Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

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Wissen zu Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Das Boutonneuse- oder Mittelmeer-Zeckenfieber ist eine durch zwei Zeckenarten übertragene Infektionskrankheit (Zoonose). Andere Namen für die Erkrankung sind Zeckenbissfieber, Mittelmeer-Fleckfieber, afrikanisches Fleckfieber und Fleckfieber der alten Welt. Die Zecken kommen vor allem in Mittelmeerländern, Südostafrika und Asien vor. Bei uns eingeschleppt werden die Zecken hauptsächlich über Hunde, die auf Reisen mitgeführt wurden.
Krankheitserreger sind Bakterien, die die Zecke aufnimmt und weitergibt. Natürliches Reservoir der verursachenden Bakterien sind Nagetiere und Hunde, deshalb werden sie auch Hundezecken genannt. Durch einen Biss nehmen Zecken ihre Blutmahlzeit auf. Sind die Zecken Träger der die Krankheit auslösenden Bakterien, gelangen über die Bissstelle Infektionserreger in den Körper. Erste Krankheitssymptome entstehen nach durchschnittlich sieben Tagen. Nicht selten verläuft eine Infektion aber auch unbemerkt. Die Symptome sind oft unspezifisch und ähneln anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten.

Ursachen

Über einen Zeckenbiss werden Rickettsien (Bakterien) übertragen. Nach dem Biss gibt die Zecke eine große Menge an infektiösem Speichel ab, der zudem schmerzlindernd wirkt. So erklärt sich, dass viele Betroffene sich nicht an einen Zeckenbiss erinnern können.

Diagnose zu Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Anhand der Symptome allein lässt sich die Krankheit nicht identifizieren. Entscheidend können Hinweise auf kürzliche Reisen sein. Der Krankheitserreger kann mit einer Blutuntersuchung im Labor nachgewiesen werden, auch Antikörper sind nachweisbar.

Symptome

Manche Menschen merken weder einen Zeckenbiss noch eine Infektion mit den die Krankheit verursachenden Bakterien. Nach durchschnittlich sieben Tagen kommt es meist an der Bissstelle zu einem kleinen Hautgeschwür beziehungsweise einer schwärzlichen Kruste, die von einem deutlich rötlichen Saum umgeben ist. Die Lymphknoten können geschwollen sein.

Zusätzlich können folgende Symptome bestehen:

Behandlung zu Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Antibiotika können die Bakterien bekämpfen und sorgen so für eine Heilung. Meist erhalten Betroffene Doxyzyklin. Schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente können bei starken Beschwerden und hohem Fieber verabreicht werden. In schweren Fällen kann eine Krankenhausbehandlung notwendig sein.

Prognose

Der Verlauf der Krankheit ist meist mild und sie klingt mit einer Antibiotikabehandlung rasch ab. Ohne Behandlung kann es in seltenen Fällen jedoch zu einem schweren und tödlichen Verlauf. Komplikationen und Spätfolgen kommen selten vor. Möglich sind eine Entzündung von Hirnhaut und Gehirn oder auch Darm- und Nierenschäden.

Selbsthilfe zu Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Da es keine wirksame Impfung gegen das Boutonneuse-Fieber gibt, sind andere Schutzmaßnahmen notwendig:
  • schützende bedeckende Kleidung im Freien
  • vorsorgliches Auftragen von entsprechenden Präparaten aus der Apotheke auf freie Haut
  • Kontrolle der Haut nach einem Aufenthalt in der Natur
  • entdeckte Zecken sofort fachmännisch entfernen lassen
Diese Maßnahmen gelten nicht nur in Gebieten, in denen die die Erkrankung übertragenden Zecken vorkommen, sondern auch in Deutschland. Denn Zecken hierzulande übertragen ebenfalls Krankheiten wie die Borreliose und Frühsommer-Meningienzephalitis (FSME).

Daten/Fakten zu Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Vom Zeckenbiss bis zum ersten Auftreten der Symptome vergehen durchschnittlich etwa sieben Tage (Inkubationszeit). Doch ist ein Auftreten von Beschwerden ein bis fünfzehn Tage nach einem Biss möglich. Die Erkrankung verläuft meist mild, jedoch sterben zwei bis drei Prozent der unbehandelten Personen infolge der Erkrankung.

Links zu Boutonneuse-Fieber (Mittelmeer-Zeckenfleckfieber)

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e. V.
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Postfach 40 04 66
80704 München
Tel: 089 - 218 038 30
Fax: 089 - 336 038
E-Mail: dtg@lrz.uni-muenchen.de
http://www.dtg.org

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030 - 187 540
Fax: 030 - 187 542 328
http://www.rki.de

Auswärtiges Amt
Länder- und Reiseinformationen
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Tel: 030 - 5000 - 0
Fax: 030 - 5000 - 3402
http://www.auswaertiges-amt.de

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int

http://www.fit-for-travel.de
Autor: Hofmann, Julia04.04.2016

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