Chinesischer Sport für die Herzgesundheit

Probleme mit dem Blutdruck oder dem Cholesterinspiegel lassen sich möglicherweise mit dem Ausüben chinesischer Gymnastik und Kampfsportarten in den Griff bekommen. Für die Gesundheit und insbesondere für das Herz können sie ein wahrer Segen sein, zeigt eine aktuelle Untersuchung.


Studien: Tai Chi senkt Blutdruck und verbessert Leistungsfähigkeit

Tai Chi, Qigong, aber auch anderer traditioneller chinesischer Kampf- oder Gymnastiksport fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen mit hohem Blutdruck, Herzgefäßkrankheiten oder Schlaganfall. Das zeigen die Ergebnisse einer im amerikanischen Ärzteblatt veröffentlichten Studie.

Chinesische Sportarten werden immer populärer und es gibt sogar offizielle Empfehlungen etwa für Tai Chi. Demnach profitieren Menschen aller Altersklassen und sogar Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, können Tai Chi praktizieren. Der Sport stärkt die Muskeln, verbessert die Dehnbarkeit und das Gleichgewicht. Tai Chi ist eine Kombination aus leichter körperlicher Aktivität und Meditation. Körperbewusstsein, Vorstellungskraft und Atemtechnik sind hier von großer Bedeutung.

Schon andere Forschungsarbeiten ließen eine Bewertung der Auswirkungen von Tai Chi auf die Herzgesundheit zu. Besonders wirksam kann der Sport offenbar den Blutdruck senken und die Belastbarkeit steigern. Das Ausmaß dieser Verbesserungen ist aber noch nicht hinreichend untersucht worden. 


Chinesischer Sport verbessert Lebensqualität

Forscher der Universität Shanghai untersuchten nun den Nutzen des chinesischen Sports für Herzkreislaufkranke. Sie analysierten dazu die Daten von 35 Studien mit über 2.200 Patienten aus zehn Ländern. Sie ordneten die Patienten der zugrundeliegenden Untersuchungen in Gruppen nach der Art des betriebenen Sportes ein: Tai Chi, Qigong, Baduanjion oder andere chinesische Sportarten. Ebenso erfolgte die Einteilung danach, ob sie sich nicht in diesen Sportarten engagierten oder keine Veränderungen ihrer sportlichen Aktivität vorgenommen hatten.

Der systolische Blutdruck von Patienten, die traditionellen chinesischen Sport betrieben, sank durchschnittlich um mehr als 9,12 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule), der diastolische Blutdruckwert um über 5 mm Hg. Zudem zeigten sich geringe positive Veränderungen der Blutfettwerte. Der Cholesterinwert bzw. das LDL (Low Density Lipoproteins)-Cholesterin, das umgangssprachlich auch das "schlechte" Cholesterin genannt wird, sank und auch die Trigyceride verringerten sich statistisch signifikant.

Zudem hatten Herzkreislaufpatienten, die regelmäßig traditionellen chinesischen Sport betrieben, eine verbesserte Lebensqualität und litten weniger unter Depressionen. Die forschenden Wissenschaftler betonen, dass diese Art des Sports für die Patientengruppe der Herzkreislaufpatienten nur geringe Risiken birgt und geeignet ist, die Lebensqualität zu verbessern. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.03.16Zum AnfangZurück

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