Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

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Wissen zu Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

Hepatitis-C ist eine infektiöse Leberentzündung. Auslöser ist das Hepatitis-C-Virus, kurz HCV. Der Krankheitserreger wird vor allem über das Blut, Blutprodukte und Blutkontakte übertragen. Zwar findet sich das Virus auch in Körperflüssigkeiten wie Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch, doch ist eine Ansteckung darüber eher unwahrscheinlich. Noch vor einigen Jahren nannte man diese Form der Leberentzündung Hepatitis-Non-A-Non-B. Bei den Viren handelt es sich um Flaviviridae, von denen einige Subtypen bekannt sind. Das Virus wurde erst vor gut 20 Jahren als Auslöser der Hepatitis-C identifiziert.
Viele infizierte Menschen bemerken eine Infektion zunächst nicht, da es zu uncharakteristischen Beschwerden kommt. Möglicherweise wird die Erkrankung als Zufallsdiagnose, im Rahmen einer HIV-Testung oder beim Blutspendedienst festgestellt. In bis zu 80 Prozent der Fälle entwickelt sich eine chronische Leberentzündung mit zunehmender Schädigung der Leber. Die Hepatitis-C ist die zweithäufigste Ursache für eine Schrumpfleber (Leberzirrhose), die nach Jahren oder Jahrzehnten entstehen kann. Weiteres Risiko ist die Entstehung von Leberkrebs. Die Hepatitis-C ist eine meldepflichtige Erkrankung. Es ist davon auszugehen, dass viele Menschen nichts von der Infektion wissen, sodass eine hohe Dunkelziffer besteht. Eine schützende Impfung gibt es leider nicht.

Ursachen

Verursacher der Hepatitis C ist ein Virus, das über das Blut und seine Produkte übertragen wird (parenterale Übertragung). Bis zur Identifikation waren Blutkonserven wahrscheinlich die häufigsten Infektionsquellen. Dieses Risiko ist heutzutage durch Testung weitgehend ausgeschlossen. Ein hohes Infektionsrisiko haben aber beispielsweise drogenabhängige Menschen, die sich ihr Spritzbesteck teilen.
Seltener, aber nicht ausgeschlossen, ist eine Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, Rasierklingen oder Zahnbürsten. Infektionen sind bei Hygienemängeln auch durch Tätowieren oder Piercingstechen möglich.

Diagnose zu Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

Die Diagnose der Hepatitis-C stützt sich auf die Blutuntersuchung. Nachweisen lassen sich Antikörper, die nach einer Infektion gebildet werden. Auch Virus-Erbgut ist nachweisbar, das für die Aktivität der Krankheit spricht. Je mehr Virus-Erbgut vorliegt, desto höher die Aktivität. Je geringer die Virusmenge, desto besser die Heilungsaussichten. Daneben ist die Bestimmung des Virustyps von Bedeutung, denn auch deren Verlauf ist oft unterschiedlich. In der Blutuntersuchung kann zudem mit der Bestimmung der Leberwerte die Funktion der Leber untersucht werden. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) gibt weiteren Aufschluss über den Zustand der Leber.
Es zeigen sich Veränderungen in der Struktur, Beteiligung von Milz oder Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites). Auch ein mögliches Tumorwachstum ist erkennbar. Eine Gewebeprobe (Biopsie) mit anschließender feingeweblicher Untersuchung dient dazu, den Grad der Entzündung sowie strukturelle Veränderungen zu bestimmen.

Symptome

Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Krankheit (Inkubationszeit) können zwei Wochen bis zu mehreren Monaten liegen. Nur 25 Prozent der Infizierten weisen akute Krankheitssymptome auf.

Möglich sind:
  • Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Druckschmerzen im rechten Oberbauch unter dem Rippenbogen
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden.

Selten kommt es zu dem bei anderen Leberentzündungen typischen Erscheinungsbild der Gelbsucht (Ikterus) mit:
  • Gelbfärbung von Haut und Schleimhaut
  • Gelbfärbung des Augenweißes
  • Hellfärbung des Stuhls
  • Dunkelfärbung des Urins.
Die akute Krankheitsphase kann vier bis acht Wochen anhalten. Bis zu 80 Prozent der Infizierten entwickeln eine chronische Erkrankung, die allerdings auch häufig unbemerkt bleibt. Beschwerden wie Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden und eingeschränkte Leistungsfähigkeit lassen zunächst nicht unbedingt an diese Infektion denken. Wenige Betroffene leiden unter Juckreiz oder Gelenkbeschwerden. Über Jahre entwickelt sich bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) mit der möglichen Folge von Leberkrebs. Ganz selten ist ein akutes Leberversagen möglich.

Behandlung zu Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

Die akute Hepatitis-C lässt sich mit Interferon behandeln. Eine fast halbjährliche Behandlung kann die Entwicklung einer chronischen Erkrankung in über 85 Prozent der Fälle verhindern. Für die Behandlung sind einmalwöchige Injektionen erforderlich. Die chronische Hepatitis C bei einer mehr als sechs Monate andauernden Virusaktivität wird mit einer kombinierten Behandlung aus Interferon und dem virushemmenden Medikament Ribavirin (Virostatikum) behandelt. Die Behandlung wird in der Regel ambulant durchgeführt. Unterstützend wirken Schonung und leberschonendes Verhalten, wie Verzicht auf bestimmte Medikamente und Alkohol.

Prognose

Bis zu 80 Prozent der Infizierten entwickeln eine chronische Erkrankung, die aber mit modernen Medikamenten heuzutage oft heilbar ist. Größte Komplikationen sind die Entwicklung einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) und in der Folge Leberkrebs.

Selbsthilfe zu Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis-C existiert leider noch nicht. Auch scheint nach Ausheilung keine Immunität zu bestehen, sodass man sich erneut infizieren kann.

Die Vorsorgemaßnahmen beschränken sich deshalb auf Verhaltensregeln:
  • Schutz vor Blut und Blutprodukten bei medizinischem Personal durch Tragen von Handschuhen und Mundschutz
  • Desinfektionsmaßnahmen von Gegenständen, die mit Blut in Berührung kommen
  • Einmalige Verwendung sterilisierter Nadeln bei Drogensucht
  • Sichere Entsorgung von Injektionsnadeln
  • Benutzen von Kondomen
  • Gegenstände wie Zahnbürsten, Rasierklingen, Maniküreutensilien bei bekannter Infektion nicht teilen.

Daten/Fakten zu Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

Bei der Hepatitis C ist die Dunkelziffer groß, da die meisten infizierten Menschen nichts von ihrer Infektion wissen. Etwa 0,4 Prozent der deutschen Bevölkerung weisen Antikörper auf, die für eine vergangene oder aktuelle Infektion sprechen. Schätzungen zufolge sind 400.000 bis 500.000 Menschen chronisch infiziert.
Für das Jahr 2010 nennt das Robert-Koch-Institut 5.283 Fälle an Neudiagnosen. In 67 Prozent der Fälle entwickelten die Betroffenen keine typischen Symptome. Insgesamt nahm die Infektionshäufigkeit über die letzten Jahre ab.
Betroffen sind in der Mehrzahl der Fälle junge Männer zwischen 25 und 29 Jahren. Infektionen von Frauen sind seltener und fast unabhängig vom Alter. Im Kindesalter sind Injektionen selten. Bei der Übertragung spielt Drogenkonsum eine Hauptrolle. Infizierte Nadeln von Spritzen können das Virus übertragen. Sexuelle Übertragungen sind wahrscheinlich seltener und betreffen häufiger homosexuelle Menschen.

Links zu Hepatitis C (Leberentzündung Typ C)

Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 282 9980
Fax: 0221 - 282 9981
Mail: info@leberhilfe.org
http://www.leberhilfe.org/

Deutsches Hepatitis C Forum e.V.
Postfach 13 31
49783 Lingen
Tel: 0591 - 807 957
Fax: 0591 - 807 9578
Mail: beratung@hepatitis-c.de
http://www.hepatitis-c.de

Bundesarbeitsgemeinschaft Leber e.V.
c/o Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 282 9980
Fax: 0221 - 282 9981
Mail: info@bag-leber.de
http://www.bag-leber.de

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 500 00
Fax: 030 - 500 034 02
http://www.auswaertiges-amt.de

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 01888 - 754 -0
Fax: 01888 - 754-2328
http://www.rki.de
Autor: Hofmann, Julia31.07.2015

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