Impotenz

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Wissen zu Impotenz (Erektile Dysfunktion, ED)

Wenn es beim Sex nicht mehr richtig funktioniert, kann ursächlich "Impotenz" oder "Erektile Dysfunktion" dafür verantwortlich sein.
Dies ist der Fall, wenn ein Mann keine Erektion bekommt, sich das Glied beim beim Geschlechtsverkehr nicht ausreichend versteift oder die Erektion nicht lange genug aufrecht erhalten werden kann. Erektionen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel von Muskeln, Hormonen und Blutgefäßen und auch die Psyche trägt ihren Teil dazu bei.

Den Teufelskreis unterbrechen und professionelle Hilfe suchen
Obwohl die Problematik gut behandelt werden kann, wagen viele Betroffene den Schritt zum Arzt nicht oder erst nach vielen Jahren. Es ist ihnen peinlich, darüber zu sprechen und daher leiden viele lieber im Stillen.
Auch die Partnerin ist meist ratlos. Nach einigen Fehlversuchen wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt. Der Mann versucht seine Verunsicherung und sein angeschlagenes Selbstwertgefühl zu verbergen, während die Partnerin sich unattraktiv und ungeliebt fühlt.
Emotionaler Rückzug, Scham und Schuldgefühle stellen sich ein und tragen dazu bei, dass auch der nächste Versuch scheitert. Um eine Lösung zu finden, ist es daher wichtig, dass die Partner über die Problematik sprechen und sich professionelle Hilfe suchen.

Diagnose zu Impotenz (Erektile Dysfunktion, ED)

Eine gründliche medizinische Diagnostik von Potenzproblemen bein-haltet verschiedene Aspekte. Potenzstörungen können sehr unterschiedlich sein und reichen von gelegentlichen Erektionsproblemen bis zum vollkommenen Verlust der Erektionsfähigkeit.
Mediziner unterscheiden zwischen Errektionsstörungen und Unfruchtbarkeit, also der Unfähigkeit, trotz normaler Erektion ein Kind zu zeugen.
Die Diagnose Erektile Dysfunktion (ED) wird dann gestellt, wenn die Problematik mindestens sechs Monate anhält und in über 70 Prozent der Versuche ein befriedigender Geschlechtsverkehr erfolglos bleibt.

Die Erhebung der Krankengeschichte
In einem ausführlichen Arzt-Patienten Gespräch werden Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Lebensstil, Sexualverhalten und die psychische Verfassung erhoben.
Wichtig dabei ist auch, ob der Patient in der letzten Zeit sehr unter Stress stand, Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen konsumiert. Dabei kann sich bereits zeigen, ob die Ursachen der Impotenz eher im psychischen oder organischen Bereich liegen.
Erektionsstörungen können durch andere Erkrankungen verursacht werden, beispielsweise als Folge einer Prostataentfernung oder als Medikamentennebenwirkung (zum Beispiel bei Bluthochdruck).

Die körperliche Untersuchung
Die Begutachtung des Körperbaus, Gewicht, Blutdruck und Pulsfrequenz liefern Hinweise auf eventuelle Begleiterkrankungen oder Hormonstörungen.
Eine Tastuntersuchung von Unterbauch, Hoden und Penis kann Verhärtungen, Venenerweiterungen oder andere Veränderungen aufdecken.

Laborwerte und spezielle Tests
Bei Impotenz wird routinemäßig Blut abgenommen, um den Blutzuckerwert zu bestimmen, Cholesterin, Schilddrüsenwerte, Hormone sowie Leber- und Nierenwerte und eventuell Prostatawerte (PSA).
Die Erektile Dysfunktion tritt häufig auch im Zuammenhang mit anderen Erkrankungen auf, welche die Blutgefäße betreffen. Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose müssen bedacht werden, denn auch sie betreffen die Blutgefäße.
Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung oder Risikofaktoren, die darauf hinweisen, wird ein Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) durchgeführt. Dabei wird ein gefäßerweiterndes Mittel in den Penis gespritzt, das eine Erektion auslöst.
Ein nahezu schmerzloser Vorgang, bei dem der arterielle Blutzufluss in die Schwellkörper gemessen wird. Sowohl der erreichte Erektionsgrad als auch die Bluteinströmungs-Geschwindigkeit sind zur Beurteilung der Blutgefäße und der Schwellkörper wichtig.

Behandlung zu Impotenz (Erektile Dysfunktion, ED)

Ein Facharzt für Urologie passt die Behandlungsmöglichkeiten an die Ursache der Impotenz und an die individuellen Bedürfnisse des Patienten an. Diese reichen von der Medikamentengabe über Gefäßoperationen oder Penisprothesen bis hin zu Ereketionshilfen wie der Vakuumpumpe.
Den meisten Betroffenen kann mit modernen Medikamenten, den so genannten PDE 5-Hemmern, gut geholfen werden. Diese haben sich mittlerweile zur wichtigsten Therapiesäule bei Erektionsproblemen entwickelt.
Bei psychisch bedingten Erektionsstörungen wird der Wirkstoff Yohimbin eingesetzt. Im Gegensatz zu Bedarfsmedikamenten, die direkt vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, wie Viagra, soll Yohimbin regelmäßig eingenommen werden.
Bei einem nachgewiesenen Testosteronmangel kann Testosteron als Pflaster auf die Haut geklebt, als Gel eingerieben oder gespritzt werden.

Psychische Faktoren berücksichtigen
Die psychische Seite sollte nicht vernachlässigt werden, denn selbst wenn eine ursprünglich körperlich verursachte Impotenz bestand, führt diese fast immer auch zu einer Beeinträchtigung von Selbstwertgefühlen.
Verlust- und Versagensängste können dazu kommen sowie Depressionen, die wiederum die Potenzprobleme verstärken können. Stressreduktion und Entspannungstechniken können helfen, entspannter mit der Situation umzugehen.
Eine Paarberatung oder eine Sexualtherapie kann helfen, die Partnerschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Ziel ist es, erneut eine befriedigende Sexualität erleben zu können.

Prognose

Je eher die Ursache der Problematik gefunden wird und umso offener ein Betroffener mit seiner Problematik umgeht, umso besser sind die Heilungschancen. Gespräche, Information und Austausch tragen erheblich dazu bei, die richtige Lösung zu finden.

Selbsthilfe zu Impotenz (Erektile Dysfunktion, ED)

Erektionsstörungen betreffen beide Partner. Obwohl die Erektile Dysfunktion nur den Mann betrifft, leidet gleichzeitig auch die Partnerin darunter. Die Spannungen über ein wichtiges Beziehungsthema sollten miteinander besprochen werden, denn unausgesprochene Erwartungen und unbeabsichtigter Leistungsdruck können die Impotenz verstärken.
Schon ein Sprichwort sagt: "Geteiltes Leid, halbes Leid " und so bringt das Gespräch darüber meist schon eine Erleichterung mit sich. Einige Paare akzeptieren den Verlust der Erektionsfähigkeit als Teil des Älterwerdens, andere wollen darauf nicht verzichten und informieren sich über Lösungsmöglichkeiten.

Den Lebensstil überprüfen
Eine gesunde Ernährung, ausreichend sportliche Betätigung und eine stabile psychische Situation helfen im Allgemeinen, Erkrankungen vorzubeugen und sollten auch bei Impotenz beachtet werden.
Es lohnt sich, den Lebensstil einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und Risikofaktoren auszuschalten. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann ebenso dazu beitragen, die Potenzprobleme in den Griff zu bekommen, wie geregelte Tagesabläufe und ausreichend Schlaf.

Daten/Fakten zu Impotenz (Erektile Dysfunktion, ED)

Nach Schätzungen der WHO sind weltweit über 150 Millionen Männer von einer Impotenz oder Erektilen Dysfunktion (ED) betroffen. Im Alter kommt die Problematik besonders häufig vor.
Die Erhebungen in Deutschland besagen, dass etwa zwei Prozent der 30 bis 39-Jähigen betroffen sind, zehn Prozent der 40 bis 49-Jährigen, 16 Prozent der 50 bis 59-Jährigen, 34 Prozent der 60 bis 69 Jährigen und über die Hälfte, 53 Prozent der 70 bis 79-Jährigen.
Obwohl die Problematik viele Männer betrifft, suchen Betroffene im Schnitt erst nach eineinhalb Jahren Hilfe.

Links zu Impotenz (Erektile Dysfunktion, ED)

Das Urologielehrbuch im Internet über Erektile Dysfunktion
http://www.urologielehrbuch.de/erektile_dysfunktion.html

Selbsthilfegruppe bei Erektiler Dysfunktion (Impotenz)
http://www.impotenz-selbsthilfe.de/

Bildhafte Darstellung der Erektilen Dysfunktion
http://www.youtube.com/watch?v=PCD02MtZIzU&feature=related

Professor Kerbel über die Erektile Dysfunktion
http://www.youtube.com/watch?v=pizbf44xeeA
Autor: Huth, Dörthe03.08.2014

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