Eishockeyspiel geht ans Herz

Sport gilt grundsätzlich als gesund – wenn man ihn selbst treibt. Zuschauer von Eishockeyspielen dagegen sind möglicherweise einem hohen Herzrisiko ausgesetzt, finden kanadische Forscher heraus. Erhöhte Risiken für Herzattacken und Herzinfarkt ließen sich bereits beim Zuschauen anderer Sportarten wie beispielsweise Fußball ausmachen.


Sportschauen als Herzinfarktrisiko

Das Sportgeschehen im Stadion oder vor dem heimischen Fernseher zu verfolgen, kann dem Herzen zusetzen, ergaben bereits verschiedene Studien. Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) tragen dabei ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Dies gilt offenbar nicht nur für Fußballspiele, sondern auch für Hockey, zeigt eine aktuelle Untersuchung im "Canadian Journal of Cardiology". Die Wissenschaftler um Paul Khairy des Montreal Heart Institute der Universität Montreal untersuchten erstmalig, wie sich das Ansehen von Hockeyspielen auf das Herz auswirkt.

In der Studie sahen sich 20 gesunde Frauen und Männer über 18 Jahren ein Eishockeyspiel an. Zuvor hatten sie angegeben, wie sehr sie den Sport mochten und unterstützten. Die Forscher untersuchten die Herzfrequenz vor dem Spiel in Ruhe, unter körperlicher Belastung und während eines verfolgten Eishockeyspiels. 

Während die Studienteilnehmer das Spiel im Fernseher verfolgten, stieg die Herzfrequenz durchschnittlich um 75 Prozent an. Sahen sie das Spiel live im Stadion, stieg die Herzschlagrate um durchschnittlich 110 Prozent an. 


Verdopplung der Herzfrequenz

Ein Anstieg der Herzfrequenz um 110 Prozent entspricht einer starken Stressbelastung des Herzens, wie sie auch bei anstrengender körperlicher Aktivität vorkommt, so die Wissenschaftler. Ein um 75 Prozent erhöhter Puls entspricht einer moderaten körperlichen Aktivität. 

Die Forscher stellten fest, dass Herzfrequenzspitzen häufiger als erwartet auftraten. Zu Herzrasen kam es zum Beispiel bei Tormöglichkeiten beider Mannschaften. 

Nicht der Ausgang des Spiels sei für die Intensität der emotionalen Stressantwort entscheidend, so die Wissenschaftler, sondern die Erregung während der Verfolgung des Spiels. Die emotionale stressinduzierte Antwort des Herzens auf ein Spiel könnte Personen für Herzereignisse empfänglich machen. Während eines Spiels käme es zu einer Überstimulation des sympathischen Nervensystems, was sich am Herzen niederschlägt.

Das Risiko sei besonders für Menschen erhöht, die das Spiel live verfolgen. Dem Herz gefährlich werden könnten vor allem in dramatischen Momente des Spiels.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.10.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: