Marathonlauf geht auf die Nieren

Wer einen Marathon läuft, belastet seine Nieren stark, ergab eine aktuelle Studie. Untersuchungen zeigten, dass die meisten Läufer bereits die Kriterien des Frühstadiums eines akuten Nierenversagens erfüllen, wenn sie den Lauf beendet haben. Ob Marathonläufer langfristig und nachhaltig ihre Nieren schaden, ist unklar. Das "Deutsche Ärzteblatt" berichtet.


Forscher untersuchen Blut und Urin von Marathonläufern

Verschiedene Gruppen von Menschen gefährden ihre Nieren aufgrund von Hitze, Flüssigkeitsmangel und verminderter Durchblutung. Betroffen sind vor allem Bergleute, Arbeiter auf Zuckerrohrplantagen und Soldaten. Offenbar gehören aber auch Marathonläufer zu dieser Risikogruppe und sind einem hohen Nierenrisiko ausgesetzt. 

Mediziner der Yale University untersuchten Blut und Urin von 22 Menschen, die an dem jedes Jahr stattfindenden Hartfort Marathon in Connecticut teilgenommen hatten. Sie entnahmen die Proben 24 Stunden vor dem Lauf, unmittelbar nach absolviertem Lauf und 24 Stunden danach ab und untersuchten Kreatinin und Kreatinkinase im Blut sowie Albumin und andere auf eine Nierenschädigung hinweisende Marker im Urin. Zusätzlich untersuchten sie das Urinsediment, das ebenfalls Hinweise auf eine Nierenschädigung geben kann.


Training und Läufe könnten Nieren nachhaltig schaden

Insgesamt 18 der 22 Läufer wiesen Werte auf, die einer beginnenden akuten Niereninsuffizienz des Stadium I entsprachen. Einige zeigten bereits Werte des Stadiums II. 16 Teilnehmer wiesen auch ein auffälliges Urinsediment mit Zeichen eines Nierenschadens auf. 

Zwar erholten sich alle Läufer nach dem Lauf relativ schnell wieder, jedoch stimmen die Ergebnisse der Untersuchung die Wissenschaftler bedenklich. Schließlich nehmen viele Läufer an mehreren Läufen pro Jahr teil und trainieren in der Regel zudem regelmäßig, um bevorstehende Marathonläufe auch absolvieren zu können. Wie sich das langfristig auswirkt, ist unklar. Den Wissenschaftlern zufolge sollten Studien an größeren Gruppen und auch langzeitig folgen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.04.17Zum AnfangZurück

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