Japanische Enzephalitis

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Wissen zu Japanische Enzephalitis

Fernreisen boomen. Gebiete, die ein durchschnittlicher Mitteleuropäer noch vor wenigen Jahren nur aus Indochina-Kriegsfilmen kannte, werden zum bevorzugten Ziel der Weltenbummler von nebenan: Indien, Pakistan, China, Thailand, Burma, Nepal … Zugleich müssen sich Reisefreudige mit einer Krankheit auseinandersetzen, die genau dort beheimatet ist, in unseren Breiten jedoch unbekannt ist: die Japanische Enzephalitis.

Der Grund: Die Japanische Enzephalitis wird durch Stechmücken (Moskitos) übertragen, die sich vor allem in den wasser- und sumpfreichen Gegenden Ostasiens wohlfühlen. Anders, als der Name vermuten lässt, ist die Japanische Enzephalitis also keineswegs auf das Inselreich Japan beschränkt. Obwohl das Robert-Koch-Institut das Infektionsrisiko für Reisende als kalkulierbar einschätzt, sollte man sicherheitshalber über die Krankheit Bescheid wissen. Als schwere Virusinfektion befällt die Japanische Enzephalitis vor allem Kinder und ältere Menschen; robuste Erwachsene hingegen bemerken die Symptome und Auswirkungen dieser Infektion meistens noch nicht einmal. Dabei ziehen diese sogenannten Flavi-Erreger, falls die Krankheit tatsächlich ausbricht, das Zentralnervensystem in Mitleidenschaft, speziell das Gehirn. 
Als Wirte dienen den Viren Vögel und Haustiere, speziell Schweine. Deshalb ist die Infektionsrate bei der Landbevölkerung deutlich höher. Außerdem muss zwischen weniger gefährdeten Zonen und dauerdurchseuchten Regionen unterschieden werden, wo etwa jeder 200. Mückenstich eine Japanische Enzephalitis übertragen kann, besonders in der Hauptübertragungszeit von Juni bis September. Diese Periode wird von manchen Medizinern auf Mai bis Dezember ausgeweitet. Das Virus, das die Japanische B-Enzephalitis auslöst, wird zur Gruppe der Arboviren gerechnet. Damit besteht eine Verwandt-schaft mit jedem Virus, das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslöst.

Diagnose zu Japanische Enzephalitis

Fünf Tage bis zwei Wochen können vergehen, bis die Krankheit nach der Infektion ausbricht. Bei den Betroffenen – meist Kinder und Ältere – zeigen sich nach dieser Inkubationszeit Krankheitserscheinungen, die an den Beginn einer Hirnhaut- oder Hirnentzündung erinnern können:
95 % der Infizierten zeigen nur diese Symptome. Kommt die Krankheit jedoch bei den besonders gefährdeten Gruppen massiv zum Ausbruch, werden zusätzlich diese Symptome festgestellt:
  • Die Kranken zeigen Anzeichen eines grippalen Infekts
  • Den Kranken ist übel, und sie müssen sich erbrechen
  • Die Betroffenen leiden unter Durchfall
  • Nach spätestens vier Tagen wird das Fieber höher
  • Der Nacken versteift sich
  • Die Kranken reagieren empfindlich auf Licht
  • Krämpfe setzen ein
  • Es kommt zu Bewusstseinsstörungen, die bis zum Koma reichen können
  • Die Schultern und andere Körperpartien werden gelähmt
  • Nicht selten kommt es zu bleibenden psychischen und neurologischen Schäden.
Festgestellt wird die Japanische Enzephalitis, indem die Erreger im Nervenwasser Liquor cerebrospinalis nachgewiesen werden. Außerdem verrät sich die Krankheit durch spezielle Antikörper im Blut der Patienten.

Behandlung zu Japanische Enzephalitis

Eine gezielte Therapie gegen die Japanische Enzephalitis konnte bislang noch nicht entwickelt werden. Den Kranken wird Linderung verschafft, indem die Symptome bekämpft werden – notfalls im Rahmen einer Behandlung auf der Intensivstation.

Prognose 

Falls eine Person besonders anfällig reagiert, können das Gehirn oder das Zentralnervensystem betroffen werden – oder beides. In diesem Fall liegt die Sterblichkeitsrate bei rund 30%. Lähmungen und andere dauerhafte Schädigungen betreffen ein weiteres Drittel.

Selbsthilfe zu Japanische Enzephalitis

Im Falle der Japanischen Enzephalitis ist Selbsthilfe durch Vorbeugung möglich.
Da die Erreger durch den Stich bestimmter Mücken übertragen werden, empfiehlt sich bei Reisen in betroffene Gebiete:
  • Tragen Sie lange Kleidung, die so viele Hautpartien wie möglich abdeckt!
  • Nachts sind Moskitonetze Pflicht; achten Sie darauf, dass deren Maschen eng genug sind und die Netze zudem imprägniert worden sind!
  • Wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind, können Sie sich vor Antritt einer Reise in die gefährdeten Gebiete durch eine spezielle Impfung schützen, da das Serum in unseren Breiten zugelassen ist.
  • Kinder bis zum 18. Lebensjahr müssen direkt vor Ort einer Impfung unterzogen werden, da der für sie geeignete, in Asien produzierte Impfstoff bei uns noch nicht erlaubt worden ist.

Daten/Fakten zu Japanische Enzephalitis

  • Jährliche Ansteckungen: ca. 50.000 (höhere Dunkelziffer vermutet)
  • 99% der Infektionen verlaufen symptom- und folgenlos
  • Sterblichkeitsrate bei tatsächlichem Krankheitsausbruch: 10% bis 20%.

Links zu Japanische Enzephalitis

Auswärtiges Amt / Internetredaktion
Werderscher Markt 1
10117 Berlin
Merkblatt: Japanische Enzepahlitis
Autor: Bertrams, Reimund26.07.2014

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