Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

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Wissen zu Prostatakrebs

Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata).

Die Prostata gehört neben Samenleiter und Samenbläschen zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Die Drüse hat etwa die Größe einer Kastanie. Sie umschließt die Harnröhre unterhalb der Blase, sodass ein Drüsenwachstum durch eine Einengung der Harnröhe zu einer Abflussbehinderung des Urins führen kann. Man spricht von einer Blasenentleerungsstörung. Dahinter können vielfältige Ursachen stecken. Neben Prostatakrebs sind dies gutartige Prostatavergrößerung und Harnwegsinfektionen, aber auch andere Störungen.

Die Prostata produziert eine Flüssigkeit, die mit dem Samen die Samenflüssigkeit ergibt. Das Prostatasekret macht etwa zwei Drittel der Samenflüssigkeit aus. Die Drüse besteht aus einem äußeren und inneren Anteil.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart des Mannes. Betroffen sind meist ältere Männer um die 70 Jahre. Männer unter 50 Jahren erkranken selten. Die Beschwerden bei Prostatakrebs können denen der gutartigen Prostatavergrößerung gleichen.

Ursachen
Hauptrisikofaktor für Prostatakrebs ist das Alter, denn die Erkrankung entwickelt sich am häufigsten bei älteren Männern. Auch die Vererbung kann eine Rolle spielen. Hatten männliche Vorfahren bereits Prostatakrebs oder weibliche Vorfahren Brustkrebs, ist das eigene Erkrankungsrisiko erhöht. Als weitere Risikofaktoren werden Ernährung, Körpergewicht und Bewegung diskutiert. Zudem ensteht Prostatakrebs hormonabhängig. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron ist beteiligt.

Diagnose zu Prostatakrebs

Viele Männer mit Prostatakrebs haben an einer Vorsorgeuntersuchung / Früherkennungsuntersuchung teilgenommen und das Ergebnis der sogenannten PSA-Untersuchung war erhöht. PSA bedeutet Prostata-spezifisches Antigen, ein Eiweißstoff des Prostatasekrets. Dieses Eiweiß steigt bei Erkrankungen der Prostata an, aber auch nach einer Massage der Drüse oder nach Belastungen wie Fahrradfahren. Ein erhöhter Wert bedeutet also nicht in jedem Fall, dass Prostatakrebs vorliegt.

Eine Tastuntersuchung über den Darmausgang dient der Bestimmung von Größe und Beschaffenheit der Prostata. Eine Ultraschalluntersuchung über den Enddarm (transrektale Sonografie) dient der bildlichen Darstellung der Prostata und kann Veränderungen anzeigen. Eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit einer feinen Nadel erbringt die sichere Diagnose.

Wurde Krebs festgestellt, lassen sich Größe des Tumors und Ausdehnung der Erkrankung mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (CT) bestimmen. Eine Szintigrafie kann Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Knochen zeigen. Röntgenaufnahmen der Lungen und Ultraschalluntersuchungen der Nieren dienen dem Ausschluss von Metastasen in Lunge und Nieren.

Symptome
Beschwerden kommen in der Anfangsphase der Krebserkrankung kaum vor, sodass man selbst eine Erkrankung längere Zeit nicht vermutet. Mit zunehmendem Wachstum des Tumors und einer möglichen Ausbreitung können sich folgende Symptome einstellen:
  • Beeinrächtigungen beim Urinlassen: Häufiges Wasserlassen, geringe Urinmenge, erschwertes Wasserlassen, schmerzhaftes Wasserlassen, starker Harndrang
  • Blutbeimengungen im Urin und im Ejakulat (selten)
  • Knochenschmerzen, Rückenschmerzen und Ischiasschmerzen durch Tochtergeschwülste in den Knochen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Erektionsstörungen

Behandlung zu Prostatakrebs

Je nach Fortschreiten und Stadium eines Prostatakrebses sowie Alter und Gesundheitszustand des Patienten stehen verschiedene Behandlungsmethoden zu Verfügung:
  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherpie
  • Hormontherapie
  • aktive Überwachung des Tumors

Frühstadium: Tumoren im Frühstadium sind auf die Prostata begrenzt und lassen sich häufig operativ entfernen. Entfernt wird die gesamte Prostata. Alternativ ist eine Strahlentherapie möglich, vor allem wenn eine Operation etwa wegen des Alters oder Erkrankungen nicht möglich ist. Bei einigen älteren Männern ab 75 Jahre, deren Tumor langsam wächst, ist auch eine Beobachtung und Überwachung des Tumorwachstums möglich. Denn einige Tumoren wachsen sehr langsam, sodass keine Einschränkung der Lebenserwartung oder Lebensqualität zu erwarten ist.
Fortgeschrittenes Stadium: Der Tumor hat sich bereits ins Nachbargewebe ausgebreitet und Tochterabsiedlungen (Metastasen) in Lymphknoten gebildet. Eine Kombinationsbehandlung aus Operation, Strahlentherapie und Hormontherapie sollt das Tumorwachstum hemmen. Eine Heilung ist nicht ausgeschlossen.
Metastasen in Knochen und prostatafernem Gewebe: Hormon-, Chemo- und Strahlentherapie werden eingesetzt, um das Tumorwachstum zu verlangsamen. Im Vordergrund steht der möglichst lange Erhalt der Lebensqualität des Patienten. Dazu gehört auch eine Schmerzbehandlung.

Prognose
Bei einigen Patienten wächst der Tumor sehr langsam, bei anderen schnell und aggressiv. Eine Vorhersage lässt sich oft nicht treffen. Im Frühstadium ist Prostatakrebs häufig heilbar. Hat der Tumor die Organgrenzen überschritten, verschlechtert sich die Prognose.
Die Entfernung der Prostata ist mit Folgen verbunden. Impotenz und ungewollter Abgang von Urin (Inkontinenz) sind möglich.




Selbsthilfe zu Prostatakrebs

Während unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz) häufig einige Wochen und Monate nach der Behandlung verschwindet, ist die Impotenz ein weiteres belastendes Problem. Sie kann eine Verletzungsfolge oder Zerstörung der Penisnerven bei der Operation oder nach der Bestrahlung sein und ist oft leider nicht zu verhindern. Vor der Behandlung kann der Patienten dem Arzt seine Sorgen mitteilen und auch besprechen, ob eine potenzerhaltende Operation möglich ist. Häufig ist auch unmittelbar nach einer Operation nicht klar, ob eine bestehende Impotenz bleibend ist oder mit der Zeit verschwindet. Helfen können bei Potenzproblemen auch Medikamente.

Links zu Prostatakrebs

Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Telefon: 02 28 / 7 29 90-0
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de
Prostatakrebs. Antworten. Hilfen. Perspektiven.

Novartis Pharma GmbH
Roonstraße 25
90429 Nürnberg
Tel. +49 911 273-0
Fax +49 911 273-12653
E-Mail: novartis.online@novartis.com
http://www.leben-mit-prostatakrebs.de/

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
http://www.prostatakrebs-bps.de/
Autor: Hofmann, Julia02.02.2012

Quellenangabe für Zitate

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