Rückfallfieber

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Wissen zu Rückfallfieber

Das Rückfallfieber ist eine durch eine bestimmte Bakterienart (Borrelien) ausgelöste Infektionskrankheit, die durch Läuse oder Zecken übertragen wird. Deshalb wird zwischen dem "Läuserückfallfieber" und dem "Zeckenrückfallfieber" unterschieden, wobei Letzteres meist eine mildere Verlaufsform hat.
Die Erkrankung tritt vor allem in Afrika, im Nahen Osten und in Mittel - und Teilen Südamerikas auf. Schlechte hygienische Standards sind dafür mitverantwortlich.

Das Rückfallfieber gehört zu den nicht-virusbedingten hämorrhagischen Fiebern (blutige Fieber) und wird auch gemeinsam mit der Lyme-Borreliose zu den menschlichen Borreliosen gezählt.
Das Zeckenrückfallfieber wird über Zeckenbisse übertragen, über Bluttransfusionen oder als Laborinfektion ist es ebenfalls denkbar, aber sehr selten.
Es gibt verschiedene Borrelienarten, die durch die Zecken verbreitet werden (beispielsweise B.hispanica, B.hermsii, B.mazzottii) Das Läuserückfallfieber wird durch Kleider- und Kopfläuse übertragen, die über kleine Verletzungen der Haut in den Körper gelangen.
Der Errger ist meist Borrelia recurrentis - ein anderer als beim Läuserückfallfieber. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich.
In Massenquartieren wie Gefängnissen und Flüchtlingslagern kann es schnell zu größeren Ausbrüchen kommen. Die Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt bei beiden Formen drei bis fünfzehn Tage (meist fünf Tage).

Diagnose zu Rückfallfieber

Eine sichere Diagnose des Rückfallfiebers ist ausschließlich durch eine spezielle Blutuntersuchung ("Dicker Tropfen") möglich. Allerdings lassen sich die Erreger nur während der Fieberschübe finden.

Symptome

Der Fieberzyklus, der der Erkrankung ihren Namen gab, führt in aller Regel schnell zum Verdacht auf Rückfallfieber. Beweisend sind die Fieberschübe jedoch nicht.
Grippeähnliche Symptome:
  • plötzlich hohes Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • möglicherweise Atemnot
  • gegebenenfalls Husten
  • eventuell kleinfleckiges Exanthem (Hautausschlag)
  • Nasenbluten und Einblutungen in die Haut
  • Gelbsucht Ikterus.
Die Beschwerden sind sehr unspezifisch und ähneln denen anderer hämorrhagischen Fieber. Der erste Fieberschub des Rückfallfiebers dauert bis zu sieben Tage.
Darauf folgt ein symptom- und fieberfreies Intervall von bis zu drei Wochen, wobei es meist fünf bis sieben Tage sind.
Die nächsten Fieberschübe nehmen an Dauer und Intensität mit der Zeit ab. Zwei bis drei Fieberanfälle sind die Regel; bis zu 15 Schübe sind jedoch möglich.

Behandlung zu Rückfallfieber

Das Rückfallfieber wird mit Antibiotika behandelt, es kommen Tetracycline, Erythromycin sowie Doxyclin in Frage. Letzteres ist bei Erwachsenen und vor allem Schwangeren das Mittel der Wahl und wird meistens sieben Tage lang verabreicht.
Eine intensivmedizinische Überwachung ist zu Anfang der Antibiotikatherapie sehr wichtig, da es besonders beim Läuserückfallfieber zur gefürchteten Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen kann: Antibiotisch abgetötete Borrelien können plötzlich massenhaft zerfallen und so sehr viel bakterielles Gift (Endotoxine) freisetzen, was zum Kreislaufschock führen kann.

Prognose

Wird das Rückfallfieber nicht behandelt, kann es auch zum Tod führen, aber in den meisten Fällen werden die Fieberzyklen gut überstanden. Das Läuse-Rückfallfieber hat generell einen schwereren Verlauf als das Zecken-Rückfallfieber.

Komplikationen

  • Entzündung von Hirn (Enzephalitis) und Hirnhäuten (Meningitits) mit zunehmender Bewusstseinseintrübung
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • im schlimmsten Fall Multiorganversagen.

Selbsthilfe zu Rückfallfieber

Im Allgemeinen infizieren sich Reisende nicht, sehr schlechte hygienische Bedingungen können jedoch die Infektionsgefahr erhöhen. Gegen die Zeckenbisse im Speziellen schützen Kleidung mit langem Arm und Bein sowie Insektensprays oder - lotionen, die auch Zecken abwehren.

Links zu Rückfallfieber

Bei Interesse oder Wunsch nach weiteren Informationen über Tropenkrankheiten kann die Web-Seite des Robert-Koch-Institutes (RKI) helfen.
Dort gibt es Informationen zu den einzelnen Krankheiten und deren Verbreitung nach aktuellem Stand. Als pdf-Datei gibt es auf der RKI-Seite auch einen Steckbrief über seltene nach Deutschland importierte Infektionskrankheiten.

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 - 187 540
Fax: 030 - 187 542 328
http://www.rki.de

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V.*
Info Service
Postfach 40 04 66
80704 München
Tel: 089 - 218 038 30
Fax: 089 336 038
E-Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de
http://www.dtg.org
Länderinformationen: http://www.dtg.org/laender

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 500 00
Fax: 030 - 500 034 02
http://www.auswaertiges-amt.de

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int
http://www.fit-for-travel.de
http://www.crm.de
http://www.reisemed.at
Autor: Krack, Vanessa03.08.2014

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