American Football verändert Hirn

Einige Kontaktsportarten können aufgrund der heftigen körperlichen Auseinandersetzungen das Gehirn in Mitleidenschaft ziehen. Dazu gehört das Boxen, aber auch American Football führt zu Hinrveränderungen bereits nach einer Spielsaison, fanden US-Forscher heraus. Ob und welche Konsquenzen sich für die meist jungen Spieler längerfristig daraus ergeben, ist unklar.

 

 

Rempeln, Schubsen, Stürzen als Spielstrategie

 

American Football ist eine Kontaktsportart und im Vergleich zu anderen die  körperbetonteste. Was bei anderen Sportarten wahrscheinlich geahndet würde, ist beim American Football erwünscht. Rempeln, Schubsen und in Trauben auf den Spieler stürzen gehört zur Spielstrategie. Vergitterte Schutzhelme sollen Gesicht und Kopf schützen, aber wie wirksam sind sie wirklich?

  

Dieser Frage gingen Forscher der Wake Forest School of Medicine in North Carolina nach. Die Radiologen untersuchten 24 Football-Spieler im Alter von 16 bis 18 Jahre und registrierten die Erschütterungen mittels eines Gerätes, das in den Helm integriert war. So ließen sich Spieler mit starker körperlicher Konfrontation von jenen mit weniger ausgeprägten körperlichen Kontakten unterscheiden und in einer Gruppe zusammenfassen.

 

 

Bildgebung zeigt Schädel-Hirn-Verletzungen

 

Mithilfe einer speziellen Magnetresonanzuntersuchung (Kernspinuntersuchung) untersuchten die Wissenschaftler nach einer Saison die Gehirne der Spieler. Alle Spieler wiesen Zeichen einer altersgemäßen Hirnveränderung im Sinne der Hirnentwicklung in der Jugend auf. Denn in der Jugend werden noch viele neue Verbundungen im Gehirn geknüpft. Bei Spielern mit heftigen körperlichen Kontakten war diese Entwicklung jedoch weniger vorangeschritten als bei Spielern mit nur leichten körperlichen Auseinandersetzungen.

 

 

Besonders deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen ließen sich im Hirnbalken nachweisen, der beide Großhirnhälften verbindet. Dies ist laut Forscher mit den häufigen Erschütterungen in diesem Sport erklärbar. Ähnliche Veränderungen lassen sich bei Schädel-Hirn-Verletzungen beobachten. Ob es längerfristig zu Einbußen der Hirnfunktion wie etwa beim Boxen kommt, kann diese Untersuchung nicht klären.

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.12.14Zum AnfangZurück

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