Szintigraphie

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Methode zu Szintigraphie

Die Szintigrafie ist ein bildgebendes, nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren. Schwach radioaktive Substanzen (Radionuklide) machen Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar, sodass sich Durchblutung und Funktion von Geweben beurteilen lassen.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Verabreichte radioaktive Substanzen reichern sich im Gewebe an. Dabei werden je nach zu untersuchendem Gewebe unterschiedliche Substanzen verwendet, etwa Jodverbindungen für Schilddrüsenuntersuchungen und Phosphonate für Skelettuntersuchungen.
Die Anreicherung der Substanz lässt das Gewebe strahlen, was mit einer bestimmten Kamera (Gamma-Kamera) erfasst werden kann. Der Computer errechnet Schwarzweiß- oder Farbbilder, die den Aktivitätszustand des Gewebes anzeigen.

Wozu dient die Szintigrafie?

Die Szintigrafie dient der Diagnostik verschiedener Erkrankungen, zum Beispiel:
  • Schilddrüse: Funktionsstörungen (Schilddrüsenüberfunktion), Zysten, Schilddrüsenkrebs
  • Knochen/Skelett/Knochenmark: Entzündungen, Metastasen (Tochtergeschwülste von bösartigen Tumoren)
  • Herz: Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung)
  • Nieren: Verengung der Nierenarterien (Nierenarterienstenose)
  • Lunge: Lungenembolie, obstruktive Lungenerkrankungen
  • Gehirn: Demenz, Hirninfarkt (Schlaganfall)
  • Leber, Nieren: Nach Transplantation, Funktionsprüfungen.

Was ist im Vorfeld zu beachten?

Je nach Untersuchung sind möglicherweise Verhaltensweisen zu beachten, die für eine aussagekräftige Untersuchung nötig sind. Im Fall der Schilddrüsenszintigrafie ist dies etwa das kurzfristige Weglassen von Medikamenten. Genauere Informationen erhalten Betroffene spätestens bei der Terminvereinbarung zur Untersuchung.

Wie läuft die Szintigrafie ab?

Bei der Szintigrafie wird meist über eine Vene eine kleine Menge einer radioaktiv markierten Substanz verabreicht. Je nach Untersuchung hat sich die Substanz nach wenigen Minuten bis mehreren Stunden im Untersuchungsgebiet angereichert.
Ein spezielles Gerät, eine Gamma-Kamera, erfasst die vom Gewebe ausgehende Strahlung. Häufig besteht die Untersuchung aus mehreren Phasen, in denen zu unterschiedlichen Zeiten Bilder angefertigt werden. Die Untersuchung erfolgt im Sitzen oder Liegen. Durchschnittlich ist mit einer Untersuchungsdauer von fünf bis 25 Minuten zu rechnen, sie kann aber auch länger dauern.

Alternativen zu Szintigraphie

Risiken

Szintigrafien sind in der Regel ungefährlich und kaum belastend. Mit der Punktion einer Vene kann es zu einer Gefäßverletzung oder einem Bluterguss kommen. Auch Infektionen sind möglich, kommen aber sehr selten vor.
Die Strahlenbelastung ist gering und die radioaktive Substanz wird über die Nieren ausgeschieden, sodass auch Kinder an der Untersuchung teilnehmen können, falls nötig. Schwangere Frauen allerdings sollten keine Szintigrafie erhalten.

Alternativen

Je nach zu untersuchendem Gewebe und vermuteter Erkrankung kommen alternativ verschiedene Untersuchungen in Betracht. Dies können Blutuntersuchungen, bildgebende Untersuchungen wie Ultraschalluntersuchung (Sonografie), Kernspintomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) wie auch Röntgenuntersuchung der Gefäße, eine Angiografie, sein.

Kosten zu Szintigraphie

Die Untersuchungskosten übernimmt nach einer Verordnung die Gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Daten/Fakten zu Szintigraphie

Die radioaktiven Substanzen verursachen eine geringe Strahlenbelastung, die oft unter der einer Röntgenuntersuchung liegt. Sie ist vergleichbar mit der Belastung, der ein Mensch im Verlauf eines Jahres ganz natürlich ausgesetzt ist. Denn die Menge der eingesetzten radioaktiven Stoffe ist sehr gering, die Stoffe zerfallen im Körper rasch und werden über die Nieren ausgeschieden. Die Ausscheidung lässt sich durch eine erhöhte Trinkmenge nach der Untersuchung beschleunigen.

Links zu Szintigraphie

Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/untersuchung/szintigraphie.php

Weiteres
http://www.szintigraphie.org
Autor: Hofmann, Julia11.02.2016

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