Unterzucker bei Diabetikern

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Wissen zu Unterzucker bei Diabetikern

Unterzucker (Hypoglykämie) bedeutet, dass der Zuckergehalt im Blut zu gering ist. Dies kommt bei Personen mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vor und ist eine potenziell gefährliche Komplikation der Erkrankung.
Ein Zuckerwert im Blut von weniger als 40 mg pro Deziliter (mg/dl) gilt als Unterzucker (manchmal auch schon bei Werten unter 60 mg mg/dl). Der normale Nüchtern-Blutzucker sollte 90 bis 120 mg/dl betragen. Nach dem Essen sind Werte bis 160 mg/dl wünschenswert. Gesunde Menschen entwickeln keinen Unterzucker, da Hormone für die Bereitstellung von Zucker sorgen, sodass die Körperzellen ausreichend damit versorgt werden. Somit können sie den Stoffwechsel der jeweiligen Situation anpassen.
Menschen mit Diabetes mellitus hingegen können ihren Stoffwechsel von alleine nicht so gut regulieren. Deshalb erhalten sie Medikamente oder Insulin, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Denn das Hormon Insulin ist notwendig, damit Körperzellen Zucker aus dem Blut aufnehmen können. Die Unterzuckerung ist eine Entgleisung des Stoffwechsels, die ein Eingreifen nötig macht.

Ursachen

Unterzucker bei Diabetespatienten kann verschiedene Ursachen haben:
  • im Vergleich zur Zuckeraufnahme (Kohlenhydrate) eine zu große Menge eingenommener Medikamente
  • vergessene oder ausgelassene Mahlzeiten
  • körperliche Aktivität und Sport, ohne Medikamentendosis anzupassen
  • Erkrankungen wie Infekte des Magens und Darms mit Erbrechen und Durchfall
  • Alkohol

Diagnose zu Unterzucker bei Diabetikern

Der Arzt misst den Zuckerwert im Blut des Betroffenen. Ab 40 mg/dl handelt es sich um Unterzucker. Der Blutzucker kann auch selbst oder von Angehörigen gemessen werden, sofern ein Blutzuckermessgerät vorhanden ist.

Symptome

Nicht alle Personen mit Diabetes mellitus entwickeln Symptome. Besonders ältere Menschen, die schon häufiger Unterzuckerungen hatten, haben manchmal gar keine Beschwerden.

Erste körperliche Anzeichen der Unterzuckerung sind möglicherweise:
  • Übelkeit
  • Heißhunger
  • Herzklopfen
  • Schweißausbrüche (kalter Schweiß)
  • Hautblässe
  • Zittern
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen

Zusätzlich können psychische Symptome und Symptome des zentralen Nervensystems auftreten:
  • Unruhe, Erregtheit
  • Ungewohnte Gefühlsausbrüche
  • Epilepsie-ähnliche Anfälle
  • Krämpfe
  • Untertemperatur
  • Koma

Behandlung zu Unterzucker bei Diabetikern

Erste Maßnahme bei Verdacht auf Unterzuckerung ist die Zufuhr von Kohlenhydraten (Zucker). Dabei sind Zucker zu bevorzugen, die schnell zu Verfügung stehen wie Traubenzucker oder Flüssigzucker (geeignet sind auch Fruchtsäfte oder Limonade).
Anschließend erst ist der Blutzucker zu messen. Bei Bewusstlosigkeit ist der Notarzt zu alarmieren, denn Zucker (Glukose) muss als Infusion über die Vene zugeführt werden. Betroffene, die einen Unterzucker nicht durch Beschwerden bemerken, können an speziellen Schulungsprogrammen teilnehmen.

Prognose

Eine leichte Unterzuckerung ist einfach zu behandeln. Dennoch kann eine Person mit Unterzuckerung andere Menschen und sich selbst gefährden (beispielsweise im Straßenverkehr).
Häufige Unterzuckerungen sollten vermieden werden, da mögliche gesundheitliche Folgen wie die Entwicklung einer Demenz nicht ganz auszuschließen sind. Auch für herzkranke Menschen kann Unterzucker gefährlich werden, da er eine Stressreaktion hervorruft, die das Herz belastet.
Schwere Unterzuckerungen sind lebensgefährlich und müssen deshalb umgehend behandelt werden.

Selbsthilfe zu Unterzucker bei Diabetikern

Personen, die leicht Unterzucker entwickeln, sollten immer einige Plättchen Traubenzucker parat haben. Drei bis vier Plättchen Traubenzucker gehen schnell ins Blut. Auch gelöster Zucker oder Flüssigzucker aus der Apotheke ist geeignet. Zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsaft, Cola und Limonade erhöhen ebenfalls rasch den Blutzucker.
Weniger geeignet, aber im Notfall denkbar, sind Süßigkeiten. An Fett gebundener Zucker wie in Schokolade oder Kuchen wirkt nämlich langsamer als freier Zucker.

Daten/Fakten zu Unterzucker bei Diabetikern

Unterzuckerungen kommen bei Diabetes mellitus etwa ein- bis zweimal pro Woche vor. Die Häufigkeit ist von der Art der Behandlung abhängig. Allerdings handelt es sich meist um leichte Unterzuckerungen.
Einen schweren Unterzucker erleiden vor allem Personen mit einer Insulintherapie und hier besonders häufig jene mit einer intensivierten Insulinbehandlung.

Links zu Unterzucker bei Diabetikern

Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
http://www.ddz.uni-duesseldorf.de/index.html
http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/index.html

Deutsche Diabetes-Gesellschaft
Reinhardtstr. 31
10117 Berlin
Tel: 030 - 311 693 70
Fax: 030 - 311 693 720
E-Mail: info@ddg.info
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel
Tel: 0561 - 703 47 70
Fax: 0561 -703 47 71
E-Mail: info@diabetikerbund.de
http://www.diabetikerbund.de

Deutsche Diabetes-Stiftung
Geschäftsstelle
Staffelseestr. 6
81477 München
Tel: 089 - 579 579-0
Fax: 089 - 579 579-19
E-Mail: info@diabetesstiftung.de
http://www.diabetesstiftung.de

Kompetenznetz Diabetes mellitus
Klinikum rechts der Isar
Forschergruppe Diabetes
der Technische Universität München (TUM)
Kölner Platz 1
80804 München
Tel: 089 - 318 738 47
Fax: 089 - 318 77 33
E-Mail: kompetenznetz-diabetes@lrz.uni-muenchen.de
http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net

Unterzucker – Selbsthilfegruppe Bayern
http://www.hypoglykaemie-bayern.de
Autor: Hofmann, Julia11.11.2016

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