikörper bildet und damit Insulin produzierende Zellen zerstört, ist bislang nicht ausreichend geklärt. Offenbar spielen Erbfaktoren eine Rolle, doch auch Infektionen und Umweltfaktoren werden diskutiert.

Diagnose zu Diabetes mellitus Typ-1 (Zuckerkrankheit)

Lassen die Symptome den Verdacht auf Diabetes mellitus zu, dienen Blutuntersuchungen und gegebenenfalls Urinuntersuchungen dem Nachweis der Erkrankung. Der Gehalt des Blutes und des Urins an Zucker (Glukose) ist zu hoch. Daneben werden Blut und Urin auf sogenannte Ketonkörper untersucht, die vermehrt entstehen, wenn Zucker als Energielieferant nicht ausreichend zu Verfügung steht und deshalb Fettsäuren abgebaut werden. In der Blutuntersuchung lassen sich darüber hinaus häufig Antikörper nachweisen, die sich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richten. Nach Sicherung der Diagnose sind weitere Untersuchungen nötig, um mögliche Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus frühzeitig zu erkennen. Dies sind Untersuchungen, die der Feststellung von Veränderungen an Augen, Nieren, Herz und Kreislauf dienen.

Symptome

Es entwickeln sich erst Beschwerden, wenn die Insulinproduktion stark eingeschränkt ist.
Sind über 80 Prozent der Insulin produzierenden Zellen zerstört, entwickeln sich innerhalb von Tagen oder Wochen folgende mögliche Symptome:
  • häufiger Harndrang mit großen Urinmengen (Polyurie)
  • nächtliches Einnässen bei vorher trockenen Kindern
  • starker Durst, vermehrtes Trinken (Polydipsie)
  • Müdigkeit, Schlappheit
  • trockene und juckende Haut
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Geruch nach Aceton
Jedoch entwickeln nicht alle Betroffenen diese Beschwerden. Schwerstes Symptom ist eine Übersäuerung des Körpers durch Ketonkörper. Ohne Behandlung führt es zum diabetischen Koma.

Behandlung zu Diabetes mellitus Typ-1 (Zuckerkrankheit)

Diabetes Typ-1 ist insulinpflichtig. Betroffene müssen sich Insulin spritzen, damit den Zellen des Körpers wieder ausreichend Zucker als Energiequelle zur Verfügung steht. Ziel der Insulinbehandlung ist darüber hinaus, Folgeerkrankungen an Gefäßen und Nerven zu vermeiden. Die Insulindosis muss dabei genau dem Bedarf angepasst sein.

Prognose

Diabetes Typ 1 ist bisher nicht heilbar, auch wenn sich die Insulinproduktion möglicherweise zunächst nach Einleiten der Insulinbehandlung etwas erholt. Die Blutzuckerkontrolle muss also lebenslang erfolgen. Wie gut dies gelingt, bestimmt das Auftreten möglicher Folgeerkrankungen der Gefäße. Blutzuckerschwankungen oder Entgleisungen können in verschiedenen Situationen wie Stress, Infektionen, Medikamenteneinnahme oder Behandlungsfehlern auftreten. Dabei sind Überzuckerungen und Unterzuckerungen möglich. Schwere Komplikation einer andauernden Überzuckerung ist das diabetische Koma.
Nach circa 20 Jahren Erkrankung entwickeln über 80 Prozent der Patienten Augenveränderungen (Diabetische Retinopathie). Auch die Nieren werden lanfristig häufiger in Mitleidenschaft gezogen (Diabetische Nephropathie). Ist der Blutzucker gut eingestellt, müssen die Veränderungen aber nicht so schwerwiegend sein, dass die Organfunktionen erheblich eingeschränkt sind. Schäden an den Gefäßen (Arteriosklerose) können sich auch durch Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen in den Beinen bemerkbar machen. Langfristig ist darüberhinaus eine Schädigung der Nerven möglich (Diabetische Polyneuropathie).

Selbsthilfe zu Diabetes mellitus Typ-1 (Zuckerkrankheit)

Da eine lebenslange und tägliche Behandlung nötig ist, erfordert das viel Disziplin vom Betroffenen und seiner Familie. Der Alltag und die ganze Lebensführung müssen auf die Krankheit abgestimmt sein.
Deshalb bieten sich für Betroffene und deren Familien Schulungen an, in denen der Umgang mit der Erkrankung und praktische Fertigkeiten erlernt werden. Ziel ist die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit in der Behandlung der Erkrankung.

Daten/Fakten zu Diabetes mellitus Typ-1 (Zuckerkrankheit)

Etwa fünf Prozent der Menschen mit Diabetes mellitus leiden an Diabetes Typ 1. Insgesamt sind in Deutschland etwa 250.000 Menschen betroffen. Kinder zwischen elf und dreizehn Jahren erkranken am häufigsten neu, jedoch ist auch ein deutlich späteres Auftreten der Erkrankung möglich. Die Häufigkeit von Diabetes Typ 1 nimmt stetig zu und hat sich in etwas über zehn Jahren annähernd verdoppelt. Über 2.000 Kinder erkranken derzeit jährlich neu.

Links zu Diabetes mellitus Typ-1 (Zuckerkrankheit)

Video
Diabetes Typ I
Insulinwirkung

Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
http://www.ddz.uni-duesseldorf.de/index.html
http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/index.html

Deutsche Diabetes-Gesellschaft
Reinhardtstr. 31
10117 Berlin
Tel: 030 - 311 693 70
Fax: 030 - 311 693 720
E-Mail: info@ddg.info
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel
Tel: 0561 - 703 47 70
Fax: 0561 -703 47 71
E-Mail: info@diabetikerbund.de
http://www.diabetikerbund.de

Deutsche Diabetes-Stiftung
Geschäftsstelle
Staffelseestr. 6
81477 München
Tel: 089 - 579 57 90
Fax: 089 - 579 57 919
E-Mail: info@diabetesstiftung.de
http://www.diabetesstiftung.de

Kompetenznetz Diabetes mellitus
Klinikum rechts der Isar
Forschergruppe Diabetes
der Technische Universität München (TUM)
Kölner Platz 1
80804 München
Tel: 089 - 318 738 47
Fax: 089 - 318 773 3
E-Mail: kompetenznetz-diabetes@lrz.uni-muenchen.de
http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net

Diabetes-Kids.de
http://www.diabetes-kids.de

Elterninitiative diabetischer Kinder und Jugendlicher e. V
Eulengrund 4
40668 Meerbusch-Lank
E-Mail: diebachmann@gmx.de
http://www.diabeteskinder-typ1.de
Autor: Hofmann, Julia25.04.2016

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