Hoden (Wasserbruch, Hydrozele)

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Wissen zu Hoden, Wasserbruch (Hydrozele)

Eine Hydrozele ist eine Flüssigkeitsansammlung innerhalb des Hodensacks. Es werden eine Hydrocele testis (im Bereich der Hoden) von einer Hydrocele funiculi spermatici (im Bereich des Samenstrangs) unterschieden. In den meisten Fällen wird die Flüssigkeit im Laufe der Zeit vom Körper wieder aufgenommen (resorbiert). Sofern sich jedoch die Größe der Hydrozele immer wieder ändert, muß von einer dünnröhrigen Verbindung im Verlauf der Bauchfellausstülpung bis zur Bauchhöhle ausgegangen werden, die sich nicht spontan zurückbilden wird.

Ursachen

Beim Abstieg des Hodens (geschieht normalerweise schon beim Fötus vor der Geburt) vom Bauchraum in den Hodensack nimmt dieser eine Ausstülpung des Bauchfells mit, die in der Folge fest miteinander verkleben sollte. Geschieht dies nur teilweise, kann die von den Blättern des Bauchfells gebildete Flüssigkeit nicht zurück in die Bauchhöhle abfliessen und sammelt sich im Hodensack. Wenn der nicht miteinander verklebte Anteil der Bauchfellaussackung sich im Bereich der Hoden befindet, spricht man von einer Hydrocele testis. Befindet er sich im Verlauf des Samenstrangs, handelt es sich um eine Hydrocele funiculi spermatici. Bei ein bis zwei Prozent der männlichen Neugeborenen besteht eine solche angeborene Hydrozele.
Ursachen für eine Hydrozele im höheren Lebensalter:
  • Eine Entzündung des Hodens oder Nebenhodens
  • Eine Hodenverletzung
  • Hodenkrebs.
Daher alle Schwellungen im Bereich des Hodensacks unbedingt zeitnah ärztlich abklären lassen!

Diagnose zu Hoden, Wasserbruch (Hydrozele)

Eine Hydrozele kann in der Regel schon vom klinischen Bild her diagnostiziert werden. Der Arzt tastet eine prallelastische Schwellung des Hodensackes. Die Diagnose kann mittels Ultraschalluntersuchung bestätigt werden, bei der sich die Flüssigkeitsansammlung gut darstellen läßt. Diese Untersuchung dient insbesondere auch dazu, andere Ursachen für diese Flüssigkeitsbildung wie beispielsweise einen Hodentumor auszuschliessen.

Symptome

In der Regel macht die Hydrozele keine Beschwerden. Aufgrund einer erheblichen Größe kann sie jedoch zu Problemen beim Stehen und Laufen führen und ein Schweregefühl verursachen.

Behandlung zu Hoden, Wasserbruch (Hydrozele)

Wenn es bei einem betroffenen Säugling nach einem Vierteljahr nicht zu einer spontanen Rückbildung der Hydrozele gekommen ist, sollte eine Operation vorgenommen werden. Keinesfalls sollte der Hodensack anpunktiert (mit einer Hohlnadel eingestochen) werden, da diese Maßnahme eine Infektionsgefahr birgt. Weiterhin könnten dabei Samenstranggefäße verletzt und dadurch eine Hodenschrumpfung verursacht werden. Bei der Operation wird die Hydrozele/ freigelegt, die Flüssigkeit abgesaugt und die Verbindung zwischen Hodensack und Bauchhöhle verschlossen. Die Therapie eines im Erwachsenenalter aufgetretenen Wasserbruchs richtet sich entscheidend nach der Ursache. In erster Linie ist ein bösartiger Tumor auszuschliessen.

Prognose

Eine Hydrozele, die nicht in Folge einer Infektion, Verletzung oder Krebs besteht, wird normalerweise nur als störendes kosmetisches Problem empfunden. Im ausgeprägten Fall kann es jedoch durch Druck zu einer Funktionsstörung der Hoden mit nachfolgend eingeschränkter Fruchtbarkeit kommen. Auch das Risiko einer Hodentorsion (Hodenverdrehung) ist bei einem "schwimmenden" Hoden erhöht. Die Prognose der Hydrozele - eine gutartige Ursache vorausgesetzt - ist nach erfolgter Operation gut. Nur selten kommt es zu einem Wiederauftreten.
Autor: Schmitt, Sabine26.07.2014

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