Leberkrebs

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Wissen zu Leberkrebs (Leberkarzinom)

Leberkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Leber. Entarten die Leberzellen, spricht man von primärem Leberkrebs. Liegt der Ursprung des Krebses in anderen Organen, wie Magen, Darm, Lunge, Brust, Gebärmutter oder Prostata, können in der Leber Tochtergeschwülste (Metastasen) enstehen.
Diese Art des Leberkrebses nennt man sekundärem Leberkrebs. Primärer Leberkrebs geht am häufigsten von Leberzellen aus (Leberzellkrebs oder hepatozelluläres Karzinom). Seltener ist ein von Gallengängen ausgehender Krebs und ein von Blutgefäßen der Leber ausgehender Krebs.

Metastasen der Leber kommen wesentlich häufiger vor als primärer Leberkrebs.
Leberzellkrebs als häufigste Erscheinungsform des primären Leberkrebses ist selten. Die Erkrankungshäufigkeit in Deutschland pro Jahr beträgt etwa 1 : 6000. Die Häufigkeit nimmt allerdings zu, was vor allem auf die steigende Häufigkeit einer ursächlichen Leberzirrhose zurückzuführen ist.

Ursachen

Bis zu 90 Prozent der Erkrankungen an Leberzellkrebs sind auf eine Leberzirrhose zurückzuführen. Ursache ist meist chronischer Alkoholmissbrauch, aber auch chronische virale Infektionen der Leber (Hepatitis).
Eine chronische Schädigung der Leberzellen führt zu einem Umbau von Lebergewebe und möglichen Entartung der Zellen.

Diagnose zu Leberkrebs (Leberkarzinom)

Der Arzt erfragt neben den Beschwerden nach einer möglichen Infektion mit Hepatitis und dem Alkoholkonsum. Bei Verdacht auf eine Lebererkrankung oder Leberkrebs tastet er den Bauch ab und achtet auf eine veränderte Größe und Oberfläche der Leber sowie eine Verhärtung des Organs.
Es sucht auch nach Hinweisen auf Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder in den Beinen, sowie nach Hautveränderungen im Rahmen einer Leberzirrhose. Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann er die Leber genauer betrachten, Knoten als Hinweis auf Krebs sind erkennbar. Möglicherweise veranlasst der Arzt bei unsicherem Untersuchungsergebnis die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie).

Um das Stadium des Krebses festzulegen, muss nach einer möglichen Ausbreitung von Tumorzellen (Metastasen) gefahndet werden. Hierfür eignen sich die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanzuntersuchung (MRT). Eine Blutuntersuchung dient der Prüfung der Leberfunktion, daneben lassen sich im Blut Infektionen mit Hepatitis und ein bestimmter Eiweißstoff nachweisen, der häufig bei Leberkrebs produziert wird, das sogenannte Alpha-Fetoprotein (AFP). Dieses Protein wird auch als Tumormarker bezeichnet.

Symptome

Besonders im Frühstadium haben Betroffene oftmals keine Beschwerden. Dies ist ein Grund dafür, dass Leberkrebs häufig erst spät entdeckt wird.
Bei Fortschreiten der Erkrankung kommt es zunächst zu Beschwerden, die auch nicht eindeutig auf die Krebserkrankung hinweisen:
  • Leistungsminderung
  • Druckschmerzen im rechten Oberbauch
  • Gewichtsverlust.
Deutlicher auf die Leber weisen aber spätere Symptome hin:
  • gelbe Verfärbung der Haut und des Augenweißes, Gelbsucht
  • geschwollene Beine als Zeichen von Wasseransammlungen
  • Wasseransammlungen im Bauchraum.

Behandlung zu Leberkrebs (Leberkarzinom)

Die Behandlung von Leberkrebs ist vom Stadium der Erkrankung und von der Leberfunktion abhängig. Wenn möglich, wird dem Krebs vollständig operativ mit einer teilweisen Entfernung der Leber begegnet.
Anstatt einer Teilentfernung der Leber kann der Tumor manchmal auch mit einer örtlichen Therapie durch die Bauchdecke geschrumpft und verödet werden. Liegt eine Leberzirrhose vor und hat sich der Krebs noch nicht ausgebreitet oder haben sich noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet, kommt in seltenen Fällen eine Lebertransplantation in Frage.
Eine medikamentöse Behandlung des Krebses ist bei Patienten mit guter Leberfunktion bei fortgeschrittenem Krebs möglich, führt aber nicht zur Heilung.

Prognose

Im Frühstadium ist Leberkrebs am ehesten heilbar. Da der Krebs aber häufig erst spät erkannt wird, da er lange Zeit keine oder nur uncharak-teristische Beschwerden verursacht, ist die Kranheit zum Zeitpunkt der Diagnose oft fortgeschritten. Eine Heilung ist deshalb oftmals nicht mehr möglich.

Selbsthilfe zu Leberkrebs (Leberkarzinom)

Hauptrisikofaktor für Leberkrebs ist die Leberzirrhose. Um diese zu vermeiden, sollte man darauf achten:
  • Alkohol nur in Maßen zu konsumieren
  • sich vor Infektionen mit Hepatitis-Viren zu schützen, zum Beispiel durch eine Impfung
  • leberschädigende Medikamente und Stoffe (zum Beispiel Lösungsmittel) zu meiden, beziehungsweise sich vor diesen ausreichend zu schützen.
Dies gilt natürlich auch ganz besonders, wenn es bereits zu einer Lebererkrankung, wie der Leberzirrhose, gekommen ist.

Daten/Fakten zu Leberkrebs (Leberkarzinom)

Unter allen Krebserkrankungen kommt Leberkrebs realtiv selten vor. Von 100.000 Menschen erkranken jährlich sieben bis acht an dieser Krebsform. Weltweit handelt es sich um die sechsthäufigste Tumor-erkrankung.
In einigen Regionen Asiens und Afrikas stellt Leberkrebs die häufigste Tumorerkrankung dar. Von 100.000 Menschen erkranken dort bis zu 150. In den vergangenen Jahren ist in Europa eine Zunahme der Erkrankungszahlen zu beobachten.
Dies wird auf häufige Infektionen mit Hepatitis C-Viren in früheren Jahrzehnten zurückgeführt. Männer erkranken zwei- bis dreimal häufiger an Leberkrebs als Frauen.
Bei etwa zwei Drittel der Erkrankungen sind die Heilungsaussichten gering, da die Erkrankung erst in späten Stadien diagnostiziert wurde.

Links zu Leberkrebs (Leberkarzinom)

Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 282 9980
Fax: 0221 - 282 9981
E-Mail: info@leberhilfe.org
http://www.leberhilfe.org

Bundesarbeitsgemeinschaft Leber (BAG Leber)
c/o Deutsche Leberhilfe e.V.
Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Tel: 0221 - 282 9980
Fax: 0221 - 282 9981
E-Mail: info@bag-leber.de
http://www.bag-leber.de

Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.
Karlsbader Ring 28
68782 Brühl
Tel: 06202 - 702 613
Fax: 06202 - 702 614
E-Mail: mailto:www.bag-leber.de
http://www.lebertransplantation.de

Hämochromatose - Vereinigung Deutschland e.V.
Oberstraße 115
51149 Köln
Fax: 02203 - 183 2020
E-Mail: Info@haemochromatose.org
http://www.haemochromatose.org

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Steinlestraße 6
60596 Frankfurt am Main
Tel: 069 - 630 096-0
Fax: 069 - 630 096-66
E-Mail: service@krebsgesellschaft.de
http://www.krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Tel.: 0228 - 729 900
Fax: 0228 - 729 9011
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de

Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: 06221 - 420
Fax: 06221 - 422 995
E-Mail: webmaster@dkfz.de
http://www.dkfz.de
Autor: Hofmann, Julia03.08.2014

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