Leistungssport in Schwangerschaft: Geht das?

Dürfen Mütter in spe anstrengenden Sport treiben oder gar Leistungssport? Eine Einschätzung legt jetzt das Olympische Komitee (IOC) vor. Demnach scheint es keine allzu negativen Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Geburt zu haben – sogar, wenn Frauen Leistungssport treiben. Dennoch empfiehlt das Komitee in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft etwas kürzer zu treten. 


Kann Sport Ursache von Frühgeburten sein?

Dass anstrengender Sport während der Schwangerschaft die Geburt aufgrund einer verlängerten Wehentätigkeit oder vorzeitige Geburten erhöht, ist unwahrscheinlich, heißt es in einem Statement des IOC. Allerdings stünden nur sehr wenige Studien mit Leistungssportlerinnen zur Verfügung, die sich dieser Fragestellung gewidmet hätten.

Ihrer Einschätzung legt das IOC dann auch nur die Datenanalyse von fünf Studien zugrunde, darunter auch Untersuchungen an Leistungssportlerinnen. Die Experten fokussierten sich dabei auf anstrengenden Sport werdender Mütter kurz vor und nach der Geburt sowie die Auswirkungen auf Mutter und Kind. Sie prüften Befürchtungen, intensiver Sport und Gewichtstraining könnte die Blutversorgung des ungeborenen Kindes gefährden, was eine Frühgeburt auslösen könnte. Möglich wäre auch eine Mangelversorgung des Ungeborenen mit Nährstoffen, sodass die Kinder ein geringeres Geburtsgewicht aufweisen könnten. Es gibt auch die Annahme, Sport könnte die Beckenbodenmuskulatur beeinflussen und die Wehentätigkeit während der Geburt verlängern, sodass möglicherweise ein Kaiserschnitt notwendig werden könnte.


Keine deutlichen Beweise für schädliche Wirkung von Sport

Den Ergebnissen der Studien zufolge, erhöht Sport zwar die Herzfrequenz des Ungeborenen während der Anstrengung. Doch geht diese nach Beendigung der sportlichen Aktivität ebenso schnell wieder zurück. Die Daten zu Leistungssportlern waren aber zu wenige, um sichere Aussagen zuzulassen. 

Anstrengender Sport während der Schwangerschaft reduziere das Geburtsgewicht der Kinder, erhöhe jedoch nicht das Risiko von Untergewicht, so die Forscher. Auch das Risiko einer vorzeitigen Geburt ließ sich nicht belegen, wie auch keine schlechten Vitalzeichen des Kindes nach der Geburt. Auch brauchten Frauen nicht mehr geburtliche Hilfen wie eine Unterstützung der Wehentätgkeit, Dammschnitt oder eine Schmerzlinderung mit einer Periduralanästhesie (PDA). Die Wehentätigkeit von Sportlerinnen sei nicht verlängert und möglicherweise eher verkürzt. Sport könnte das Risiko von Kaiserschnitten reduzieren, wobei hierzu kaum Daten vorlagen.

Leistungssportlerinnen, die schwanger werden möchten, empfehlen die Experten die Intensität ihres Trainings eine Woche nach dem Eisprung und in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft herunterzufahren.  

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.10.16Zum AnfangZurück

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