Schleudertrauma

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Wissen zu Schleudertrauma (Beschleunigungstrauma)

Das Halswirbelsäulen (HWS)-Schleudertrauma ist eine Beschleunigungsverletzung der Weichteile, es wird deshalb auch Beschleunigungstrauma, HWS-Zerrung oder -Distorsion genannt. Dabei stimmen die nachweisbaren Verletzungen nicht immer mit der Angabe von Schmerzen und Beeinträchtigungen überein. Es gibt eine deutsche und internationale Einteilung der Schweregrade, die leider auch nicht übereinstimmen. Die internationale "Quebec-Klassifikation" teilt die Beschwerden, die drei Tage nach einem Unfall bestehen, in vier Stadien ein:

  • Stadium I: Nackenbeschwerden mit Steifheit und Schmerzen
  • Stadium II: Nackenbeschwerden mit Steifheit und Schmerzen, zusätzlich Veränderungen an Muskeln und Skelett
  • Stadium III: neurologische Befunde
  • Stadium IV: knöcherne Verletzungen.
Alle Stadien können mit zusätzlichen Beschwerden wie Hörstörungen, Ohrgeräuschen (Tinnitus), Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden, Gedächtsnisstörungen und Schmerzen im Kiefergelenk verbunden sein. Da zwischen der Schwere eines Unfalls und chronischen Beschwerden kein sicherer Zusammenhang besteht, ist die Beurteilung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit und des Anspruchs auf Versicherungsleistungen oft schwierig.

Ursachen

Während einer Beschleunigungsbewegung kommt es meist bei einem Verkehrsunfall zum abrupten Stopp des Fahrzeugs. Dabei wirken massive Kräfte auf die Halswirbelsäule mit ihren Muskeln, Bändern, Gelenken und knöchernen Strukturen ein. Diese Art Verletzung ist auch bei verschiedenen Sportarten oder durch einen Sturz möglich.

Diagnose zu Schleudertrauma (Beschleunigungstrauma)

Der Arzt erfragt den Unfallhergang, die Schwere des Unfalls sowie die Beschwerden. Bei der körperlichen Untersuchung versucht er, dass Ausmaß der Verletzungen zu bestimmen. Eine neurologische Untersuchung sollte sich immer anschließen, um etwaige Hirnverletzungen wie eine Gehirnerschütterung nicht zu übersehen. Dabei werden auch die Augenbeweglichkeit und das Gleichgewicht überprüft. Um knöcherne Verletzungen auszuschließen und auch um die Haltung der Halswirbelsäule zu beurteilen, ist eine Röntgenuntersuchung meist sinnvoll. Fragliche Weichteilverletzungen lassen sich mithilfe der Kernspintomografie (MRT) nachweisen.
Kann der Arzt eine Verletzung von Nervengewebe nicht ausschließen, sind neurohysiologische Untersuchungen nötig, mit denen sich Einschränkungen der Nervenfunktion nachweisen lassen.

Symptome
Häufig erst einige Stunden oder Tage nach einem Unfall treten Nackenschmerzen sowie eine Steifheit der Halswirbeläule auf. Dies ist Zeichen der verspannten Nacken- und Schultermuskulatur. Die Schmerzen können in den Hinterkopf ausstrahlen. Möglicherweise ist die Haut überwärmt. In schwereren Fällen kann es zu Schluckstörungen und Missempfindungen oder Taubheit in den Armen oder zwischen den Schulterblättern kommen. Begleitend können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, Gedächtnisstörungen und Schlafstörungen auftreten.
Insbesondere bei Bewusstlosigkeit, Gedächtnisstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel oder starken Kopfschmerzen sollte der Betroffene sofort eine Arzt aufsuchen. Ein Arztbesuch ist aber grundsätzlich nach einem Unfall mit unklarem Schleudertrauma zu empfehlen.







Behandlung zu Schleudertrauma (Beschleunigungstrauma)

Da es sich um eine Zerrung der Weichteile des Halses handelt, ist eine in der Regel kurze maximal dreitägige Ruhe ausreichend. Betroffene sollten während dieser Zeit keine anstrengenden körperlichen Arbeiten machen, nicht zu lange sitzen und stärkere Erschütterungen vermeiden. Eine Halskrause zur Ruhigstellung wird heutzutage nicht mehr verschrieben, da sich alltägliche Aktivität besser bewährt hat. Krankengymnastische Übungen der Physiotherapie können unterstützend wirken. Bei stärkeren Schmerzen können Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Paracetamol helfen. Bei chronischen Beschwerden auch ohne Nachweis entsprechender Veränderungen können antidepressiv wirkende Medikamente, die auch bei chronischen Schmerzen gut wirken, oder eine Psychotherapie sinnvoll sein. Auch Chiropraktik kann bei langanhaltenden Beschwerden helfen.

Prognose
Im Allgemeinen verschwinden bestehende Beschwerden nach einigen Tagen oder Wochen. Spätfolgen und chronische Beschwerden nach einem Schleudertrauma kommen seltener vor. Sie hängen möglicherweise mit zusätzlichen Veränderungen der Wirbelsäule etwa bei älteren Menschen zusammen. Auch bereits vorher bestehende psychische Erkrankungen wirken sich negativ auf die Heilung aus.


Selbsthilfe zu Schleudertrauma (Beschleunigungstrauma)

Kühlung nach einem Schleudertrauma kann Schmerzen und Schwellungen reduzieren. Bestehen nach mehreren Tagen immer noch Schmerzen, sollte spätestens ein Arztbesuch folgen. Der Arzt kann Schmerzmittel verschreiben und auch eine Physiotherapie empfehlen. Gelernte Übungen, vor allem zur Dehnung, lassen sich auch Zuhause durchführen.

Links zu Schleudertrauma (Beschleunigungstrauma)

pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten
Offizielles Organ des Deutschen Verbandes für Physiotherapie – Zentralverband der
Physiotherapeuten / Krankengymnasten (ZVK) e.V.
www.physiotherapeuten.de
Offizielles Organ des Deutschen Verbandes für Physiotherapie – Zentralverband der
Physiotherapeuten / Krankengymnasten (ZVK) e.V.
Zeitschrift für Physiotherapeuten - Schleudertrauma - Gut informiert

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Schleudertrauma
Autor: Hofmann, Julia21.11.2014

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