Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

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Wissen zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Kann das Herz aufgrund einer Herzmuskelschwäche den Körper mit seinen Organen, Muskeln und Geweben nicht mehr ausreichend mit Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, handelt es sich um eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche).
Die Herzschwäche kann akut auftreten und durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Die akute Herzinsuffizienz kann sich wieder zurückbilden. Bei der chronischen Herzinsuffizienz dagegen entwickelt sich die Herzmuskelschwäche über einen längeren Zeitraum.
Je nachdem, welche Bereiche des Herzens betroffen sind, wird zudem die Linksherzinsuffizienz, die Rechtsherzinsuffizienz und die Insuffizienz des ganzen Herzens (globale Herzinsuffizienz) unterschieden. Die Erkrankung wird nach der Schwere der Symptome in vier Stadien eingeteilt. Während im ersten Stadium noch keine Beschwerden bestehen, leiden Betroffene im vierten Stadium bereits in Ruhephasen unter Beschwerden. Die Herzinsuffizienz kommt in Deutschland und Europa relativ häufig vor. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Hauptursache ist die Gefäßverkalkung der Herzkranzgefäße, die koronare Herzkrankheit (KHK). Doch auch andere Herzkrankheiten können Ursache einer Herzinsuffizienz sein.

Ursachen

In bis zu 70 Prozent der Fälle liegt eine koronare Herzkrankheit vor. Dabei wird der Herzmuskel nicht ausreichend durchblutet und es kommt zu Veränderungen von Herzmuskelzellen. Hauptrisikofaktor für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz ist der Bluthochdruck (Hypertonie).

Weitere Risikofaktoren sind:
Alle diese Faktoren begünstigen die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit und einer Herzinsuffizienz. Zunehmendes Alter ist ein weiterer Risikofaktor.

Diagnose zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Bereits die Beschwerden wie Luftnot und Leistungsminderung können den Verdacht auf eine Herzinsuffizienz lenken, aber auch Ursachen anderer Erkrankungen sein.
  • Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung wird der Blutdruck und der Puls gemessen sowie Herz und Lunge abgehört.
  • Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) hilft bei der Beurteilung der Herzfunktion und der Pumpkraft des Herzmuskels. Es können auch veränderte Herzklappen auffallen.
  • Die Elektrokardiografie (EKG) lässt Veränderungen der Herzfunktion erkennen und kann auch Herzrhythmusstörungen aufdecken. Nötig sind oft auch ein EKG unter Belastung (Belastungs-EKG) und ein EKG über 24 Stunden (Langzeit-EKG).
  • Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigt die Größe des Herzens sowie mögliche Auswirkungen einer Herzinsuffizienz auf die Lunge, wie beispielsweise ein möglicher Flüssigkeitsstau. Eine Herzkatheter-Untersuchung lässt Veränderungen der Herzkranzgefäße und Herzklappen erkennen.
  • Weiteren Aufschluss gibt eine Blutuntersuchung, in der sich mögliche Risikofaktoren wie erhöhte Blutfettwerte oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) erkennen lassen.

Symptome

Die akute Herzinsuffizienz äußert sich in plötzlich auftretenden Beschwerden:
  • Luftnot
  • Druckgefühl im Bereich der Brust.

Die chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich langsam und bleibt zu Beginn noch unbemerkt. Schließlich entstehen erst bei größeren Belastungen:
  • Luftnot und Erschöpfung - mit fortschreitender Erkrankung jedoch auch bei geringeren Belastungen und schließlich in Ruhe.

Bei der Linksherzinsuffizienz staut sich aufgrund der Herzschwäche im linken Herzmuskel das Blut in die Lunge zurück und es kommt zu Wassererinlagerungen und infolgedessen zu:
  • Luftnot
  • rascher Ermüdbarkeit
  • Husten
  • möglicherweise Rasselgeräuschen beim Atmen.

Bei der Rechtsherzinsuffizienz staut sich das Blut vor dem rechten Herzen und damit im Körper beziehungsweise in Organen. Mögliche Symptome sind:
  • gestaute Halsvenen
  • vergrößerte Leber
  • Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites)
  • Verdauungsbeschwerden aufgrund von Stauungen des Magens und Darms
  • geschwollene Knöchel und Unterschenkel aufgrund von Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • Gewichtszunahme aufgrund der Wassereinlagerungen
  • vermehrtes nächtliches Urinlassen.

Behandlung zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und die Beschwerden zu lindern. Dafür müssen die Ursachen der Herzinsuffizienz identifiziert und behandelt werden.

Medikamente können das Herz entlasten und stärken. Dabei kommen verschiedene Gruppen von Medikamenten - oft auch in Kombination - zum Einsatz:
  • Diuretika fördern die Ausscheidung von Flüssigkeit
  • Betablocker regulieren die Herztätigkeit
  • Hemmer des Angiotensin-Systems regulieren die Herztätigkeit
  • Digitalis unterstützt den Herzmuskel und die Herzkraft.
Daneben müssen Risikofaktoren der Erkrankungen wie Übergewicht und Rauchen bekämpft werden.

Prognose

Der Verlauf der Herzinsuffizienz lässt sich verlangsamen. Die Schäden am Herzmuskel bei einer chronischen Herzinsuffizienz lassen sich jedoch nicht rückgängig machen. Die Prognose ist abhängig vom Schweregrad der Herzinsuffizienz und ihrer Ursache, jedoch ist die Sterblichkeit hoch. Mit modernen medikamentösen Behandlungen haben sich die Überlebenschancen aber bereits deutlich verbessert.

Selbsthilfe zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Die Selbsthilfe bei einer Herzinsuffizienz besteht in der Vorbeugung. Verschiedene Risikofaktoren und Herzerkrankungen können Ursache einer Herzinsuffizienz sein. Diese Faktoren oder Erkrankungen gilt es zu erkennen und zu behandeln, damit sich keine Herzinsuffizienz entwickelt.

Wichtig ist eine gesunde Lebensweise mit:
  • Rauchverzicht
  • reduziertem Alkoholkonsum
  • gesunder ausgewogener Ernährung
  • ausreichend Bewegung.

Daten/Fakten zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Die Häufigkeit der Herzinsuffizienz nimmt mit dem Alter zu. Schätzungen zufolge sind in Deutschland ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Von den über 75-Jährigen sind es etwa zehn Prozent.

Links zu Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Deutsche Herzstiftung e.V.
Vogtsstraße 50
60322 Frankfurt
Tel: 069 - 955 128-0
Fax: 069 - 955 128-313
Mail: info@herzstiftung.de
http://www.herzstiftung.de

Netzwerkzentrale Kompetenznetz Herzinsuffizienz
Charité, Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel: 030 - 450 576 812
Fax :030 - 450 553 949
http://www.kompetenznetz-herzinsuffizienz.de
http://www.knhi.de
http://www.herzinsuffizienznetz.de
http://www.germanheartfailurenetwork.eu
http://www.ghfn.eu
http://www.heartfailurenetwork.eu

Deutsche Hochdruckliga e.V.
Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
Berliner Str. 46
69120 Heidelberg
Tel: 06221 - 588 550
Fax: 06221 - 588 5525
Mail: info@hochdruckliga.de
http://www.hochdruckliga.de
Autor: Hofmann, Julia07.08.2015

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