Bronchitis bei Baby und Kind

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Wissen zu Bronchitis bei Baby und Kind

Kinder leiden häufig an einer akuten Bronchitis. Dabei handelt es sich um einen Infekt der oberen Atemwege, bei der es zur Entzündung der Bronchialschleimhaut kommt. Bronchien sind Aufzweigungen der Luftröhre, die sich ausgehend von den zwei Hauptbronchien in der Lunge immer weiter verästeln. In der Lunge gelangt der mit der Luft eingeatmete Sauerstoff ins Blut, das den Sauerstoff in alle Gewebe und Organe transportiert. Ursache der akuten Bronchitis sind meist Viren, aber auch bakterielle Entzündungen kommen vor.
Daneben kann es im Rahmen anderer Infektionskrankheiten wie Windpocken, Masern, Scharlach oder Keuchhusten zur akuten Bronchitis kommen. Eine Sonderform ist die obstruktive oder spastische Bronchitis: Besonders bei Babys und kleinen Kindern kommt es häufiger zur Verengung der Atemwege. Dabei schwillt die Bronchialschleimhaut an, zäher Schleim verengt die Bronchien zusätzlich. Auch die unteren Atemwege, die Bronchiolen können betroffen sein (Bronchiolitis). Da ein Teil dieser Kinder später Asthma entwickelt, spricht man auch von asthmatischer Bronchitis. Bei länger als drei Monate anhaltenden Beschwerden handelt es sich um eine chronische Bronchitis.

Ursachen

Ursache der Bronchitis ist immer eine Infektion der Atemwege. Zumeist mit Viren, aber auch mit Bakterien und sehr selten mit Pilzen. Häufig handelt es sich um Erkältungsviren, die über Tröpfchen in der Luft oder über Hände und Gegenstände übertragen werden. Die Schleimhautzellen der Atemwege entzünden sich und sondern später vermehrt Schleim ab.

Diagnose zu Bronchitis bei Baby und Kind

Um welche Art Bronchitis es sich handelt, kann durch die körperliche Untersuchung festgestellt werden. Das Abhören des Brustkorbs mit dem Stethoskop und dem Abklopfen lässt eine Aussage über die betroffenen Lungenabschnitte zu. Eine Rachenuntersuchung und Ohrenuntersuchung geben zusätzliche Hinweise auf ein entzündliches Geschehen. Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion, etwa mit Streptokokken, dient ein Rachenabstrich dem Nachweis. Eine Blutuntersuchung und eine Röntgenaufnahme der Lunge sind selten beziehungsweise nur bei einer schweren obstruktiven Bronchitis oder chronischen Bronchitis nötig.

Symptome

Der akuten Bronchitis geht häufig eine Erkältung voraus.
Typische Beschwerden sind:
  • zunächst trockener Husten, der vor allem nachts und morgens auftritt
  • heller weißlicher Schleim bei viralen Infekten
  • gelblich-grünlicher Schleim bei bakteriellen Infekten
  • Atemgeräusche
Zusätzlich kann das Kind Erkältungssymptome und allgemeine Krankheitssymptome wie Krankheitsgefühl und Fieber aufweisen.
Eltern sollten mit dem Kind den Arzt aufsuchen, wenn:
  • das Fieber 38,5 Grad Celsius überschreitet,
  • die Bronchitis nach wenigen Tagen nicht abklingt,
  • gelblich-grünlicher Auswurf besteht,
  • das Kind Atembeschwerden und Schmerzen im Brustkorb hat.
Bei Atembeschwerden kann sich die Schleimhaut des Kindes bläulich verfärben, es atmet schnell, die Nasenflügel bewegen sich. Am Brustkorb sind während des Atmens Einziehungen zu beobachten. Diese Symptome sollten sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus führen.

Behandlung zu Bronchitis bei Baby und Kind

Bei akuter Bronchitis helfen schleimlösende Medikamente meist in Form von Hustensaft. Diese sind häufig auf pflanzlicher Basis zubereitet. Hustenstillende Medikamente kommen infrage, wenn der Husten sehr stark ist und den Nachtschlaf stört. Allerdings sollten schleimlösende und hustenstillende Medikamente nicht gemeinsam verabreicht werden, da Hustenstiller das Abhusten des gelösten Schleims verhindert und sich der Schleim in den Bronchien staut.
Hilfreich sind zusätzlich Inhalationsbehandlungen, die schleimlösend und befeuchtend wirken. Hohes Fieber lässt sich mit fiebersenkenden Medikamenten bekämpfen. Bei bakterieller und chronischer Bronchitis können Antibiotika die Ursache der Bronchitis beseitigen. Daneben ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit wichtig. Das Kind sollte keine kalte und trockene Luft einatmen. Passivrauch schadet der Gesundheit und führt zur zusätzlichen Reizung der Lunge.

Prognose

Eine Bronchitis sollte nach etwa zwei Wochen ausgeheilt sein. Manchmal weist das Kind noch einige Zeit einen trockenen Husten auf. Auch eine obstruktive Bronchitis lässt sich in der Regel gut behandeln. Jedoch entwickelt etwa ein Drittel der betroffenen Kinder später Asthma bronchiale.

Selbsthilfe zu Bronchitis bei Baby und Kind

Die Heilung einer Bronchitis kann unterstützt werden:
  • Warme Brustumschläge wirken durchblutungsfördernd und helfen den Schleim zu lösen.
  • Luftbefeuchter befeuchten die Atemwege und lindern die Reizung.
  • Mehrmals tägliche Inhalationen etwa mit Kochsalzlösung wirken beruhigend und schleimlösend.
  • Kopfdampfbäder für ältere Kinder befeuchten und beruhigen die Atemwege, lösen zudem den Schleim.
  • Trinken fördert die Verflüssigung des Schleims und damit das Abhusten.
Ätherische Öle und Naturprodukte sollten bei Babys und Kleinkindern nicht angewendet werden! Sie können zu einer lebensgefährlichen Verkrampfung des Kehlkopfs und zu Vergiftungen führen.

Links zu Bronchitis bei Baby und Kind

Deutsche Atemwegsliga e. V.
Im Prinzenpalais, Burgstr. 12
33175 Bad Lippspringe
Tel: 05252 – 933 615
Fax: 05252 – 933 616
E-Mail: kontakt@atemwegsliga.de
http://www.atemwegsliga.de/asthma.html
Autor: Hofmann, Julia04.04.2016

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