Hämorrhagisches Fieber

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Wissen zu Hämorrhagisches Fieber

Hämorrhagische Fieber (blutige Fieber) sind Infektionskrankheiten, die meistens durch Viren ausgelöst werden und mit Fieber und Blutungen einhergehen.
Sie gehören zu den Tropenkrankheiten, da sie in aller Regel weltweit in tropischen und subtropischen Regionen vorkommen - besonders in Afrika, Lateinamerika und auch im Mittleren Osten und Pazifikraum. Jede einzelne Virusart tritt jedoch örtlich begrenzt auf.

Zu den viralen blutigen Fiebern gehören:


Ursachen

Die Infektion erfolgt bei den einzelnen Erkrankungen auf unterschiedlichen Wegen:
  • Zeckenbisse (Krim-Kongo-Fieber)
  • Moskitostiche (Gelbfieber, Dengue-Fieber)
  • direkter Kontakt mit den Tieren, die Reservoir für die Viren sind (Ebola)
  • Kontakt mit Tierexkrementen - entweder direkt oder durch Lebensmittel (Lassa-Fieber).
Ursprünglich finden sich die Erreger bei Tieren wie Affen, Nagetieren und auch Haustieren.

Diagnose zu Hämorrhagisches Fieber

Eine genaue Diagnose kann nur durch eine Blutuntersuchung gestellt werden. Im Blut können nach mehreren Tagen Antikörper (Abwehrstoffe) gegen den Erreger des hämorrhagischen Fiebers festgestellt werden. Ein direkter Virusnachweis im Blut ist ebenfalls möglich. Allein durch die Symptome lässt sich nicht feststellen, welche Fiebererkrankung vorliegt. Die meisten hämorrhagischen Fieber haben einen sehr ähnlichen Beginn und bei leichteren Formen auch einen ähnlichen Verlauf, sodass nur genaue Informationen zu Urlaubsland, eventuellen Ausflügen in Regenwälder und zu Übernachtungsstätten Hinweise auf das möglicherweise übertragene Virus liefern können.

Symptome

Das Beschwerdebild eines hämorrhagischen Fiebers kann sehr vielfältig sein. Anhand der Symptomatik lässt sich auf jeden Fall nicht auf den verursachenden Erreger schließen. Zu Beginn kommt es meist zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Übelkeit. Hinzu kommen unterschiedliche Symptome, die manchmal einen Verdacht auf ein bestimmtes Virus zulassen, aber keinesfalls immer in der gleichen Konstellation vorhanden sein müssen. Dazu gehören Blutungen der Haut und der Schleimhäute, Nasenbluten, Erbrechen, Gelbsucht (Ikterus), Hautausschlag (Exanthem) und einige mehr. Auch Komplikationen wie Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) bis hin zum Organversagen (Niere, Leber) sind bei jedem hämorrhagischen Fieber, wenn auch mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit, möglich.

Behandlung zu Hämorrhagisches Fieber

Gegen die meisten der hämorrhagischen Fieber gibt es keine spezielle Therapie. Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen und den Komplikationen, die häufig intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Gegen Gelbfieber zum Beispiel gibt es einen Impfstoff, während gegen andere hämorrhagische Fieber jedoch nur durch Hygienemaßnahmen und Mückenschutz vorzubeugen ist.

Prognose

Auf Grund der fehlenden Therapiemöglichkeiten sind die hämorrhagischen Fieber als gefährlich einzustufen. In vielen Fällen heilen sie folgenlos aus, aber die Krankheitsverläufe können sehr unterschiedlich sein. Bei jedem hämorrhagischen Fieber kann es jedoch zu Komplikationen kommen, die sich je nach Virus in Art und Schwere unterscheiden und sowohl zum Tode als auch zu bleibenden Organschäden führen können.
In jedem Fall hängt die Prognose auch von einer frühzeitigen Behandlung der Komplikationen ab, die intensivmedizinisch erfolgen sollte, denn bereits eingetretene Organschäden wie beispielsweise am Herzen können nicht mehr geheilt werden.

Selbsthilfe zu Hämorrhagisches Fieber

Um Infektionen auf Reisen in tropische und subtropische Ländern möglichst vermeiden zu können, sollten Länderinformationen zu den jeweiligen Reisezielen beim Auswärtigen Amt und auch beim Robert-Koch-Institut eingeholt werden.
Außerdem bewährt es sich, auf allgemeine Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit Lebensmitteln, Trinkwasser und öffentlichen Toiletten und Duschen zu achten. Infektionen, die durch Mücken übertragen werden, kann durch guten Mückenschutz mit entsprechender Kleidung, Moskitonetzen und Insektensprays vorgebeugt werden. Vorsicht ist ebenso geboten bei Kontakt mit Kranken und mit Tieren und deren Ausscheidungen. Sofern noch während der Reise oder noch Wochen danach plötzlich Fieber mit anderen grippeähnlichen Symptomen auftritt, sollte umgehend medizinische Hilfe gesucht werden, die auch unbedingt über einen Tropenaufenthalt informiert werden muss.

Links zu Hämorrhagisches Fieber

Bei Interesse oder Wunsch nach Informationen über Tropenkrankheiten und hämorrhagische Fieber im Speziellen kann die Web-Seite des Robert-Koch-Institutes (RKI) helfen. Dort gibt es Informationen zu den einzelnen Krankheiten und deren Verbreitung nach aktuellem Stand.
Als pdf-Datei gibt es auf der RKI-Seite auch einen Steckbrief über seltene nach Deutschland importierte Infektionskrankheiten.

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel.: 030 - 187 540
Fax: 030 - 187 54-2328
http://www.rki.de

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V.
Info Service
Postfach 40 04 66
80704 München
Tel.: 089 - 21 80-38 30
Fax: 089 - 33 60 38
Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de
http://www.dtg.org
Länderinformationen: http://www.dtg.org/laender

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel.: 030 - 500 00
Fax: 030 - 500 034 02
http://www.auswaertiges-amt.de

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int
http://www.fit-for-travel.de
http://www.crm.de
http://www.muecken.org
http://www.reisemed.at
Autor: Krack, Vanessa24.07.2015

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