Chagas-Krankheit

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Wissen zu Chagas - Krankheit

Die Chagas-Krankheit (Morbus Chagas) ist eine durch einzellige Parasiten (Trypanosomen) ausgelöste Infektionskrankheit. Sie verläuft typischerweise in mehreren Stadien; am Ende kann eine chronische Krankheit mit möglicher Todesfolge stehen. Die Chagas-Krankheit kommt vor allem in Mittel- und Südamerika vor, aber auch in einigen Staaten der USA und in Kanada. Sie wird vorwiegend durch blutsaugende Raubwanzen übertragen, die in Wandritzen und Strohdächern leben. Da die Krankheit in der Regel bei Tieren vorkommt, von diesen aber auch auf den Menschen übertragen werden kann, gehört sie zu den sogenannten Zoonosen. Der Übertragungsweg führt meist über den Kot der Wanzen, den sie beim Stich in die Haut absetzen und der die Parasiten enthält, zum Menschen.
Durch den Stich gelangen die Erreger sehr leicht in den Körper. Es ist aber auch möglich, sich über Lebensmittel anzustecken, die mit Raubwanzenkot in Kontakt gekommen sind. Einmal infizierte Wanzen können bis zu zwölf Monate lang Trypanosomen übertragen.

Weitere Ursachen für eine Infektion

  • Übertragung der Krankheit von der Mutter auf ihr Kind während der Geburt
  • Bluttransfusionen und Organtransplantationen.
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt in etwa fünf bis vierzehn Tage. Bei Bluttransfusionen kann die Inkubationszeit bis zu sechs Wochen betragen.

Diagnose zu Chagas - Krankheit

In der akuten Krankheitsphase kann der Erreger direkt im Blut nachgewiesen werden. In der chronischen Phase ist das fast nie möglich. In diesem Fall kann zur Feststellung der Diagnose versucht werden, im Labor gezüchtete Raubwanzen, die zuvor erregerfrei waren, auf der Haut des Erkrankten zu fixieren, damit sie Blut saugen können. Nach etwa vier Wochen wird der Verdauungstrakt der Wanzen auf den Erreger untersucht (sogenannte Xenodiagnose).

Symptome

Typischerweise verläuft die Krankheit in zwei Phasen - einer akuten und einer chronischen Phase.
Dazwischen liegt eine bis zu Jahren andauernde Latenzzeit, in der Betroffene symptomfrei sind. Bei Schwächung des Immunsystems können auch in der Latenzphase Beschwerden wie in der Akutphase auftreten.

Akutphase

Nach zwei bis vier Wochen treten unspezifische und oft grippeähnliche Symptome auf:
  • Fieber
  • Luftnot
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Seltener Krampfanfälle
  • Lymphknotenschwellung
  • Vergrößerung von Leber und Milz möglich
  • Flüssigkeitsansammlung in den Füßen und im Gesicht (Ödeme).
Eine Herzvergrößerung kann im Röntgenbild des Brustkorbes zu sehen sein. Die Akutphase dauert in etwa vier Wochen.

Chronische Phase

Die chronische Phase ist durch Beschwerden gekennzeichnet, die durch die Organschädigung bedingt sind, die die Einzeller verursacht haben. Sehr typisch sind Veränderungen am Herzen wie Herzmuskelentzündungen und Herzvergrößerung.

Daraus ergeben sich die Symptome:
Dass vor allem das Herz durch die Infektion in Mitleidenschaft gezogen wird, hängt vermutlich damit zusammen, dass der Körper Antikörper (Abwehrstoffe) gegen bestimmte Eiweißstrukturen des Parasiten bildet, die den Rezeptoren auf den Herzmuskelzellen des Menschen sehr ähnlich sind. Dadurch schädigen die Antikörper die Herzmuskelzellen irreparabel.

Behandlung zu Chagas - Krankheit

Ausschließlich in der akuten Phase der Chagas-Krankheit können spezielle Antibiotika oder Antiprotozoika (Mittel gegen parasitäre Einzeller) zur Behandlung eingesetzt werden. Von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfohlen sind "Nifurtimox" und "Benznidazol". Die Trypanosomen werden dadurch abgetötet. Die Therapie dauert mindestens sieben Wochen bis zu drei Monate. In den ersten Tagen sollten die Medikamente wegen ihrer Nebenwirkungen möglichst unter Überwachung im Krankenhaus verabreicht werden. Bisher eingetretene Schäden an Herz oder Darm können damit nicht behandelt werden.

Prognose

In der akuten Krankheitsphase kann die Infektion direkt zum Tode führen, was maßgeblich von Schädigungen an Herz, Gehirn und Darm abhängt.

Komplikationen

  • Gehirnentzündung (Enzephalitis) in der akuten Phase
  • Megakolon (lebensgefährliche Darmauftreibung und -vergrößerung durch Darmbewegungsstörungen mit Aufstau von Darminhalt) in der chronischen Phase
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis) in der akuten Phase
  • Herzschwäche in der chronischen Phase
Für Säuglinge und Kleinkinder sind vor allem die Komplikationen in der Akutphase am gefährlichsten. Die Langzeitprognose der chronischen Erkrankung wird überwiegend durch die Herzschädigung und deren Behandlung bestimmt.

Selbsthilfe zu Chagas - Krankheit

Eine Impfung gegen die Chagas-Krankheit gibt es nicht. Die einzige Möglichkeit zur Vorbeugung einer Infektion besteht für Tropenreisende in Vorkehrungen, die auch gegen jegliche Art von Insektenstichen helfen können. Dazu gehört das Tragen von langärmliger und langbeiniger Kleidung, der Einsatz von Insektensprays, Moskitonetzen und speziell, wenn möglich, das Vermeiden von Übernachtungen in offenen Palmfaserhütten oder Lehmhütten mit vielen Ritzen und Spalten, wo sich Wanzen gern einnisten.

Daten/Fakten zu Chagas - Krankheit

Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) sind schätzungsweise etwa 15 Millionen Menschen weltweit mit dem Erreger Trypanosoma cruzi infiziert. Es gibt etwa fünf Millionen Erkrankte. In endemischen Gebieten wie Argentinien ist davon auszugehen, dass ungefähr 30 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Die Erkrankung ist nach Carlos Chagas benannt, der sie im Jahre 1909 erstmals in Brasilien beschrieb. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre sind am häufigsten betroffen.

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Autor: Krack, Vanessa05.04.2016

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